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                .d'yer mak'er
Umbriel
 
Mond von Uranus

Durchmesser 1169 km 
durchschn. Entfernung vom Uranus 266.000 km ~ Umlaufzeit 4,14 Tage
 

Magie

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Im Bereich der Wesen
 
Bevor ich zur Beschreibung einer wahren magischen Operation und Evokation übergehe, mache ich den Magier vorerst noch mit dem Bereich der Wesen näher bekannt. Ein wahrer Magier darf nämlich nichts unternehmen, wovon er im voraus nicht genaue Kenntnis besitzt und sich ein richtiges Bild von seinem Vorhaben machen kann. Wie der Magier schon aus dem vorhergehenden Kapitel über das Buch der Formeln entnehmen konnte, ist es überaus wichtig, die Entsprechungen der magischen Geräte und ihre Handhabung genau zu wissen, denn ohne genaue Kenntnis der Symbolik und Analogie der magischen Geräte wäre der Magier nicht in der Lage, seinen Geräten die magische Wirkung einzuverleiben.

Auch wäre er außerstande, sich meditativ einzustellen, um seinen Geist in die Sphären der Wesen zu erheben. Seine magischen Hilfsmittel wären ganz illusorisch, und er würde auf das Niveau eines gewöhnlichen Zauberers hinabsinken und könnte weder seine magische Autorität den Wesen gegenüber zum Ausdruck bringen, noch seinen Einfluß auf diese geltend machen. Der Magier tut alles bewußt, jede Handlungsweise hat er systematisch in seinem Buch der Formeln vornotiert, und sein Geist, sein Bewußtsein, ist mit seinen Geräten und ihren Eigenschaften, Ladungen usw. verbunden. So wie er über seine Geräte den richtigen Überblick hat, muß er auch vom Bereich der Wesen, mit denen er arbeiten will, genau unterrichtet sein.

Er muß ein klares Urteil vom Sein und Wirken der Wesen abgeben können, wozu ihm ja auch größtenteils seine eigenen Erfahrungen verhelfen, da er ja mit seinem Mentalkörper die einzelnen Sphären besuchte, wie ich es in meinem ersten Werk "Der Weg zum wahren Adepten" im Kapitel über das mentale Wandern in die einzelnen Ebenen geschildert habe. Diese Abhandlung soll also eine kurze Zusammenfassung der vom Magier durch die Besuche in den Ebenen gesammelten Erfahrungen sein.

Nur der unverbesserliche Materialist, der mit seinen grobstofflichen Sinnen ausschließlich die materielle Welt wahrnimmt und an nichts anderes glaubt als nur an das, was er sieht, hört und fühlt, wird daran zweifeln, daß es außer der grobstofflichen Welt auch noch andere Sphären gibt. Der wahre Magier wird einen Materialisten nicht verurteilen und ihm seine persönliche Einstellung nicht ausreden. Der Materialist hat auf der grobstofflichen Ebene jenen Reifezustand, der seiner Entwicklung entspricht.

Der Magier wird sich keine Mühe geben, den Materialisten eines anderen zu belehren, denn letzterer wird einem Magier immer mit den Worten kommen, daß er noch keinen Geist gesehen habe und infolgedessen nur an das glauben könne, was er mit seinen physischen Sinnesorganen wahrnimmt, also sieht, hört und empfindet. Der Materialist leugnet zwar den Stoff nicht ab, er gibt zu, daß Stoff und Kraft, worin er lebt, bestehen, aber außerdem noch zu glauben, daß es weitere feinere Schichten von Stoffen und Kräften gibt, das geht schon über seinen Horizont.

Deswegen soll der Magier niemals den Glauben eines anderen Menschen beeinflussen, denn der Uneingeweihte wird von seinem Standpunkt aus für höhere Begriffe immer seine eigene Anschauung haben und dementsprechend urteilen.

Gerade so, wie auf unserer grobstofflichen Welt der feste, flüssige und gasförmige Zustand besteht, der den Stoff unserer Erde bildet, gibt es laut Analogiegesetz Aggregatzustände in feinerer Form, die unseren normalen Sinnen nicht mehr zugänglich sind, mit unserer grobstofflichen Welt aber dennoch in Verbindung stehen. Diese feineren Aggregatzustände werden in der hermetischen Wissenschaft Ebenen und Sphären genannt. In diesen feineren Ebenen wickeln sich die gleichen Vorgänge ab wie auf unserer Erde, und auch dort gilt das Gesetz der Hermestafel, nämlich: daß das, was oben ist, auch das ist, was unten ist.

Es sind dieselben Kräfte im Spiele wie auf unserem Planeten; wie hier so auch dort machen sich dieselben Einfiüsse geltend. Infolgedessen wirkt in jeder Ebene das Spiel der Elemente, das elektrische und magnetische Fluid, das von der Göttlichen Vorsehung im Akashaprinzip gehalten und regiert wird. Derjenige Mensch, der sich nur auf die Eindrücke seiner fünf groben Sinne verläßt, hat nur einen, den groben Sinnen entsprechenden Empfangsbereich, über den er nicht hinauskann.

Alles weitere bleibt ihm unverständlich, unglaubwürdig und übersinnlich. Der wahre Magier, der durch die Körper-, Seelen- und Geistesschulung seine Sinne verfeinert und entwickelt hat, wird die grobstoffliche Welt nur als Ausgangspunkt seiner Entwicklung betrachten und die Existenz höherer Ebenen niemals in Abrede stellen, da er sich von dieser persönlich überzeugen kann. Daß diese Ebenen feinere und dichtere Aggregatzustände haben, ist dem wahren Magier laut eigener Erfahrung schon bekannt.

Der Magier wird jeweils diejenige Sphäre mit seinem Geist besuchen können und in ihr tätig sein, die der Sinnesentwicklung seines Mentalkörpers entspricht. All dies muß er bei der Evokationsmagie berücksichtigen. Diese feineren Ebenen sind logischerweise nicht an Zeit und Raum gebunden und können nach unserem Begriff ineinander gehen, so daß z. B. in einem Raum, den wir uns bildlich vorstellen oder irgendwie abgrenzen, alle nur erdenklichen Ebenen vorhanden sind.

Es gibt je nach dem Dichtigkeitsgrad unendlich viele Ebenen und Zwischen-Ebenen; sie hier alle anzuführen ist ein Ding der Unmöglichkeit. Für den magischen Gebrauch will ich nur die wichtigsten angeben. Die stufenweise Aufeinanderfolge ihres Dichtigkeitsgrades nennt man Hierarchie. Bevor der Magier ein Arbeiten mit den Ebenen plant, muß er sich ein plastisches Bild von ihrer Hierarchie machen können und muß vor allem theoretisch, später natürlich auch praktisch, in der Ebene bewandert sein, in der er arbeiten will.

Aber immer muß er vor allem die grobstofflichere Ebene beherrschen, bevor er zur nächstfeineren übergeht. Jede dieser hierarchischen Ebenen übt auf Grund des Analogiegesetzes einen bestimmten Einfluß auch auf unsere grobstoffliche Welt aus. In dieser Hinsicht und in bezug auf die planetarischen Ebenen ist die Synthese der Astrologie aufgebaut, die von den heutigen Astrologen jedoch vorwiegend für mantische Zwecke benützt wird. Weniger bekannt ist, daß die Astrologie eigentlich nur einen Teilaspekt der Wirkungen der Ebenen - Planeten, Tierkreiszeichen - angibt.

Den astrologischen Teil der höheren Ebenen werde ich nicht beschreiben, da dieser Aspekt nicht in den Rahmen meines Buches fällt. Der wahre Magier wird aber, falls er sich mit Astrologie befaßt, einen weit tieferen Zusammenhang der Ebenen finden und wird in der Astrologie die genaue Einstellung der Einflüsse der betreffenden Sphären in bezug auf die Ursache und Wirkung auf unsere grobstoffliche Welt sehen.

Die Aufeinanderfolge der Ebenen mit Rücksicht auf ihren Dichtigkeitsgrad und auf ihre Eigenschaften wird in der Quabbalah der quabbalistische Lebensbaum genannt. Die Entsprechungen und praktischen Arbeiten, vom quabbalistischen Standpunkt aus betrachtet, behandle ich eingehend im nächstfolgenden Werk "Der Schlüssel zur wahren Quabbalah". In diesem Buch sollen den Leser die Sphären des quabbalistischen Lebensbaumes in bezug auf die Magie, d. h. in bezug auf ihre Wesen interessieren. Die Ebenen sind ihrer Reihenfolge nach:

1. Die grobstoffliche Welt als Ausgangspunkt, von wo aus der Magier arbeitet und auf der jeder Mensch, ob eingeweiht oder nicht, durch seine Sinne, seinen Geist, seine Seele und seinen Körper lebt und sich bewegt.

2. Die nächstfolgende, über unserer grobstofflichen Welt sich befindende Sphäre ist die Erdzone, auch Erdgürtelzone genannt. Diese Zone hat verschiedene Dichtigkeitsgrade, sogenannte Unterebenen, in die sich die Menschen nach dem Ablegen des grobstofflichen Körpers begeben. Es ist dies die sogenannte Astralwelt, wo sich in den tieferen Dichtigkeitsgraden die Alltagsmenschen und in den höheren Schichten der Entwicklung gemäß auch Eingeweihte nach dem physischen Tod mit ihrem Astralkörper aufhalten.

Je reifer, entwickelter und ethischer ein Magier war, in eine um so feinere Erdzonenschicht gelangt er. Sein Platz in der Astralwelt wird derjenige sein, den er sich hier auf unserer grobstofflichen Ebene im Laufe seines Lebens errungen hat. Himmel und Hölle gibt es in der Astralwelt nicht, dies sind beschränkte religiöse Ansichten und Lehren verschiedener Religionen, die das Leben in der astralen Welt aus purer Unkenntnis als Himmel und Hölle bezeichnen. Wollte man die niederen, gröberen Schichten der Astralwelt als Hölle und die höheren, lichteren als Himmel bezeichnen, könnte ein Teil der Religionsbehauptungen wahr sein. Der Magier, der jedes Symbol und jede Idee symbolisch richtig zu deuten versteht, wird für Himmel, Hölle und Fegefeuer sogleich die untrüglichste Auslegung finden.

Es wäre zu umfangreich, das ganze Leben in der astralen Welt zu schildern. Darüber ließen sich ganze Bücher schreiben. Ich will wenigstens Andeutungen bringen, die den Magier interessieren werden. Wie der Magier durch die Spaltung seines Mental-, evtl. Astralkörpers - mentales und astrales Wandern - selbst die Erfahrung gemacht hat, besteht für ihn in der Ebene der astralen Welt kein Zeit- und Raumbegriff, so daß er in einem einzigen Augenblick jede Entfernung überbrücken kann, und es gibt für ihn auch kein materielles Hindernis, das er nicht mit seinem Mental- und Astralkörper durchdringen könnte.

Diese Erfahrung wird nach dem physischen Tod jeder Mensch machen. Der Eingeweihte hat natürlich den Vorteil, daß er schon zu Lebzeiten damit vertraut wird und für ihn schon auf dieser materiellen Welt eine Sorge entfällt, nämlich die Furcht vor dem Tod. Er weiß genau, in welche Schicht der Astralwelt er nach seinem Tod gelangt, und für ihn ist das Ablegen des grobstofflichen Körpers nur ein Übergang von dieser grobstofflichen Ebene in die feinere, so ähnlich, als wenn man eine Wohnung wechselt.

Eine weitere Erfahrung wird der Magier schon hier auf Erden machen, und zwar die, daß alle Interessen, die ein normaler Mensch, also ein Uneingeweihter und Unentwickelter, auf der grobstofflichen Welt hat, in der Astralsphäre zu existieren aufhören. Deshalb ist es nicht zu verwundern, daß ein wahrer Magier, der hüben und drüben, also auf der grobstofflichen und in der astralen Welt zu Hause ist, die Interessen der grobstofflichen Welt allmählich verliert und die grobstoffliche Welt nur als Mittel für seine Entwicklung benützt.

Schon hier auf Erden wird er erkennen, daß Ruhm, Ehre, Reichtum und alle anderen irdischen Vorteile in die Astralwelt nicht mitgenommen werden können und diese daher zwecklos sind. Ein wahrer Magier wird deshalb Vergänglichem niemals nachhängen und stets nur darauf bedacht sein, die Zeit, die ihm auf dieser grobstofflichen Welt für seine Entwicklung zur Verfügung steht, nach Kräften auszunützen.

Es ist daher selbstverständlich, daß alle Bande, die den Menschen auf der grobstofflichen Welt fesseln, ob es sich nun um Liebe, Treue u. dgl. handelt, drüben wegfallen. Menschen, die hier wer weiß wie aneinander hingen, aber seelisch und geistig nicht gleichen Schritt hielten, können nach dem Ableben in der Astralsphäre nicht den gleichen Dichtigkeitsgrad einnehmen, da sie drüben die Bande, die sie auf der Erde fesselten, nicht mehr empfinden.

Sind aber z. B. Mann und Frau gleichmäßig entwickelt, so können sie sich nach dem Ableben beide auch in der Astralwelt in derselben Sphäre bewegen und mit einem inneren Sympathieband zueinander stehen, jedoch jene Liebe, die sie auf der grobstofflichen Welt empfunden haben, fühlen sie drüben nicht. In der astralen Welt entfällt der Selbsterhaltungstrieb, die fleischliche Geschlechtsliebe und Geschlechtslust.

In den höheren Schichten verbindet gleichmäßig entwickelte Wesen durch ein feines Schwingungsband ein anderes Sympathiegefühl als hier auf unserer Erde. Auf der grobstofflichen Welt wird meistens durch äußere Reize die Sympathie oder Anziehungskraft zweier Wesen hervorgerufen und erhalten, was natürlich in der Astralwelt nicht der Fall ist. Der Begriff von Schönheit ist in der Astralwelt ein ganz anderer als auf unserer grobstofflichen Ebene.

Da der Astralkörper eines abgeschiedenen Menschen in der Astralsphäre keinen Zeit- und Raumbegriff besitzt, also drüben keine Bewußtseinsstützen hat, nach denen er seine Entwicklung messen könnte, sehnt er sich wieder nach der Erde zurück. Nicht nur deshalb, daß er auf Grund des Karmagesetzes von Ursache und Wirkung seine im vorigen Leben begangenen Fehler ausgleichen muß, er sehnt sich vor allem danach, eine neue Möglichkeit der weiteren astralen Entwicklung auf der grobstofflichen Ebene zu haben und neue Erfahrungen für die höheren Schichten in der astralen Welt in seinem Geist zu sammeln.

Eine weitere Erfahrung wird jeder Mensch nach dem Ableben in der Astralwelt machen, und zwar, daß er als niedriger entwickelter Mensch mit Menschen, die einen weit höheren Entwicklungsgrad auf unserer Erde durchgemacht haben und sich in einer höheren, feineren Ebene der Astralwelt befinden, nicht zusammenkommen kann, weil er sich nicht in ihrer Lichtschicht aufhalten und bewegen darf und sich nicht einmal hinzubegeben vermag.

Selbst wenn es ihm möglich wäre, sich auch in die höhere Schicht zu versetzen, würde er die dortige Schwingung nicht lange aushalten und müßte wieder zurücksinken, d. h. sich in jene Astralschicht zurückversetzen, in die er gemäß seiner Entwicklungsstufe gehört. Einem entwickelten Menschen dagegen ist es drüben möglich, sich in eine niedrigere Sphäre dadurch zu versetzen, indem er die Schwingung der betreffenden Sphäre in seinem Geist annimmt.

Will daher ein niedriger entwickelter Geist mit einem höheren in Kontakt kommen, respektive ihn rufen, dann muß der niedriger stehende Geist durch die Vorstellung das höher entwickelte Wesen bitten, in seine - des niedriger stehenden Geistes - Sphäre herabzukommen. Ob dann das höhere Wesen dem Wunsch des niedriger entwickelten Wesens nachkommt, richtet sich stets nach dem Zweck, den das niedriger entwickelte Wesen durch die Anrufung verfolgt. Hieraus ist klar ersichtlich, daß ein niedrigeres Wesen sich nicht in die höheren Schichten der Astralwelt begeben kann, wohingegen umgekehrt dies möglich ist.

Ein gut entwickelter Magier kann sich wunschgemäß in jede Sphäre versetzen, da er jede Schwingung und somit jede Form der betreffenden Sphäre, mit der er in Verbindung kommen will, anzunehmen und hervorzurufen versteht. Vielen wird hierbei der Bibelspruch ins Gedächtnis kommen und erklärlich sein, der lautet: "Das Licht leuchtete in der Finsternis, aber die Finsternis hat es nicht erkannt".

Dem erfahrenen Magier ist bekannt, daß der physische Körper durch die Nahrung - verdichtete Elemente - erhalten wird und daß den Astralkörper der Atem durch das astrale Band mit dem physischen Körper verbindet. Deshalb ist es ihm auch klar, daß, sobald beim Absterben der Atem aufhört, augenblicklich die Trennung des Astral- und Mentalkörpers vom physischen Körper erfolgt. Er wird es demnach auch logisch finden, daß, wenn er durch seine magische Entwicklung nicht nur den Mental-, sondern auch den Astralkörper bewußt löst, er in Ekstase, also in einen scheintoten Zustand fällt, in dem ebenfalls der Atem eingestellt ist, nur mit dem Unterschied, daß der Körper während des ekstatischen Zustandes dem Verfall nicht unterlegen ist und die Verbindung mit dem Mental- und Astralkörper jeweils zustande kommt.

Da der Magier Herr über Leben und Tod sein kann, wenn es die Göttliche Vorsehung gestattet (billigt), so kann er das Bindeglied eines Verstorbenen wieder herstellen und somit eine Totenerweckung herbeiführen, gerade so, wie es einzelne Heilige der Geschichte zustande brachten. Darüber habe ich ja schon im Werk "Der Weg zum wahren Adepten" eingehend geschrieben.

Ist beim Magier der physische Tod eingetreten, dann sieht er keinen Grund, in die physische Welt wieder zurückzukehren und hegt auch nicht den Wunsch, in der astralen Welt das materiell-astrale Band neu herzustellen. Natürlich gibt es auch weniger entwickelte Magier, Zauberer u. dgl., die Versuche anstellen, das Bindeglied zwischen dem astralen und dem grobstofflichenKörper von der Astralebene aus bewußt herzustellen.

Da ihnen aber die nötige Entwicklung fehlt, um das Licht so stark verdichten zu können und die vollkommene Analogie, somit die Realisierung bis in die grobstoffliche Welt zu übertragen, ist ihr Erfolg nur ein teilweiser. Gewöhnlich wollen solche am grobstofflichen Körper hängende Wesen die Vorbedingung zur Realisierung umgehen und vampirisieren aus lebenden Körpern das elektro-magnetische Fluid (die Lebenskraft) und stauen es in ihrem zurückgelassenen physischen Körper in der Annahme, daß es ihnen mit der Zeit doch gelingen wird, denselben wieder zu beleben.

Ein abgelegter physischer Körper kann von einem solchen Wesen auf die geschilderte Weise auch Jahrhunderte lang erhalten werden, ohne zu verwesen. Die Geschichte beschreibt genügend Fälle der Konservierung von verstorbenen Menschen, und die Wissenschaft kennt bis heute nicht die genaue Ursache. Solche Vampire sind vom hermetischen Standpunkt aus sehr bedauerliche Geschöpfe, und die damalige Einstellung der Religion tat gut daran, einen solchen der Verwesung nicht unterliegenden Körper einfach zu vernichten.

Gewöhnlich erst durch seine Vernichtung - zumeist wurde der Körper mit einem Holzpfeil durchbohrt, oder es wurde ihm der Kopf vom Rumpf abgetrennt oder der Körper einfach verbrannt - war das Wesen von den Banden des Körpers befreit. Auch die Sagen von Werwölfen sind vom hermetischen Standpunkt aus durchaus erklärlich, und der Vorgang ist derselbe, nur daß der Astralkörper beim Vampirisieren eine tierische Form annimmt, um eventuell von einer empfindlicheren Person, die er vampirisiert, nicht erkannt zu werden.

Um den Vorgang kurz zu wiederholen, es werden in der grobstofflichen Welt der physische Körper und der Astralkörper durch die Nahrung und den Atem erhalten, und alle drei Bestandteile - Körper, Seele und Geist - werden durch den Schlaf von den oberen Sphären durch die feineren stofflichen Elemente von oben herunter gestärkt.

In der astralen Welt dagegen wird der Astralkörper durch Eindrücke belebt, die das Wesen auf der astralen Ebene durch die stoffliche Schwingung gewinnt. Verkörpert sich ein Mensch aus der Astralebene wieder zurück in die grobstoffliche Materie, dann reißt das Band zwischen dem Mental- und Astralkörper, so daß das Wesen dort stirbt, um auf unserer Erde von neuem geboren zu werden. Der dortige Sterbevorgang ist genau derselbe wie der im physischen Körper sich abspielende, der Astralkörper wird vom Mentalkörper nicht mehr durch die Eindrücke der astralen Welt ernährt.

Der Zersetzungsprozeß eines Astralkörpers ist viel langsamer als beim grobstofflichen Körper, und ein Astralkörper kann nach unserer Zeitberechnung noch jahrelang weiterbestehen, ohne daß er von dem betreffenden Geist erhalten wird. Von solchen astralen Leichen nehmen dann gerne andere Wesen, gewöhnlich Dämonen, Besitz, um mit ihnen Possen zu treiben. In zahlreichen spiritistischen Sitzungen erscheinen Astralkörper von Verstorbenen, in denen sich schon lange nicht mehr der Geist des Verstorbenen befindet, sondern die nur noch von einem Dämon beherrscht und bewegt werden.

Nur ein gut geschulter Hellseher, der den Astralkörper vom Mentalkörper mit seinen geistig entwickelten Sinnen zu unterscheiden vermag, ist fähig, die wahre Tatsache festzustellen und aufzudecken. Solche Dämonen halten die Menschen gern zum besten, treiben mit ihnen Possen und allerhand Spuk. Alle Spuk- und Klopfgeister, Phantome, Schemen u. dgl. gehen auf die gleiche Art vor. Doch darüber habe ich in meinem ersten Werk "Der Weg zum wahren Adepten" gleichfalls eingehend geschrieben.

Normalerweise löst sich ein Astralkörper allmählich in seine Elemente auf, die sogenannte Astralleiche wird von den Elementen aufgesogen, wird immer durchsichtiger, ähnlich wie ein Sieb, bis sie sich schließlich ganz in die einzelnen Elementestoffe zerlegt.
Außer dem Menschen, der sich nach seinem Ableben auf die Astralebene begibt, wird die Erdzone noch von vielen anderen Wesen bewohnt. Abgesehen von allen denen, die ich bereits nannte, wie z. B. Elementale, Larven, Schemen, Phantome, sind in dieser Ebene auch noch die Wesen der Elemente vorhanden.

Im Kapitel betreffend die Hierarchie schreibe ich noch über die einzelnen Elementewesen und ihre Vorsteher ausführlicher. Jedes Wesen, das sich auf unserer grobstofflichen Welt irgendwie kundtun will, muß, ohne Unterschied, aus welcher Ebene es kommt, selbst dann, wenn es die höchsten Sphären bewohnen sollte, die Astralwelt passieren, da die Erdgürtelzone die erste Zone ist, die sich über der grobstofflichen Welt befindet. In der Quabbalah wird die Erdgürtelzone auch als Malkuth - Reich - hingestellt. Näheres darüber in meinem dritten Werk, betitelt: "Der Schlüssel zur wahren Quabbalah".

In der astralen Welt der Erdgürtelzone walten und wirken die Kräfte genau so, wie in der grobstofflichen Welt, nur feinstofflicher. Auch hier herrscht das Feuer-Element mit seinen Salamandern oder Feuergeistern, das Wasser-Element mit den Nixen oder Undinen, das Luft-Element mit den Feen oder Luft-Geistern und das Erd-Element mit den Gnomen oder Erdgeistern.

Ähnlich wie sich auf der irdischen Welt die Fische im Wasser auf ihre Art fortbewegen, so bewegen sich auch alle Wesen in der Astralsphäre der Erdgürtelzone in ihren Elementen. Jedes Element hat positive und negative Wesen, so daß man z. B. sowohl von guten als auch von bösen Salamandern sprechen kann. Dasselbe gilt von Wesen der übrigen Elemente. In Wirklichkeit gibt es aber weder Gut noch Böse, denn die Göttliche Vorsehung hat nichts erschaffen, was schlecht und unharmonisch wäre, nur die menschliche Auffassung vertritt diese Ansicht.

Vom hermetischen Standpunkt aus hat die eine Gattung der Wesen gute, die andere wieder schlechte Einflüsse, also positive und negative Wirkungen hervorzurufen. Diese Wesen sind in astraler Hinsicht die Werkzeuge der Wirkungen auf unserer grobstofflichen Welt. Sie sind auch die Ursache aller Wirkungen im Astralkörper eines jeden Menschen, ob eingeweiht oder nicht.

Das Walten und Wirken des Feuer- und Luftelementes in der Astralsphäre ruft das astral-elektrische Fluid, das Wasser- und das Erd-Element das astral-magnetische Fluid hervor. Dieser Fluide bedienen sich die Wesen, um ihre Wirkungen, besser gesagt Ursachen, auf unserer grobmateriellen Welt zu schaffen. Das Akashaprinzip der Astralsphäre hält das harmonische Gleichgewicht der Elemente in der ganzen Astralsphäre aufrecht.

Will also ein Wesen der Astralsphäre, ohne Unterschied, ob es sich um ein Wesen der Elemente oder um einen menschlichen Bewohner handelt, einen Einfluß auf unsere grobstoffliche Welt ausüben, muß es in der Lage sein, beide Fluide - elektrisches und magnetisches - so zu verdichten, damit sie sich auf unserer grobstofflichen Ebene realisieren.

Ein geschulter Magier kann mit Hilfe seiner Imagination und bei Beherrschung der Elemente und Fluide den Verdichtungsprozeß selbst zustandebringen. Beim passiven Arbeiten läßt sich die Verdichtung durch ein Medium herbeiführen, aus dem dann die Wesen das erforderliche elektrische und magnetische Fluid vampirisch herausziehen, um die erwartete Wirkung auszulösen.

Bekanntlich ist der Unterschied zwischen einem Wesen der Elemente und einem menschlichen Wesen der, daß in einem Elementewesen nur das eine es erhaltende Prinzip vorhanden ist, wohingegen ein menschliches Wesen aus allen vier Elementen und aus dem fünften, dem Akashaprinzip, zusammengesetzt ist. Ein Elementewesen kann nur mit dem einen ihm zugehörigen Element und Fluid arbeiten, ein Mensch dagegen kann mit allen Kräften vertraut werden und kann dieselben auch beherrschen.

Jedoch bei beiden, d. h. beim menschlichen wie beim Elementewesen, ist die Göttliche Vorsehung oder das Akashaprinzip das bestimmende Prinzip. Ein menschliches Wesen kann sich inkarnieren, wohingegen ein Elementewesen dies nicht von selbst tun kann. Der astrale Körper eines Elementewesens löst sich in sein Element auf, im Gegensatz zum menschlichen Astralkörper, der sich in alle vier Elemente zerlegt.

Ein weiterer Unterschied besteht darin, daß durch den Tod das Elementewesen zu existieren aufhört, also einen sterblichen Geist besitzt. Der Mensch aber, der der Makrokosmos im Kleinen ist, da er nach dem Ebenbilde Gottes erschaffen wurde, besitzt einen individuellen unsterblichen Geist. Durch besondere magische Praktik ist es wohl möglich, auch das Ein-Elementewesen zu einem Vier-Elementewesen umzubilden und ihm einen unsterblichen Geist einzuverleiben, aber einen derartigen Eingriff wird ein Magier nur höchst selten und niemals ohne triftigen Grund, den er der Göttlichen Vorsehung gegenüber zu verantworten hat, vornehmen.

Das Akashaprinzip der Astralsphäre bestimmt auch die Wiederverkörperung eines dort lebenden Menschen auf unserer grobstofflichen Welt. Der astrale Lichtstoff, vielfach Astrallicht genannt, ist die höchste göttliche Emanation in der astralen Welt. Eingeweihten, die sich auf das göttliche Prinzip in der Astralwelt einstellen, erscheint dieses Lichtprinzip als ein gleißendes Sonnenlicht oder direkt als Sonne, vorausgesetzt, daß sie auf der grobstofflichen Welt in der Lage waren, das Göttliche im Licht zu sehen und ihre Gottheit nicht konkretisierten oder in eine bestimmte Form kleideten.

Die Religion eines jeden einzelnen spielt sich in der Astralsphäre insofern ab, als er seinem Gott laut seiner religiösen Weltanschauung auf der grobmateriellen Ebene Form und Namen gibt. Atheisten haben drüben kein Gottesbedürfnis und können sich auch dort von der Gottheit keinerlei Vorstellung machen. Sie sehnen sich aber dennoch nach etwas Höherem, ungefähr so, wie es den Durstigen nach Wasser verlangt. Chaotisch wirkt es sich bei solchen Menschen aus, die sich auf Erden zu mehreren Religionen oder Gottheiten gleichzeitig bekannten.

Diese haben dann eine etwas schwierigere Position, weil sie sich für eine bestimmte Form nicht entschließen können. Aber im Laufe der Entwicklung auf der Astralebene klärt sich bei ihnen der Gottesbegriff, so daß sie sich dann zu jener Gottesanschauung bekennen, die ihnen stets am nächsten war. Diese Gottesanchauung ist auch vielfach maßgebend für den Ort der neuen Inkarnation.

Ein Magier, der schon zu Lebzeiten die Astralsphäre der Erdzone kennenlernt, weiß vom Walten und Wirken der Kräfte und Wesen der Astralsphäre aus eigener Erfahrung, aber auch die Wesen, mit denen er magisch arbeitet, können ihn hiervon in Kenntnis setzen. Ähnlich wie in der magischen Entwicklung, während der der noch nicht vollkommen entwickelte Magier sich auf der grobstofflichen Ebene seines geistigen Führers bedient und sich von ihm belehren läßt - sei es durch passiven Verkehr, mediales Schreiben usw. -, hat auch in der astralen Sphäre ein noch nicht vollkommen entwickelter Mensch seine Führer, die ihn, nach unseren Begriffen betrachtet, von Zeit zu Zeit schulen und ihm zur Seite stehen.

Hochentwickelte geistige Wesen der Erdgürtelzone verdichten sich in die entsprechende Astralschicht und werden so zu Führern einzelner oder ganzer Gruppen und weihen die unter sich stehenden Astralwesen in die höheren Gesetze ein. Diese Führer dürfen drüben nicht erzwungen werden, und je nach Reife und Entwicklung werden sie von der Göttlichen Vorsehung jedem Astralwesen zugeteilt. In der Astralsphäre lehrt der Führer, man kann ihn auch Schutzgeist nennen, seinen Schützling nicht nur die Gesetze kennen, sondern er ist ihm in seiner ganzen Entwicklung behilflich.

Ab und zu kommt es vor, daß ein Astralmensch nach eigenem Ermessen etwas unternehmen will, im kritischen Augenblick jedoch von seinem Genius oder Führer aufmerksam gemacht wird, nicht eigenmächtig zu handeln. Der Schutzgeist greift auch direkt ein, namentlich dann, wenn ein noch nicht ausreichend entwickelter Astralmensch etwas unternehmen wollte, was gegen die Gesetze der Göttlichen Vorsehung verstoßen würde. Der Führer unterrichtet seinen Schützling über die Gesetze auf der grobstofflichen Welt und bereitet ihn auf seine neue Wiedergeburt vor. Daraus geht klar hervor, daß sich auf der grobstofflichen Welt der Mensch durch seine magische Entwicklung vervollkommnen muß, um für die höhere Welt vorbereitet zu sein.

Alle Schicksalsschläge, die auf der grobmateriellen Welt dazu führen, den Geist eines Menschen zu läutern und ihm helfen sollen, Erfahrungen zu sammeln, die er zu seiner geistigen Entwicklung braucht, bereitet die Göttliche Vorsehung je nach Reife und Entwicklung für jeden einzelnen schon in der astralen Welt vor. Das sich wieder zu verkörpernde Wesen weiß also von dem sogenannten Lehrstoff auf der materiellen Welt und ist auch mit ihm einverstanden, ja es wünscht sich sogar selbst, ihn durchzumachen.

Im Augenblick der Verkörperung verliert es aber das Bewußtsein von allem, was die Göttliche Vorsehung mit ihm vorhat. Würde ein auf der materiellen Welt lebender Mensch im voraus genau alles wissen, was er durchzumachen hat, so hätte er auf der grobstofflichen Welt keinen freien Willen mehr. Ein solcher Mensch wäre in allen seinen Handlungen wie eine Schablone oder wie ein Automat, und die Aufgabe, die er auf dieser Welt zu erfüllen hätte, wäre für ihn undurchführbar. Nur ein eingeweihter Magier höheren Ranges, der Herr über das Karma, also über Ursache und Wirkung, geworden ist und sich sowohl auf der materiellen als auch auf der astralen Welt zu Hause fühlt, ist reif und kann alles im voraus wissen, ohne daß dies seinen freien Willen nachteilig beeinfiußt.

Wesen verkörpern sich von der astralen Welt auf unseren Planeten, um hier, abgegrenzt von Zeit und Raum, an ihrer Entwicklung weiterzuarbeiten, da die materiellen Gesetze dieser Ebene jedem einzelnen bei weitem mehr Hindernisse in den Weg stellen, als dies in der Astralsphäre der Fall ist. Die Hindernisse der materiellen Welt stärken den Geist, und er kann sich infolgedessen rascher entwickeln, als dies in der Astralsphäre möglich ist. Darum drängt es die Menschen in der Astralwelt, sich womöglich bald wieder auf die grobmaterielle Welt zu verkörpern, und sie nehmen selbst die schwierigsten Bedingungen an, nur um den Weg, die geistige Entwicklung, weiterverfolgen zu können.

Die Vollkommenheit kann ein jeder Mensch erreichen, denn zu ihr führt ja eigentlich die Evolution der Menschheit. Der geistige Führer, der von der Göttlichen Vorsehung dem einzelnen zur Einweihung in der astralen Welt gegeben wurde, leitet und überwacht die geistige Entwicklung seines Schützlings und setzt dies vielfach auch auf der grobmateriellen Ebene fort, wenn sich sein Schützling schon wieder verkörpert hat.

Darum soll der Magier gleich zum Beginn seiner Entwicklung hier trachten, die Verbindung mit seinem Schutzgeist anzuknüpfen. Die Praktik hierfür ist dem Leser schon aus meinem ersten Band, "Der Weg zum wahren Adepten", bekannt. Es kommt mitunter vor, daß einzelne schon auf der Erde hoch entwickelte Menschen die Vollendung ihrer geistigen Ausbildung oder Vervollkommnung auch in der astralen Welt erreichen könnten, aber diese sind von der Göttlichen Vorsehung dazu ausersehen, eine oder mehrere Missionen in der materiellen Welt zu erfüllen.

Solche geistigen Führer sind dann die geborenen Magier oder Eingeweihten, die sich in einem bestimmten Zeitabschnitt der materiellen Entwicklung des menschlichen Körpers, gewöhnlich unmittelbar nach der Pubertät, ihres Zustandes, ihrer Entwicklung ganz plötzlich bewußt werden und nur noch eines wenigen bedürfen, um für die ihnen von der Göttlichen Vorsehung gestellte Mission reif zu sein.

Die Missionen müssen nicht immer magischer oder geistiger Natur sein, sie können sich auch auf andere Gebiete der materiellen Welt erstrecken. Hiermit erklärt sich die Geburt von genialen Menschen und Erfindern auf allen Gebieten des materiellen Wissens. Der Magier weiß, daß all dies von der Göttlichen Vorsehung, also im Akashaprinzip der astralen Welt, im voraus bestimmt und geleitet wird, und nichts kann sich ereignen, was er sich nicht den universalen Gesetzen gemäß erklären könnte.

In groben Umrissen und nur in den wichtigsten Aspekten wäre hiermit die Astralsphäre, die sogenannte Erdzone oder Erdgürtelzone, die die unserer grobstofflichen Welt übergeordnete Zone ist, geklärt. Die Erdzone, obwohl über uns gestellt, ist nach menschlichen Begriffen nicht die dichteste Form, da es in ihr die verschiedensten Lichtstärken, Schwingungen, Vibrationen gibt, die eben dem Reifezustand eines jeden menschlichen Wesens entsprechen. Die Erdzone ist nicht begrenzt und erstreckt sich auf den ganzen Kosmos, also nicht nur auf unsere Erdkugel.

Diese Gesetzmäßigkeit der Erdzone ist nicht räumlich aufzufassen, sie bezieht sich auf unseren ganzen Mikro- und Makrokosmos und ist mit diesem in analogem Zusammenhang. Aus diesem Grunde erreicht der Mensch seine Vollkommenheit, seine höchste magische Reife, seine Gottverbundenheit, nur in der Erdzone. Hieraus ist ersichtlich, daß die Erdzone vom magischen Standpunkt aus die niedrigsten Schichten, aber auch die höchste Emanation des Gottesprinzips beinhaltet.

Wie ich gleich anschließend erkläre, gibt es noch weitere der Hierarchie entsprechende Zonen, mit denen der Magier in Kontakt treten kann, aber auch als vollkommenes Wesen, als verkörpertes Ebenbild Gottes, kann er die Erdzone bewohnen. Auf der Erdzone manifestiert sich eben die ganze Schöpfung von der höchsten Vollkommenheit Gottes angefangen bis zur niedrigsten und gröbsten Form.

Ein Mensch kann zwar mit allen Sphären in Verbindung treten, die sich über der Erdzone befinden, aber er kann niemals zu einem Bewohner dieser höheren Sphären dauernd werden, denn die Erdzone ist die Widerspiegelung der ganzen Schöpfung. Es ist dies die manifestierte Welt in den verschiedensten Dichtigkeitsgraden. Die alten Quabbalisten wußten von dieser Wahrheit und bezeichneten die Erdzone richtig als Malkuth, was nicht Erdkugel, sondern Reich bedeutet, womit das Prinzip der Schöpfung von der höchsten bis zur tiefsten Manifestation zu verstehen ist.

Sie enthält laut dem quabbalistischen Lebensbaum die quabbalistische Zahl Z e h n, was den Anfang des Aufstieges angibt. Die Zahl Z e h n ist dem Quabbalahkundigen die Widerspiegeiung der E i n s in der gröbsten Form, also Gott, denn die Zahl Z e h n läßt sich durch Streichung der Null auf E i n s reduzieren. Der intuitive Magier sieht sofort den wahren Zusammenhang zwischen der Schöpfung und seinem Körper und kommt darauf, daß er nicht umsonst zehn Finger und zehn Zehen hat. Darüber jedoch mehr im weiteren Werk, "Der Schlüssel zur wahren Quabbalah".

Der intuitive Magier wird auch einen gewissen Zusammenhang zwischen der Erdzone und dem Muladharazentrum finden, jedoch Erwägungen darüber überlasse ich ihm selbst.

3. Der Erdgürtelzone am nächsten liegt die Mondzone, mit der der Magier gleich nach der Erdzone vertraut werden muß.
4. Nach der Mondzone kommt die Merkurzone an die Reihe und nach dieser
5. die Venuszone. Ist der Magier mit der Hierarchie dieser Zonen genügend vertraut geworden, lernt er
6. die Sonnenzone und später
7. die Marszone kennen. Dann folgt
8. die Jupiterzone und zu guter Letzt
9. die Saturnzone.

Nach der letztgenannten gibt es noch viele andere Zonen, aber für den Magier dürfte es ausreichen, wenn er vor allem die den Planeten entsprechenden Zonen kennenlernt und sie vollkommen beherrscht.

Eine jede über der Erdzone liegende Sphäre vom Mond bis zum Saturn hat eine dreifache Wirkung, und zwar 1. auf die mentale, 2. auf die astrale und 3. auf die grobstoffliche Welt. Je nachdem, in welcher Ebene der Erdzone eine gewisse Wirkung ausgelöst werden soll, muß die Schaffung der Ursache in dieser Zone berücksichtigt werden. Da die angeführten Zonen einen ganz bestimmten Einfluß auf unsere Erdzone ausüben, muß sich der Magier beim Arbeiten mit den betreffenden Wesen ein genaues Bild von der Analogie der Gesetze einer jeden Zone in bezug auf seinen eigenen Mikrokosmos sowie auf den eines anderen Menschen machen können.

Ihm muß jede Entsprechung der Zonen zum Mikro- und Makrokosmos klar sein, und er muß die den Entsprechungen analoge Ursache mittels der Wesen zustande zu bringen verstehen. Der Magier wird sich jede Zone nicht nur als eine über die Erdzone hinaus begrenzte Ebene vorstellen, sondern alle Zonen ineinander im Makro- und Mikrokosmos ihrer Dichtigkeit nach mit ihren Einflüssen und Wirkungen vorstellen. Die Zonen tragen zwar astrologische Benennungen, haben aber mit den einzelnen Gestirnen des Universums direkt nichts zu tun, obwohl ein gewisser Zusammenhang mit den Gestirnen und eventuellen Konstellationen besteht, wonach die Astrologen für mantische Zwecke oder bei der Eruierung von ungünstigen Einflüssen ihre Schlüsse ziehen. Auf die Synthese der Astrologie habe ich bereits hingewiesen.

Eine jede Zone ist genau so wie die uns schon bekannte Erdzone bevölkert. Die Wesen der Zonen haben ihre bestimmten Aufgaben und sind den Gesetzen ihrer Zone in Ursache und Wirkung unterworfen. Nach unserer Auffassung bestehen Millionen von Wesen in einer jeden Zone. Es ist unmöglich, diese Wesen kategorisch in Stufen einzuteilen. Jedes dieser Wesen hat einen gewissen Grad seiner geistigen Entwicklung, seiner Reife, auf Grund dessen ihm eine bestimmte Aufgabe zugewiesen ist.

Menschen, die nicht die magische Entwicklung und die nötige Reife erlangt haben, ist es nicht möglich, über die Sphäre der materiellen Welt hinaus einen Kontakt mit einem Astralwesen anzuknüpfen, geschweige denn erst eine Verbindung mit Wesen herzustellen, die eine übergeordnete Sphäre bewohnen. In unserer grobmateriellen Welt gibt es nur einzelne, die mit ihrem Geist über die Grenze des menschlichen Daseins hinausragen und durch die Erdzone hindurch in eine weitere Zone vorzudringen vermögen.

Menschen, die dies bewußt zustandebringen, nennt die hermetische Wissenschaft Eingeweihte. Ein Eingeweihter ist ein Auserwählter, der nach jahrelanger geistiger Entwicklung die für seine Aufgaben verlangte Reife erreicht hat. Ein echter Eingeweihter ist kein Philosoph, der durch bloßes theoretisches Wissen die Reife erlangt hat, sondern er hat sich nach überaus strenger und andauernder Schulung von der Masse der Alltagsmenschen gelöst und hat sein Wissen praktisch erworben.

Hier gilt das Sprichwort, daß es viele Berufene, aber nur wenig Auserwählte gibt. Es sind jedoch niemand Schranken gesetzt, und ein ernst strebender Schüler der Magie kann nach gewissenhafter Schulung gleichfalls die Vollkommenheit erreichen und zum Auserwählten werden. Ein jeder Mensch auf unserer Erde kann die höchsten Stufen der Reife erklimmen.

Demnach sind nur einzelne Menschen in der Lage, die normale Sphäre der Erdgürtelzone zu überschreiten und mit ihrem Geist die nächstliegende Sphäre aufzusuchen. Diese Menschen sind in der Magie die Vorsteher, die Initiatoren und Lehrer, die die heilige Aufgabe und Pflicht haben, den unter ihnen Stehenden auf dem geistigen Wege behilflich zu sein. Derselbe Vorgang gilt nach universalen Gesetzen auch in den über der Erdzone sich befindlichen weiteren sieben Zonen. Und diese einzelnen von den Millionen Wesen der bevölkerten Zonen, die in ihrer Entwicklung den nötigen Reifezustand erlangten, sind wiederum die dortigen Vorsteher oder Herrscher und Eingeweihten.

So wie in der Erdgürtelzone laut Reifegrad und Kenntnis einem Eingeweihten die entsprechende Würde verliehen wird und er den Rang eines Barons, Grafen, Freiherrn, Fürsten, Herzogs usw. einnimmt, ebenso haben auch die Vorsteher der übrigen Zonen ihren Rang, ihre Würde und ihre Bezeichnung. Der Magier wird sich klar darüber sein, daß diese Rang- und Titelbezeichnungen den Reifegrad eines Wesens symbolisch darstellen und wird sich sicherlich keinen physischen Rang darunter vorstellen. Nur die Vorsteher, also die Eingeweihten der einzelnen Zonen, sind demnach in der Lage, mit ihren Ursachen und Wirkungen auf unserer Ebene, ob in der Mental-, Astral- oder grobstofflichen Welt, ihren Einfluß geltend zu machen.

Welchen Einfluß ein jedes Wesen in bezug auf unsere Welt analog zu vollbringen hat und vermag, schildere ich der Reihe nach in einem weiteren Kapitel, betreffend die Hierarchie der Wesen. Gerade so, wie es in der Erdzone positive, also gute und negative, unserer Anschauung nach schlechte Wesen gibt, so ist dies in allen anderen Zonen der Fall. Die guten oder positiven Kräfte und Wesen werden allgemein als Engel und Erzengel, die negativen Wesen als Dämonen und Erzdämonen bezeichnet.

Auch bei den negativen Wesen besteht die gleiche Rangordnung, so daß es gewöhnliche Dämonen, Barone, Grafen usw-. gibt. Der normale Mensch wird sich diese Wesen nach seinem Fassungsvermögen vorstellen und in seiner Phantasie die Engel und Erzengel mit Flügeln und die Dämonen und Erzdämonen mit Hörnern ausstatten. Wer sich in der Symbolik gut auskennt, wird sich auch diese Auffassung hermetisch richtig zu deuten wissen. Einem Magier ist bekannt, daß ein Engel keine Flügel im wahren Sinne des Wortes besitzt, und er wird die symbolische Bedeutung dadurch richtig erklären, daß die Flügel dem Vogel analog sind, der sich über uns in der Luft frei bewegen kann.

Die Flügel sind das Symbol des uns Übergeordneten, das Symbol der Leichtigkeit, Freiheit, Hemmungslosigkeit, und gleichzeitig das Symbol des über unserer Erde schwebenden leichteren, somit alles durchdringenden Prinzipes. Die negativen Wesen oder Dämonen werden zumeist mit tierischen Symbolen gekennzeichnet und mit Hörnern, Tierschwänzen, ferner als ein Gemisch von Tier und Mensch.

Ihre Symbolik ist wiederum das Entgegengesetzte vom Guten und bedeutet das Untergeordnete, Unvollkommene, Fehlerhafte usw. Ob nun die Wesen, positive und negative, in ihren Heimstätten tatsächlich die ihnen von den Menschen zugedachten Formen besitzen und sich gegenseitig so zeigen, mag für den Uneingeweihten dahingestellt bleiben. Der Magier, der sich durch das mentale und astrale Wandern in die einzelnen Zonen selbst zu versetzen vermag und sich mit der Zonenschwingung influenziert, so daß er für die Dauer seines vorübergehenden Aufenthaltes selbst zu einem Bewohner der betreffenden Sphäre wird, macht die Erfahrung, daß dem nicht so ist.

Ohne seine Individualität zu verlieren, wird er dort ganz andere Formen wahrnehmen, die sich mit Worten nicht wiedergeben lassen. Er wird die dort vorhandenen Wesen und Vorsteher nicht als personifizierte Wesen, sondern als Kräfte und Schwingungen, die den Namen und Eigenschaften analog sind, wahrnehmen. Wollte er von seinem individuellen
Standpunkt aus eine dieser Kräfte konkretisieren oder ihr eine seiner Aufnahmefähigkeit zugängliche Form geben, so würde ihm diese Kraft in jener Form erscheinen, die seinem symbolischen Auffassungsvermögen entspricht, ohne Rücksicht darauf, ob es sich um positive Kräfte-Engel oder um negative Kräfte-Dämonen handeln sollte.

Arbeitet ein Magier mit Wesen, so vollführen die Wesen die Ursachen in den Zonen, auf die er seinen Einfluß geltend macht. Der Quabbalist dagegen versetzt sich mit seinem Geist in die Zone, in der Ursache und Wirkung hervorgebracht werden sollen. Obwohl er die Gesetze der Zone ebenfalls beherrscht, erreicht er seinen Zweck nicht durch Vermittlung der dort wohnenden Wesen, sondern schafft alles selbst mit Hilfe des quabbalistischen Wortes. Näheres darüber bleibt dem nächsten Werk, "Der Schlüssel zur wahren Quabbalah", vorbehalten.

Diese Arbeitsart ist eine ganz andere, aber der Magier kann auf der jetzigen Entwicklungsstufe nichts anderes tun, als sich vorderhand der Wesen zu bedienen, so lange, bis er auch die höhere Entwicklung erreicht hat. Jeder Quabbalist muß unbedingt vorher Magier gewesen sein, um nachher anders und vorteilhafter arbeiten zu können.

Evoziert der Magier ein Wesen ohne Kenntnis seiner Form aus einer anderen Zone in die Erdzone oder auf unsere grobstoffliche Welt, dann muß das Wesen, wenn es eine sichtbare Form annehmen will, jene wählen, die seine Eigenschaft symbolisiert, um mit dem Magier in Kontakt zu kommen. Ein gewöhnlicher Dämon bringt dies nicht zustande, denn einem Dämon, der nicht die nötige Reife besitzt, ist es nicht möglich, sich aus seiner Sphäre in die Erdzone und in unsere materielle Welt zu verdichten. Darum ist in den meisten Beschwörungsbüchern von einfachen Dämonen keinerlei Erwähnung, sondern es wird ausschließlich von Wesen mit Rang und Titel gesprochen. Ausführlich schreibt jedoch kein einziges Buch darüber.

Es dürfte die Frage aufkommen, ob ein Wesen, eine andere Zone bewohnend, in der Lage wäre, einen Eingeweihten, also einen Menschen geistigen Ranges, in seine Zone zu beschwören - zu evozieren -. Vom hermetischen Standpunkt aus muß diese Frage verneint werden, da ein Mensch und insbesondere ein Eingeweihter ein gottähnliches Wesen ist, somit den Makrokosmos im Kleinen symbolisiert und die vollkommene Autorität im Mikro- und im Makrokosmos darstellt. Infolgedessen kann ein Magier außer von der Göttlichen Vorsehung von keinem Wesen, und wäre es noch so hochstehend, zu irgend etwas gezwungen werden.

Alle Vorsteher ohne Unterschied des Ranges und der Zone, ob gute oder schlechte, sind nur Teilaspekte des Makrokosmos und dürfen ohne Zulassung der Göttlichen Vorsehung einem vollkommenen Magier, der die Gottverbundenheit in sich verwirklicht, weder ihren noch einen anderen Willen aufdrängen, sondern alle Wesen müssen dem Willen des Magiers unbedingt Folge leisten. Wie aus vielem anderen, so auch hieraus ersieht der Magier den wahren Wert des Menschen und namentlich des gottverbundenen Menschen und seiner Bedeutung in der Schöpfung.

Will ein Wesen einer anderen Zone entweder auf ßefehl der Göttlichen Vorsehung oder aus eigenem Ermessen auf die Erdzone und namentlich auf unsere grobstoffliche Welt, ob auf mentale, astrale oder grobstoffliche Art, herabsinken, dann muß das Wesen oder der Vorsteher, welchen Ranges immer er auch sein mag, diejenige symbolische Form annehmen, die den Eigenschaften der ihm innewohnenden Sphäre entspricht.

So z. B. wird ein Engel, der in der Haupteigenschaft die Liebe symbolisiert, als vollkommene Schönheit erscheinen, und wiederum ein Wesen, dessen Eigenschaft die Strenge ist, dieser Eigenschaft entsprechend in Erscheinung treten. Bei den negativen Wesen ist es genau dasselbe, und diese werden je nachdem, was für negative Eigenschaften sie verkörpern, beim Erscheinen auf der Erdzone und eventuell auf der grobstofflichen Welt jene Formen annehmen, die ihre Eigenschaften symbolisieren. Auf Grund der Erscheinung eines Wesens, ob positiv oder negativ, ohne Unterschied, aus welcher Zone es kommt wird ein in der Symbolik gut bewanderter Magier augenblicklich auf die Eigenschaften schließen können.

Die Eigenschaften des Wesens, seine Erscheinung und symbolische Darstellung, entsprechen genau seinem Namen und laut Analogiegesetz allen anderen Entsprechungen, so daß sich ein Wesen auch des höchsten Ranges keinen Namen geben darf, der nicht seinen Eigenschaften zukommen würde. Ein Magier kann, namentlich wenn er quabbalahkundig ist, laut Analogiegesetz die Entsprechungen genau kontrollieren und sich überzeugen, ob die Behauptung eines Wesens mit der Tatsache übereinstimmt.

Kein einziges Wesen, nicht einmal das verlogenste und schlechteste, wird sich jemals trauen, dem vollkommenen Magier einen anderen Namen anzugeben als jenen, den es in Wirklichkeit trägt, und ebensowenig wird es eine andere Form annehmen als diejenige, die seinen Eigenschaften zusteht. Dem vollkommenen Magier steht es dann natürlich frei, je nach Wunsch dem in seiner wahren Form erschienenen Wesen den Auftrag zu erteilen, es solle eine Form annehmen, die ihm - dem Magier - zweckmäßig erscheint. Dem echten Magier wird das Wesen immer gehorchen, da, wie schon zu wiederholten Malen gesagt, der wahre Magier die vollkommene Autorität, den Gottmenschen, darstellt.

Ein jedes Wesen aus jeglicher Zone, ob gut oder schlecht, ob Engel oder Erzengel, Dämon oder Erzdämon, ist von der Göttlichen Vorsehung in seinen Eigenschaften beschränkt und ist von diesen in seiner Zone abhängig. Deshalb wird der Magier gut tun, von einem Wesen stets nur das zu verlangen, was es auf Grund seiner Eigenschaften vollbringen kann und was im Bereiche seiner Zone liegt. Der Magier muß demnach alle Eigenschaften, Qualitäten, Ursachen und Wirkungen, Kräfte und Einflüsse der einzelnen Zonen gut kennen und sie vollkommen beherrschen, um nicht den Fehler zu begehen, von einem Wesen etwas zu verlangen, was außerhalb seines Zonenbereiches ist.

Würde der Magier diesen Umstand nicht berücksichtigen und von einem Wesen eine Wirkung verlangen, die nicht in seinem Machtbereich liegt, dann könnte das Wesen bestenfalls durch Versetzung in die andere Zone ein für diese Wirkung in Frage kommendes Wesen veranlassen, dem Wunsch und Willen des Magiers nachzukommen. Die eigentliche Wirkung vollbringt dann natürlich nicht das vom Magier gerufene Wesen, sondern ein anderes. Der absolute Wille des Magiers kommt in einem solchen Fall natürlich nicht zum Ausdruck, da die Wirkung ohne sein Wissen durchgeführt wird. Über einzelne Formen von Wesen, wie sie gewöhnlich erscheinen usw., spreche ich eingehend im Kapitel betreffend die Hierarchie.

Den Magier dürfte auch interessieren zu erfahren, auf welche Weise es ein Wesen fertigbringt, von einer anderen Zone auf unserer Ebene, sei es mentalisch, astralisch oder grobstofflich, die gewünschte Wirkung hervorzurufen. Da der Wille und Wunsch des Magiers den Eigenschaften der Zone, mit der er arbeitet, analog ist, so schafft das beauftragte Wesen die für die Wirkung maßgebende Ursache in der Ursachenwelt seiner Zone mit dem elektrischen und magnetischen Fluid, ähnlich wie es beim Voltieren der Fall ist - siehe das zuständige Kapitel im Buch, "Der Weg zum wahren Adepten" - oder direkt durch das Wort - kosmische Sprache - und leitet sie durch die Ursachenwelt der betreffenden Zone imaginativ verdichtet in die Ursachenwelt der Erdzone und von da aus, je nachdem wo die Wirkung erzielt werden soll, in die Mental-, Astral- oder grobstoffliche Ebene.

Dies ist der eigentliche Arbeitsvorgang bei Wesen, die imstande sind, ihren Einfluß von ihrer Zone aus auf unsere Ebene geltend zu machen. Aus sich heraus, frei nach Belieben, hat ein Wesen keinerlei Einfluß auf unsere Ebene. Nur auf strikten Befehl des Magiers mit seiner absoluten Autorität macht das Wesen von seiner Zone aus auf unsere Ebene seinen Einfluß mit Wirkung geltend, wobei das Wesen für nichts verantwortlich ist und jede Verantwortung auf den Magier fällt. Verständlicher ausgedrückt ist also die Arbeit eines Wesens dieselbe, die ein Diener seinem Herrn tut, wobei der Diener gleichfalls nicht die Verantwortung dafür trägt, was er auf Befehl seines Herrn auszuführen hat.

Ein wahrer Magier wird es natürlich niemals wagen, von Wesen - und schon gar nicht von Wesen negativer Art - die Ausführung nachteiliger Wirkungen zu verlangen, denn obwohl er Herr über Leben und Tod, Herr der Gesetze geworden ist, herrscht über ihm die Göttliche Vorsehung, und für böse Taten, die er nicht verantworten könnte, müßte er schwer büßen.

Nun fragt es sich weiter, warum ein Magier bei seinen Arbeiten auf dieser oder jener Ebene und Sphäre ein Elemental, Elementar, ein Astralwesen oder ein grobstofflich verdichtetes Wesen mentalisch, astralisch oder grobstofflich gebraucht und es nicht lieber vorzieht, mit Hilfe seiner eigenen erworbenen Kräfte zu arbeiten und die Wirkung magisch hervorzurufen. Für gewisse Arbeiten der Mentalebene kann der Magier die Wirkungen durch Elementale oder Volte - elektro-magnetisches Fluid - selbst hervorrufen, ferner ist er imstande, durch verschiedene Praktiken mit Elementaren eine grobstoffliche Kraft zu erzeugen und physische Wirkungen hervorzurufen.

Der Unterschied im Arbeiten ist der, daß die von ihm gezeugten Kräfte, Wesenheiten, Wesen - Elementale, Elementare usw. - nicht selbständig handeln können, da sie keine eigene Intelligenz besitzen. Hingegen erfüllt ein Wesen jeder Zone mit der ihm innewohnenden Intelligenz Aufgaben, die eben einen gewissen Intelligenzgrad erfordern. Wo jedoch der Magier bei seiner Arbeit und Erreichung seiner Wünsche ohne ein Wesen auskommen kann, wird er sicherlich davon absehen, ein Zonenwesen für seine Zwecke heranzuziehen. Der Magier evoziert vor allem Wesen um 1. seine Autorität dem Wesen gegenüber zu bezeugen und 2. um von den Wesen über die ihnen zuständige Zone genaue Kenntnis zu erlangen.

Jeder erfahrene Magier, der die grobstoffliche Welt entweder mit seinem Mental- oder Astralkörper verläßt und sich in die verschiedenen Schichten der Erdzone, eventuell auch in die anderen Zonen, begibt, wird die Beobachtung machen, daß alle Wesen sämtlicher Zonen ohne Unterschied ihrer Qualitäten und Eigenschaften eine einzige Universalsprache sprechen, die die Bildersprache genannt wird und die Sprache der Vorstellung ist.

Aus diesem Grunde können sich alle Wesen untereinander verständigen. Diese Erfahrung macht übrigens auch jeder andere Mensch, daß er sich nämlich, sobald er nach dem Abstreifen des physischen Körpers die grobstoffliche Welt verläßt, augenblicklich mit jedem anderen Verstorbenen, ohne Unterschied, welcher Nation dieser früher angehörte, verständigen kann.

Wollte ein Magier in einer anderen Ebene als auf unserer grobstofflichen Welt etwas sprechen, also Gedanken bilden, die er durch den Mund formuliert, entstehen keine Laute und Töne, sondern Schwingungen, die sich sofort in Bildern manifestieren und von jedem Wesen aufgenommen werden.

Verkörpert sich aber ein Wesen auf unsere grobstoffliche Welt, d. h. daß es seine Zone verläßt und sich hier derart verdichtet, daß es gesehen und gehört werden kann, dann verwandelt sich die Bildersprache sofort in die Sprache, die der Magier beherrscht. Würde also ein Magier einen Chinesen oder Inder oder einer sonstigen Nation im materiellen Leben Angehörenden aus der Erdzone in die grobstoffliche Welt verdichten, so stellt er fest, daß das Wesen die Sprache spricht, welche der Magier gut beherrscht.

Einem religiös eingestellten Menschen fällt hierbei sofort ein, daß die Apostel und Jünger Christi, die nach des Heilands Tod vom Heiligen Geiste beschattet wurden, in allen Sprachen der Welt sprechen konnten. Unter den in der Bibel angeführten Worten: "vom Heiligen Geist beschattet" ist nichts anderes zu verstehen, als daß die Jünger, Schüler Christi, von der astralen Seite aus, die sie durch die geistige Beschattung oder Erleuchtung erreichten, imstande waren, die sogenannte Bildersprache in jede andere Sprache, die sie brauchten, umzusetzen.

Dies ist kein Wunder und wird, wie soeben gesagt, von jedem Wesen beherrscht. Jeder in der hermetischen Wissenschaft nur einigermaßen Beflissene wird wissen, daß die kosmische Sprache die Bildersprache ist und daß sich die alten Völker dieser Bilder- oder kosmischen Sprache am meisten bedienten, wovon die Hieroglyphen der alten Ägypter die beste Zeugenschaft abgeben.

Daß dann die in der Bildersprache ausgesprochenen Worte eine besonders starke magische Wirkung hatten, ist außer Zweifel, und man sieht nicht umsonst im Orient und bei Völkern, die sich der Bildersprache bedienten, die Wiege aller Geheimwissenschaften.

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Vor- und Nachteile der Beschwörungsmagie

Die meisten Menschen, denen irgendein Buch über Beschwörungsmagie in die Hände kommt, lassen sich durch verschiedene Methoden dazu verleiten, die empfohlenen Praktiken sofort in die Tat umzusetzen, ohne erst die erforderliche magische Entwicklung hinter sich zu haben. Sie glauben mit einigen in den Vorschriften angegebenen unzulänglichen Vorarbeiten zur Genüge auszukommen.

Die Motive zu diesen überstürzenden Operationen haben zumeist verschiedene Gründe. Bei dem einen ist es pure Neugier, die ihn dazu anhält, sich von der Existenz anderer Sphären zu überzeugen. Ein anderer wiederum wünscht, wirkliche Geister, Wesen und Dämonen zu sehen. Der dritte hofft durch magische Operationen irgendeinen Vorteil zu erreichen. Der vierte möchte gerne Wesen zitieren, um von ihnen gewisse Kräfte und Fähigkeiten zu erlangen, eventuell Frauen zu gewinnen, zu Ehre und Ruhm zu kommen usw. Andere wollen durch die Wesen Verschiedenes eruieren oder etwa unliebsamen Personen Schaden zufügen.

Und so könnten unzählige Motive angeführt werden, die den Unvorsichtigen dazu verleiten, magische Praktiken zu betreiben. Allen diesen Menschen gilt im besonderen dieses Kapitel, damit sie sich die nachstehend angegebenen Warnungen zu Herzen nehmen. Denn ein Nichtwissen schützt keinesfalls vor den Gefahren und Nachteilen, die mit magischen Operationen jeglicher Art verbunden sind, wenn diese ohne vorherige richtige Schulung und Entwicklung unternommen werden.

Wagt sich ein magisch Unentwickelter und Unvorbereiteter an die Praktiken der Beschwörungsmagie heran, so kann er mit Sicherheit annehmen, daß er entweder überhaupt keinen Erfolg haben wird und demzufolge dann alles über den Haufen wirft, oder er wird zum mindesten nur Mißerfolge erreichen, die ihn nur noch mehr zum Ungläubigen machen. Darüber nicht wenig verbittert erklärt er dann alles als Schwindel, ohne vorher die Ursache des Mißerfolges in sich selbst zu suchen und ohne dessen gewahr zu werden, daß er das magische Wissen näher und eingehender verfolgen muß, wenn er Erfolge erzielen will.

Dagegen Menschen, die wenigstens eine teilweise geistige Entwicklung, entweder in der jetzigen Verkörperung oder in der vorherigen Inkarnation, durchgemacht haben und über eine gewisse Imaginationsfähigkeit verfügen, sind schon eher in der Lage, wenn nicht durchschlagende, so zum mindesten Teilerfolge in der Beschwörungsmagie zu erreichen. Diese Menschen werden vom hermetischen Standpunkt aus mit Recht als Zauberer und Nekromanten bezeichnet. Und gerade diese Menschen sind es, die den unsichtbaren Mächten zum Opfer fallen, worüber die Geschichte genügend Beispiele liefern könnte.

Das bekannteste und markanteste Beispiel ist die Faust-Tragödie, die am populärsten Goethe zu schildern verstand. Ich nehme davon Abstand, Faust als Persönlichkeit zu beschreiben, denn jeder wahre Magier wird sich diese Begebenheit selbst richtig erklären können.

Jeder wahre Magier arbeitet bewußt mit den Mächten, ist für diese infolge seiner magischen Entwicklung und Reife eine bestimmte Autorität, Kraft und Macht, und seine Einstellung zu den Wesen ist eine ganz andere, als es beim Zauberer der Fall ist. Auch der Einfluß auf ein Wesen ist durch einen Magier ein ganz anderer, und die Gefahren, denen ein Magier eventuell ausgesetzt ist, sind so minimal, daß es kaum dafür steht, von diesen zu sprechen.

Der Magier unterliegt höchstens nur einigen Versuchungen seitens der Wesen, aber da er das magische Gleichgewicht erreicht hat, kann ihn nichts, nicht einmal die verlockendste Versuchung, von seinem Weg abbringen. Die Wesen erkennen seine Autorität an, sehen in ihm den Herrn, das Abbild der Schöpfung, somit das Ebenbild Gottes, und dienen ihm gern, ohne es zu wagen, für ihre Dienste irgendwelche Gegendienste zu beanspruchen. Anders dagegen verhält es sich bei einem Nekromanten oder Zauberer, der außerstande ist, die erforderliche Autorität den Wesen gegenüber aufzubringen. Dieser läuft Gefahr, das Gleichgewicht auf Kosten seiner Individualität und magischen Entwicklung zu verlieren.

Verfügt ein Nekromant oder ein Zauberer über gute Phantasie und vermag er sein Bewußtsein wenigstens teilweise zu erheben, so kann es vorkommen, daß es ihm bei einer magischen Operation unter Anwendung magischer - wenn auch barbarischer - Namen dennoch gelingt, daß eine von seinen Anrufungen tatsächlich in die Sprache der Wesen umgebildet wird und jenes Wesen, das er ruft, diese Sprache vernimmt. Es fragt sich nur, ob das Wesen auf die Anrufung reagiert und den Wünschen des Zauberers nachkommt.

Das Wesen fühlt sofort heraus, ob der Zauberer so weit reif und entwickelt ist, um einen Zwang ausüben zu können, oder ob es sich ihm lächelnd entgegensetzen kann. Handelt es sich bei der gerufenen Kraft um ein positives, somit gutes Wesen, bemitleidet dieses den Zauberer. Geht es um ein gleichgültiges, weniger aktives Wesen, und ist der Wunsch des Zauberers nicht solcher Art, daß ihm die Verwirklichung desselben schaden könnte, macht das Wesen ab und zu eine wohlwollende Geste und kommt dem Wunsch des Zauberers nach.

Hegt aber der Zauberer Wünsche, mit denen er sich selbst und anderen Menschen schaden würde, die Verantwortung dafür jedoch nicht auf sich nehmen kann, dann wird natürlich das Wesen auf die Anrufung des Zauberers nicht reagieren. Alle in den verschiedenen Büchern angegebenen Zwangsmittel, deren sich die Zauberer bedienen, um Wesen für ihre Wünsche zu gewinnen, sind machtlos und leere Worte, die auf die Astralwesen entweder einen minimalen oder überhaupt keinen Einfluß ausüben.

Negative Wesen dagegen reagieren eher auf negative und schlechte Vorhaben, die sie dem Zauberer verwirklichen helfen. Aber auch ein Dämonen-Vorsteher weiß sehr gut, daß er den Wünschen des Zauberers nicht nachzukommen braucht, wenn der Zauberer Wünsche hegt, die ihn stark karmisch belasten würden oder die er karmisch nicht verantworten könnte. In einem solchen Fall würde sich nicht einmal ein Dämon trauen, den Wunsch des Zauberers zu erfüllen, denn das Wesen ist, wenn auch negativer Art, von der Göttlichen Vorsehung abhängig. Es kann nach eigenem Ermessen keine Schwingungen hervorrufen, die einen chaotischen Zustand in der Harmonie einer Ebene verursachen würden.

Deshalb muß immer wieder darauf hingewiesen werden, daß für die Evokation von Wesen aus jeglicher Sphäre eine bestimmte magische Entwicklung und magische Reife unbedingt notwendig ist, um 1. sein Bewußtsein in die betreffende Ebene oder Zone versetzen zu können und 2. seine Gedanken in die Bildersprache oder in die kosmische Sprache umzuwandeln, damit ein Wesen unsere Sprache versteht.

Auf Grund dieser Hinweise wird der Magier seinem angelegten Buch der Zauberformeln erst so recht den wahren Wert beilegen und sehen, daß es eigentlich ein Sprachbuch der kosmischen Sprache ist, in dem er den ganzen Arbeitsvorgang bei seiner Evokationsmagie, umgewandelt in die symbolische Bildersprache, vermerkt.

Ein Nekromant oder ein Zauberer, der nach den unheimlichsten Ritualen arbeitet und die barbarischsten Anrufungen und Geisterbeschwörungen vornimmt, ist keinesfalls in der Lage, eine systematisch geordnete Anrufung zu vollbringen, d. h. mit dem Wesen zu sprechen, geschweige denn erst, eine Autorität zu sein, da ihm hierzu die magische Reife und Entwicklung fehlt. Ein Nekromant kann höchstens einen ekstatischen Zustand bei der Operation erreichen, was als nicht mehr als nur ein Schrei in die betreffende Zone betrachtet werden kann, selbst dann, wenn seine Zitationen noch so schauderhaft sind und ihm so vielversprechend vorkommen.

In den meisten Fällen unterliegt der Zauberer infolge seines ekstatischen Zustandes den verderblichsten Halluzinationen. Bei günstigem Verlauf kann durch so eine nicht ausreichende Evokation des Zauberers infolge der ekstatischen Anspannung seiner Nervenkräfte unbewußt ein Elemental oder Elementar geschaffen werden, je nachdem, wieviel Nervenkraft er aus seinem magischen Kreis in sein Dreieck projiziert. Dieses Elementar nimmt dann unbewußt die Form des gewünschten Wesens an, was aber der Zauberer nicht zu unterscheiden vermag. Der Zauberer hält natürlich das Elementar für das von ihm beschworene Wesen. Solch ein Elementar ist dann imstande, bei seinem Erzeuger bestimmte Wünsche zu erwecken und diese zu befriedigen. Über diese Gefahr habe ich bereits im ersten Band, "Der Weg zum wahren Adepten", eingehend geschrieben.

Im Zusammenhang damit mache ich darauf aufmerksam, daß der Magier völlige Klarheit auch darüber haben muß, was ein Pakt ist, wie dieser zustande kommt, worin seine Nachteile bestehen usw. Anschließend schreibe ich darüber ausführlich.

Falls es einem Zauberer oder Nekromanten gelingt, durch eine ekstatische Emporhebung seines Geistes bei der Evokation tatsächlich einen Vorsteher einer bestimmten Sphäre in die grobstoffliche Welt herunterzubeschwören, wird der Vorsteher, wenn es sich um einen mit negativen Eigenschaften handelt, es in einem solchen Falle immer darauf abgesehen haben, nicht nur die Seele, sondern auch den Geist des Zauberers in seinen Bann zu bekommen und ihn von sich abhängig zu machen.

Der Zauberer fühlt gewöhnlich schon bei der zweiten und dritten Operation, daß er nicht mehr imstande ist, denselben ekstatischen Zustand herbeizuführen, der ihm dazu verhalf, einen gewissen Einfluß auf die betreffende Sphäre auszuüben. Aus diesem Gefühl heraus befällt ihn eine innere Unsicherheit, die ihn zumeist dazu veranlaßt, das ihm erschienene Wesen buchstäblich an sich zu reißen, um seine Wünsche verwirklicht zu sehen. Der Vorsteher, der dem Zauberer nun erscheint, würde überhaupt nicht auf seine Worte reagieren, wenn er nicht wüßte, daß des Zauberers Seele und Geist für ihn reif genug sind und es sich daher lohnt, beides anzustreben.

Der Wesen-Vorsteher sieht die vielen karmischen Entwicklungen, die der Zauberer vielleicht schon durchgemacht hatte, auf Grund welcher er einen gewissen Grad von Intelligenz und Reife erlangte, und ist sich dessen gewiß, daß der Zauberer ihm nach dem Tode in seiner Sphäre gute Dienste leisten könnte. Von all dem weiß das Wesen schon in seiner Sphäre Bescheid, während der Zauberer seine Operationen vollführt. Steht ihm dieser Fall dafür, erscheint dem Zauberer ein Vorsteher, namentlich einer der negativen Kräfte, und trachtet, ihn auf die erdenklichste Weise für sich zu gewinnen.

Je nach dem Charakter des Zauberers bedient sich solch ein Wesen der verschiedensten Methoden, kennt genau die wundesten Punkte, wo der Zauberer getroffen werden kann. Ist der Zauberer etwa ängstlicher Natur, so versucht das Wesen, ihn einzuschüchtern und gefügig zu machen. Ist sich aber der Zauberer seiner Seelen- und Geistesstärke einigermaßen bewußt, dann kommt ihm das Wesen mit allerhand Versprechungen, z. B., daß es ihm jeden Wunsch erfüllen, ihn in alles einweihen werde usw. Es weist aber gleichzeitig darauf hin, daß es ohne ein gegenseitiges Bündnis nicht möglich sei, und macht ihn auf die Vorteile eines Bündnisses - Paktes - aufmerksam.

Nun liegt es natürlich an dem Zauberer, den Versuchungen des Wesens zu widerstehen und sich dem Wesen entgegenzustellen. Ein Kampf mit dem eigenen Gewissen beginnt und ist sehr groß, denn das Gewissen des Menschen ist ja die subtilste Form der Göttlichen Vorsehung. Will der Zauberer die göttlichen Warnungen seiner inneren Stimme, also seines Gewissens, nicht hören und unterdrückt er dieselben bei ihrem wiederholten Auftreten wissentlich, dann ist er dem Wesen verfallen und schließt mit ihm gewöhnlich einen Pakt oder ein Bündnis ab.

Dieses Thema dürfte sicherlich jedermann interessieren, weshalb ich mich dabei ein bißchen aufhalte, um es vom hermetischen Standpunkt aus näher zu betrachten. Warum sehnt sich ein Wesen nach der Seele und nach dem Geist des Zauberers? Die Gründe dafür sind mehrere. l. wird kein einziges Wesen, und schon gar nicht ein negatives, dem Zauberer irgend etwas vollbringen, ohne auf Vergeltung zu rechnen. Ein Zauberer ist nach Zustandekommen des Paktes genötigt, nach dem Abstreifen seines physischen Körpers die Erdzone zu verlassen. Er wird tatsächlich, wie es legendar heißt, vom Teufel geholt und muß sich in die Sphäre jenes Wesens begeben, mit dem er das Bündnis abgeschlossen hatte, um ihm dort als Untergebener zu dienen.

Der Vorsteher, mit dem der Pakt abgeschlossen wurde, benützt solche abgeschiedenen Zauberer meistens dazu, daß er sie in die verschiedenen Bereiche der Erdzone, ob auf die mentale, astrale oder grobstoffliche Ebene, schickt, wo sie nun für ihren Herrn Dienste zu vollbringen haben, die der negativen Sphäre des Wesens entsprechen. Ein Vorsteher verbündet sich gern mit einem Zauberer, da ein Zauberer als Mensch nach dem Ebenbilde Gottes erschaffen, somit vierpolig ist und dadurch bei weitem mehr Möglichkeiten hat als der Vorsteher selbst.

In den meisten Fällen macht ein Vorsteher seinen untergebenen Diener, also den Menschen, zu einem sogenannten Spiritus familiaris oder Dienstgrad und stellt ihn anderen ähnlichen Zauberern zur Verfügung. Als Spiritus familiaris wird der Zauberer für diese Funktion von seinem Vorsteher mit aller Macht, die diesem zu Gebote steht, ausgestattet, da ihn ja der Zauberer von jetzt ab vertritt.

Die Übertragung der Macht auf den Zauberer geschieht dadurch, daß dieser entweder von dem Vorgesetzten oder von dem Dämonenfürsten ein Ankhur oder eine Zonenkraftinfluenzierung bekommt, womit er entweder selbst die ihm auferlegten Wirkungen hervorruft und die gewünschten Resultate erzielt, oder aber es werden ihm sogar Dienstgeister zur Verfügung gestellt, die seine Wünsche erfüllen. Ob solche Dienstgeister vielleicht auch Opfer oder direkte Bewohner der Zone und Untergebene ihres Herrn sind, ist schwer feststellbar, denn solche Wesen dürfen über sich selbst nichts verraten.

Es wird aber auch so gehandhabt, daß bei einem solchen Dienstgeist unerwünschte Phasen aus seinem Gedächtnis oder aus seinem Bewußtsein durch ein magisches Wort oder eine andere Praktik ausgelöscht werden. Und so ist der Zauberer trotz seiner vierpoligen Beschaffenheit von der Sphäre des Vorstehers - also seines Herrn - abhängig, was ihn daran hindert, sich von dem Bande, das zwischen ihm und seinem Vorsteher besteht, zu befreien und nach eigenem Willen zu handeln. Er wird zum willenlosen Werkzeug des Vorstehers und muß alle seine Befehle ausführen.

Nach Abschluß des Paktes beginnt der Zauberer mit der Arbeit erst nach Wochen oder Monaten, bis er von den Vorgesetzten in die verschiedenen Praktiken eingeweiht ist und unterrichtet wird, wie er die Kräfte zu gebrauchen hat. Der Abschluß eines Paktes unterscheidet sich nicht viel von den in den Grimoarien oder Zauberbüchern angeführten Pakten. Nur besteht eine ganz kleine Abweichung, die vielleicht weniger bekannt sein dürfte, darin, daß den Pakt nicht das Wesen selbst aufstellt, sondern der Pakt wird vom Zauberer, ähnlich wie das Buch der Formeln, verfaßt und aufgeschrieben.

Die Abfassung des Paktes geschieht mit gewöhnlicher Tinte, es kann natürlich auch Spezialtinte sein, je nachdem, wie es die maßgebenden Rituale verlangen. Dieser Umstand ist jedoch nicht so ausschlaggebend. Im Pakt wird genau vermerkt, was für Dienste das Wesen zu leisten hat, welche Wünsche es erfüllen wird, welche Möglichkeiten der Pakt dem Zauberer bietet, und alle übrigen Bedingungen, die das Wesen dem Zauberer gegenüber einzuhalten hat, werden mit aufgenommen.

Auf einer anderen Seite des Paktes sind wiederum jene Verpflichtungen angegeben, die einesteils der Zauberer dem Wesen gegenüber übernimmt, und zweitens solche Verpflichtungen, die sich das Wesen selbst stellt. Ferner, auf welche Art und Weise der Vorsteher zu rufen ist und ob er sichtbar oder unsichtbar zu erscheinen habe, wie mit Dienern, die dem Zauberer etwa zur Verfügung gestellt werden, umzugehen sei usw.

Der wichtigste Punkt ist die Dauer des Paktes und daß sich der Zauberer nach abgelaufener Frist verpflichtet, in die Sphäre des Dämons einzugehen. Auch die Art, wie sich das Ableben des Zauberers von der materiellen Welt und das Hinübergehen in die Sphäre des Vorstehers abspielt, wird paktmäßig vereinbart. Alle Punkte und Bedingungen werden von beiden Seiten bestätigt, und das Wesen malt gewöhnlich auf mediale Art durch die Hand des Zauberers das betreffende Siegel als Unterschrift, d. h. als Bestätigung des gegenseitigen 'Übereinkommens.

Es kann auch vorkommen, daß das Wesen darauf Wert legt oder sogar darauf besteht, daß die Unterschrift mit dem Blut des Zauberers geschieht, aber es gab und gibt Pakte, wo dies nicht direkt verlangt wird. Im allgemeinen wird ein Pakt zweifach ausgefertigt, wobei das eine Exemplar dem Zauberer zukommt, das andere das Wesen erhält. Es heißt zwar, daß sich das Wesen beide Ausfertigungen mitnimmt, was jedoch selten und vielleicht nur bei einer gewissen Kategorie von Wesen vorkommt. Üblicherweise wird das zweite Exemplar vom Zauberer zusammengefaltet und verbrannt. Durch das Verbrennen werden die Ideen und Gedanken, die an dem Paktabschluß haften, der zustehenden Zone übermittelt.

Auf diese und ähnliche Weise mit nur unbedeutenden Änderungen werden Paktabschlüsse namentlich mit negativen Wesen gemacht. Ein Pakt kann weder vom Zauberer noch von dem Wesen gebrochen werden und ist unbedingt einzuhalten. Vielfach kommt es vor, daß das Opfer nicht einmal weiß, daß es einem Pakt verfallen ist, und geht in die Sphäre ein, ohne sich dessen bewußt zu sein, daß es dort eigentlich als Diener die ihm vom Wesen geleisteten Arbeiten abzahlen muß.

Nimmt bei einem Zauberer das Gewissen noch vor Ablauf des Paktes überhand und er versucht, auf irgendeine Weise loszukommen, dann setzt das Wesen alles daran, um dem Zauberer auf die tückischste Weise zu schaden und trachtet, ihn zu vernichten. Viele Hexenprozesse waren der untrügliche Beweis hierfür, und Zauberer, denen es leid getan hatte, einen Pakt abgeschlossen zu haben und die darum Mittel und Wege suchten, die sie vom Pakte befreien könnten, haben auf Anlaß des Wesens den Paktbruch schwer büßen müssen.

Viele Zauberer des Altertums sind nur deshalb dem Scheiterhaufen nicht entgangen, weil in ihnen der Gedanke und göttliche Funke überhand nahm und sie lieber den Tod wählten, als bis zum Ablauf des Paktes mit einem Dämon im Kontakt zu bleiben. Dagegen Zauberer, die sich streng an das Paktabkommen hielten und bis zum gänzlichen Ablauf der Frist alles genau eingehalten haben, standen immer unter dem Schutz ihrer dunklen Mächte, und keine Macht der Welt konnte ihnen etwas antun. Diejenigen, die in der Pakteinhaltung unstet waren oder ihren Fehler bedauerten, waren natürlich den Verfolgungen des Wesens stark ausgesetzt, denn das Wesen wußte immer Mittel und Wege zu finden, um seinem gewesenen Schützling zu schaden.

Die soeben beschriebene Paktform kann als die übliche bezeichnet werden, denn der Zauberer trachtet, die Verbindung mit einem Wesen durch die evokative Magie herzustellen und dann auf diese oder jene Weise den Kontakt mit dem Wesen direkt oder durch Dienstgeister, die dem Wesen zur Verfügung stehen, aufrecht zu erhalten.

Es wird vielleicht die Frage aufkommen, ob ein solcher Zauberer einem Wesen und Vorsteher auf ewig ausgeliefert ist. Für Magier, die in allen Sphären daheim sind, ist diese Frage kein Problem. Sobald ein Zauberer nach einer gewissen Frist, die nach unserer Zeitrechnung auch Hunderte von Jahren dauern kann, da es ja in den Sphären weder Zeit noch Raum gibt, seinem Vorsteher mit Zins und Zinseszins alle Dienste abgezahlt hat, die ihm der Vorsteher auf unserer Erde erwiesen hatte, rührt sich im verstärkten Maß bei ihm das Gewissen, und seine vierpolige Beschaffenheit fühlt sich allmählich von den Banden befreit.

Hat der Zauberer bis auf den letzten Heller alle Schuld beglichen, kann er wieder über sich selbst verfügen. Unterdrückt er aber auch dann noch das Gewissen, das in ihm aufkommt, oder will er es nicht hören, bleibt er weiterhin in der Sphäre seines Vorstehers. Nach und nach verliert er dann seine Vierpoligkeit und identifiziert sich derart mit der Ebene, in der er sich befindet, daß er ihre Schwingungen für immer aufnimmt und sich auf diese Weise selbst verdammt. Der Zauberer hört dann auf, Mensch nach dem Ebenbilde Gottes zu sein und wird zu einem Wesen dieser Sphäre, sinkt also zu einem Dämon hinab. Dies ist wohl der bedauerlichste Zustand und läßt sich vom religiösen Standpunkt aus als Verdammnis, als wahre Sünde wider den Heiligen Geist, benennen.

Das wäre so der ganze Vorgang eines Bündnisses, das ein Zauberer mit einem Wesen einer anderen Zone abschließt. Folgt jedoch der Zauberer der Stimme seines Gewissens, so verläßt er die Zone des Vorstehers und findet seine Heimstätte in der Erdzone, wo er die Möglichkeit hat, wieder als vierpoliges Wesen diese Zone zu bewohnen und die geistige Entwicklung wieder anzutreten. Benötigt er hierzu eine Verkörperung auf unserer grobstofflichen Welt, bekommt er diese ohne weiteres, denn auf der grobstofflichen Welt ist es ihm bei weitem mehr möglich, sich zu läutern und wie jedes andere Wesen seine magische Entwicklung zu verfolgen.

Ein abermals verkörperter Zauberer kann sich dann auf unserer Welt sehr große magische Kräfte aneignen, da er ja schon mit Kräften der negativen Sphäre gearbeitet hatte. Solche wiedergeborenen Zauberer sind die geborenen Magier, denn ohne viele Kenntnisse sammeln zu müssen und ohne besonderes magisches Training durchzumachen, besitzen sie angeborene Zauberkräfte.

Daß dann die Versuchungen auf unserer Erde, diese Kräfte zu mißbrauchen, wieder auftreten und daß eventuell derselbe Vorsteher, vielleicht unter einer anderen Maske, es neuerdings anstrebt, sein ehemaliges Opfer wieder auf seine Seite zu bekommen, um ihn nach dem Ableben in seine Sphäre zu reißen, ist unbestreitbar. Auf dieser Erde hat solch ein Zauberer einen viel freieren Willen und kann solchen Versuchungen mehr standhalten.

Auch sein Gewissen arbeitet durchdringender und warnt den Zauberer mehr als das Gewissen eines Menschen, der keine solche Laufbahn hinter sich hat. Nur höchst selten kommt es vor, daß ein Zauberer ein zweites Mal fällt. Gewöhnlich ist er durch seine Erfahrungen so geläutert, daß er sich auf den wahren magischen Pfad begibt und weniger dazu neigt, den Kontakt mit Dämonen oder negativen Wesen anzuknüpfen.

Diese Schilderung wahrer Begebenheiten möge allen nach Erkenntnis strebenden Menschen als Warnung dienen, ja nicht den Weg der Zauberei zu gehen, denn wie man aus dem hier Gesagten ersieht, bedeutet ein solcher Fall einen großen Rückschritt in der Evolution oder geistigen Entwicklung des Menschen. Daß das hier Beschriebene keine Phantasterei, sondern eine traurige, doch wahre Tatsache ist, davon kann sich der wahre Magier selbst überzeugen.

Ein abermals verkörperter Zauberer, der sich auf den richtigen Weg der Einweihung begibt, ist bei weitem größeren Versuchungen ausgesetzt als der normale Mensch, der sich erst von Grund auf entwickeln muß. Die Ebenen, die ihn einstmals gefangen hielten, versuchen immer wieder auf die raffinierteste Weise, ihr einstmaliges Opfer in ihren Bann zu bekommen.

In diesem Werk will ich niemand aus der Geschichte und aus der Neuzeit nennen, der Pakte mit Wesen eingegangen ist. Aber außer den der Öffentlichkeit bekannten Fällen, wie Faust und Urban-Grandier, gibt es zahlreiche andere, von denen die Öffentlichkeit keine Ahnung hat.

Es gibt noch eine andere Art des Paktabschlusses, die nur sehr wenigen Eingeweihten bekannt ist. Bei der Kontaktherstellung mit verschiedenen Wesen möge sie allen als Warnung dienen. Diese Paktart wird nicht direkt, sondern durch Vermittlung eines bereits bestehenden menschlichen Körpers gehandhabt. Welche von den Paktarten größere Vorteile bietet, bleibt der Ansicht des einzelnen überlassen. Die weniger bekannte Art kann sowohl von Verstorbenen als auch von anderen Wesen der Erdzone und sogar von Wesen höherer Zonen vorgezogen werden.

Die Herstellung eines Kontaktes mit einem menschlichen Wesen bedingt die Beherrschung der Elemente, des Licht- und Akashaprinzipes seitens des menschlichen Wesens und bei dem, das die Verbindung respektive einen Paktabschluß mit dem menschlichen Wesen anstrebt, eine höhere Intelligenz und magische Reife. Vom hermetischen Standpunkt aus betrachtet ist diese Paktart durchaus durchführbar und wird von einigen Zauberern praktiziert, ohne daß sich diese von der Umwelt durch etwas Ungewöhnliches oder Übernatürliches unterscheiden.

Nur dem tatsächlich gut geschulten Hellseher und dem Auge eines wahren Magiers ist es möglich, eine Pakteingehung zu erkennen. Gewöhnlich wird der Zauberer auf diese Art des Paktes von dem Wesen aufmerksarn gemacht, und namentlich die Elementewesen, die ja der Erde am nächsten sind, bieten sie einem Zauberer an.

Falls alle Bedingungen vorherrschen, ist das Zustandekommen dieses Paktes sehr einfach. Die Methode beruht auf folgendem magischen Vorgang: Das Wesen sucht sich irgendwo in der materiellen Welt einen physischen Körper, der gerade im Sterben begriffen ist. In diesem Fall wird einem gesunden Körper der Vorzug gegeben, der nur durch eine kleine Ursache, entweder Unfall u. dgl., den unmittelbaren Tod zur Folge hatte. Auch Körper mit raschen Lungenentzündungen, Gehirnhautentzündungen, plötzlichem Herzschlag, kommen für diese Zwecke in Betracht. Dagegen wird ein Körper gemieden, der etwa durch Tuberkulose oder durch eine andere Infektionskrankheit lebenswichtige Organe zerstört hat und diese Organe die Ursache des Ablebens des menschlichen Geschöpfes sind.

Die Wiederherstellung der Harmonie in einem durch derartige Krankheiten zerstörten Körper würde nämlich große Mühe bereiten. In jenem Augenblick, wo das Band zwischen Körper, Seele und Geist reißt, die Lebensmatrize somit unterbrochen wird, nimmt das fremde Wesen von dem menschlichen Körper Besitz und kann durch die bereits bekannte Praktik, die ich im ersten Buch "Der Weg zum wahren Adepten" beschrieben habe, mit Hilfe des Lichtfluids ein neues Band zwischen sich und dem Körper schaffen.

Es ist selbstverständlich, daß das Wesen, ehe es die Verbindung mit dem physischen Körper eingeht, den Astralkörper nach der Form und Größe des betreffenden menschlichen Körpers aus dem Elementestoff bildet und die zwei Lebensbänder, die Mental- und Astralmatrize, in Einklang bringt.

Ein sich auf diese Weise des menschlichen Körpers bemächtigendes Wesen wird demnach zu einem vollkommenen Menschen in einem geliehenen Körper. Dem Äußeren nach und in den Augen der Angehörigen erweckt es den Anschein, als ob die im Absterben begriffene Person wie durch ein Wunder aus tiefer Agonie erwacht ist und allmählich wieder gesundet. So spiegelt sich der ganze Vorgang in den Augen der Angehörigen oder derjenigen Personen, die von all dem nichts wissen und auch nicht in der Lage sind, hellsichtig das Heraustreten des Astralkörpers aus dem physischen Körper zu beobachten.

Da das Wesen eine fabelhafte Anpassungsfähigkeit besitzt und alle drüben beherrschten Fähigkeiten und Kräfte in sich aufrecht hält, ferner alles genau weiß, spielt es vorläufig die Rolle der in Wirklichkeit abgeschiedenen Person weiter, trachtet jedoch, bei der ersten besten Gelegenheit aus der Nähe der Angehörigen der verstorbenen Person zu verschwinden und in den Kontaktbereich des Zauberers zu gelangen, ohne besondere Aufmerksamkeit dadurch zu erwecken.

Das Wesen behält in dem Körper, den es angenommen hat, sämtliche Kräftefähigkeiten, die ihm drüben inne waren und stellt sich dem Zauberer zur Verfügung. Mit Ausnahme eines echten Magiers wird niemand den wahren Sachverhalt erkennen, und es würde niemandem einfallen, unter zwei Freunden oder unter Freund und Freundin etwas Außergewöhnliches zu suchen, und die Umgebung wird nichts von den gegenseitigen Beziehungen wahrnehmen.

Die Dienste, die dieses Wesen dem Zauberer im menschlichen Leben leistet, sind genau dieselben, wie wenn der Zauberer einen Kontakt direkt mit einem Wesen der Ebenen hergestellt hätte. Will dann der Zauberer etwas in der Astralwelt oder in der Mentalwelt durch das Wesen bewirken, dann versetzt sich letzteres in Trance und erfüllt alle seine Wünsche.

Die Herstellung eines fleischlichen Kontaktes wird wohl gleich bei der ersten Kontaktanknüpfung oder Zitation mit dem Zauberer besprochen, und der Zauberer weiß genau den ganzen Vorgang. Daß der Zauberer niemals ein Sterbenswörtchen darüber verlieren darf, ist logisch, will er seine Mitteilsamkeit nicht mit dem Leben bezahlen.

Vielfach haben Zauberer auf diese Weise Wasserjungfrauen dazu veranlaßt, schöne Körper irdischer Mädchen anzunehmen, um mit den Undinen in fleischlichen Kontakt zu kommen, und sind sogar mit solchen Wesen Ehen eingegangen. Es war dann kein Unterschied zwischen einem normalen weiblichen Wesen und einer verkörperten Undine, da letztere im fleischlichen Körper denselben Gesetzen unterworfen war wie jede andere Person.

Nur die Fähigkeiten und Kräfte des Wasser-Elementes behielt die Wasserjungfrau und bediente sich ihrer in ihrer menschlichen Verkörperung. Auch Kinder konnte die verkörperte Undine haben. Das Verhängnisvollste an dieser Sache war aber der Umstand, daß sie die absolute Treue des Mannes, d. h. des Zauberers, beanspruchte, da sie mit ihrem physischen Körper in Kontakt mit dem physischen Körper des Zauberers stand.

Strebte der Zauberer einen geschlechtlichen Verkehr mit einem anderen Mädchen an, so setzte er sich der Gefahr aus, diesen Übertritt mit seinem Leben zu büßen. Aber auch die verkörperte Undine konnte sich dann auf der materiellen Ebene nicht weiter halten und konnte einen weiteren Kontakt nicht herstellen. Bald nach dem Absterben des Zauberers, der inzwischen ihr Freund oder schon Gatte geworden war, starb auch sie. Nach dem Absterben geht so eine Undine dann nicht in die Erdzone wie jedes andere menschliche Wesen, sondern kehrt in ihr Wasser-Element zurück, wo sie wiederum als Undine ihr Dasein führt.

Würde ein Magier, der eine hohe geistige Entwicklung und Gottverbundenheit besitzt, einen solchen Vorgang herbeiführen, so könnte er bei der Undine mit seiner Schöpfungskraft die gleiche Elementeharmonie zuwege bringen, wie sie jeder Mensch besitzt. Er würde dadurch einen neuen Menschen bilden, dessen Geist gerade so unsterblich wäre wie der eines jeden anderen menschlichen Geschöpfes. Jedoch ohne einen triftigen Grund wird ein wahrer Magier solche Operationen niemals unternehmen.

Ich beschreibe sie nur deshalb, um zu bestätigen, daß es im Rahmen der Möglichkeit eines Magiers liegt, einen solchen magischen Akt zu vollbringen. Dem Uneingeweihten mag dies wohl märchenhaft und unglaubwürdig klingen, dennoch ist es vom hermetischen Standpunkt aus begründet und durchführbar, und der wahre Magier wird solchen Möglichkeiten nicht den geringsten Zweifel entgegenstellen.

Im Gegensatz zum Spiritismus gibt es auch noch eine Geisterbeschwörung, die Nekromantie genannt wird. Der Unterschied zwischen einem Zauberer und einem Nekromanten liegt darin, daß der Zauberer mit höheren Wesen der Erdzone - Vorstehern der Elemente - oder Vorstehern anderer Zonen in Verbindung zu kommen trachtet, währenddem sich der Nekromant nur auf die Anrufung verstorbener Personen beschränkt.

Die Methode der Nekromantie ist sehr einfach, und ein nicht ganz entwickelter Magier kann nach ihr erfolgreicher arbeiten als ein Zauberer, der Beschwörungen vornimmt. Die Gefahren sind für einen Nekromanten genau dieselben wie für einen Zauberer, da auch ein verstorbenes Wesen den Nekromanten voll einnehmen und ihn von sich gänzlich abhängig machen kann. Wird ein Nekromant von einem Wesen der Astralebene so abhängig, daß er ohne Rat und Beistand des Wesens nichts mehr unternimmt, dann läßt sich auch hier von einer Art Pakt sprechen, wenn auch der Pakt nicht so kritische Folgeerscheinungen aufweist, wie es bei den vorher genannten Paktabschlüssen der Fall ist.

Der Magier kann jedes Wesen gefahrlos aus der Astralebene herbeirufen, ohne von demselben abhängig zu werden und ohne der Nekromantie zu verfallen. Ein Nekromant ist eine Person, die weniger geistig und magisch entwickelt ist und nur auf astrale Wesen der Erdzone, zumeist Verstorbene, das Augenmerk richtet. In den meisten Fällen wird sich ein Nekromant eines Wesens aus der Astralebene bedienen, wobei es nicht darauf ankommt, ob er von demselben magische Dienste auf der grobstofflichen, astralen oder mentalen Ebene verlangt, oder bloß seine Neugier befriedigen will.

Der Nekromant wird für seine Zwecke ein von unserer Erde abgeschiedenes Wesen aussuchen, das sich auf Erden mit irgendeinem Gebiet der Geheimwissenschaft befaßte und vielleicht auch einen gewissen Entwicklungsgrad erreicht hat. Ist solch ein Wesen ein wahrer Magier gewesen, der den wahren Einweihungsweg gegangen ist, alle Gesetze hier auf Erden gelernt und einen bestimmten Reifezustand erworben hat, vor allem edel gesinnt war, den positiven Kräften mehr zuneigte und die negativen Kräfte beherrschte, wird er, wenn er will und es für gut hält, dem Nekromanten erscheinen und ihn auf alle Vor- und Nachteile seiner Vorhaben und Absichten aufmerksam machen.

Ein wahrer Magier wird sich jedoch nicht dazu herablassen, einen dauernden Kontakt mit einem Nekromanten aufrechtzuerhalten, geschweige denn den Nekromanten zu beeinflussen trachten, von ihm abhängig zu werden. Er wird stets den Nekromanten warnen und ihm gestatten, ihn nur im äußersten Fall zu rufen. Ferner wird er dem Nekromanten gute Ratschläge erteilen und ihn in die Gesetze der Astralebene einweihen, sich aber niemals dazu bereit erklären, dem Nekromanten zu dienen, gefällig zu sein oder ihm sogar materielle Wünsche zu erfüllen.

Nur schlechte, den negativen Kräften zugetane Anfangsmagier oder Zauberer werden die Verbindung mit einem Nekromanten anstreben und werden ihm jeden Wunsch verwirklichen helfen, sowie jede Neugierde befriedigen. Gelangt der Nekromant in die Sphäre eines solchen Wesens und macht sich von ihm abhängig, dann allerdings nimmt er dieselbe Vibration und Schwingung an, die das Wesen in der Erdzone hat und wird auf diese Weise in Mitleidenschaft gezogen.

Das astrale Wesen sorgt dann dafür, daß der Nekromant geistig nicht weiterkommt, sich nicht magisch entwickelt, keine Erleuchtung und keinen wahren Aufstieg erreicht. Das Wesen wird dann von einer riesigen Schadenfreude durchdrungen, daß es ihm gelungen ist, auf dieser Erde einem Menschen hinderlich zu sein. Das Wesen denkt dabei an die Zeit, wo es selbst auf der Erde war, hier Hindernisse und Schwierigkeiten hatte und Versuchungen anheim fiel, Kräfte mißbrauchte, keine Möglichkeit hatte, den wahren Weg der Einweihung zu gehen, und trachtet aus Neid, den Nekromanten ebenfalls in seiner Entwicklung zu hemmen.

Was für eine Gefahr für einen Nekromanten daraus erwächst, braucht nicht erst näher erwähnt zu werden, ganz abgesehen davon, daß der Nekromant von einem solchen Wesen vielfach vampirisiert wird und das Wesen mit der vampirisch ausgesogenen Kraft des Nekromanten seine eigenen egoistischen Vorhaben in der Astralebene verwirklicht.

Deswegen sei ein jeder Sucher vor so einer Verbindung gewarnt und mache sich von keinem Wesen abhängig. Die Art, wie ein Nekromant ein Wesen aus der Astralebene ruft, beruht auf zweierlei Methoden, und zwar erstens auf der spiritistischen, wo das Wesen veranlaßt wird, sich auf Grund meditativer Einstellung - durch mediales Schreiben oder durch Trance-Medien - kundzutun und so die Verbindung herzustellen.

Diese Arbeitsmethode erfordert große Ausdauer, bis es dem betreffenden Wesen ermöglicht wird, einen direkten Kontakt anzuknüpfen und dem Nekromanten zu erscheinen. Die zweite Methode ist die evokative, in der sich der Nekromant durch ein Bild des Wesens aus dessen voriger Inkarnation mit dem Wesen verbindet oder die Verbindung dadurch anknüpft, daß er das Bild belebt und das Wesen, ähnlich wie ein Elementar, aus dem Bilde heraussteigt und seine frühere Form annimmt.

Den gewünschten Erfolg erzielt ein Nekromant nicht sogleich, arbeitet er jedoch andauernd, je nach seiner Reife und Entwicklung, Stärke und Imagination, sowie mit dem nötigen Willen weiter, zwingt er schließlich das Wesen dazu, ihm sichtbar zu erscheinen.

Für einen Nekromanten ist es sehr schwer zu unterscheiden, ob hier seine Phantasie eine Rolle spielt, ob er unbewußt ein Elementar geschaffen hat oder ob die sichtbare Verbindung mit dem gewünschten Wesen tatsächlich zustande gekommen ist. Einem beschränkten Nekromanten bleibt es schließlich ganz gleich, wer und was die gewünschte Wirkung hervorruft, ob seine Phantasie oder ein durch wiederholtes Anspannen seiner Nervenkraft geschaffenes Elementarwesen oder das tatsächlich evozierte Wesen aus der astralen Welt.

Handelt es sich um einen Magier, der den negativen Kräften mehr zuneigt, dann allerdings vernimmt das Rufen und Projizieren in die Astralwelt gern ein sogenannter Schwarzmagier, und dieser wird es selbst anstreben, die Verbindung mit dem Nekromanten anzuknüpfen. Alles weitere, wie Praktiken, Anleitungen, Befriedigung der Neugierde, Erfüllung der Wünsche, erhält dann der Nekromant von dem betreffenden Wesen.

Die ganze Verantwortung fällt natürlich auf den Nekromanten, der sich dadurch sein Karma belastet, namentlich wenn er Wünsche verwirklicht haben will, die er nicht verantworten kann. Daß das Ende eines solchen Nekromanten immer sehr tragisch ist, braucht nicht betont zu werden. Gewöhnlich sterben Nekromanten eines unnatürlichen Todes oder ganz plötzlich an einer unheilbaren Krankheit.

Es bleibt noch zu bemerken, daß es noch eine passive Verkehrsmöglichkeit mit Wesen der Astralebene und mit Wesen höherer Zonen gibt. Dieser passive Verkehr ist aber nicht so wirkungsvoll, liefert keine so großen magischen Ergebnisse wie der evokative, so daß ich ihm hier nicht viel Aufmerksamkeit zuwende. Auch hierbei könnte es eventuell ganz unerwartet zu einem Pakt kommen, und derjenige, der durch den passiven Verkehr die Verbindung anknüpft, ist des öfteren noch schlimmer dran als der Zauberer oder Nekromant, da er über das Wesen, mit dem er in Verbindung steht, sowie über dessen Wirkung überhaupt keine Kontrolle hat.

Es gibt zwei Hauptarten des passiven Verkehrs, und zwar ist die erste die spiritistische, wo entweder der Spiritist selbst das Medium für den Kontakt und Verkehr mit dem Wesen ist - durch mediales Schreiben, Hören, Sehen usw. -. Die zweite Verkehrsmöglichkeit ist die, daß ein Hypnotiseur oder Magnetiseur mittels eines somnambulen Mediums die Verbindung mit einem Wesen eingeht und mit diesem dauernd in Kontakt bleibt, wobei es sich ganz gleich bleibt, ob er nur seine Neugierde befriedigen will oder ob er das Wesen für bestimmte Wirkungen auf der Mental-, Astral- oder grobstofflichen Welt gewinnt.

Sind der Hypnotiseur oder der Spiritist nicht magisch geschult, haben sie die magische Reife und Entwicklung nicht hinter sich, dann geht es im einen wie im anderen Fall immer auf Kosten der Gesundheit des betreffenden Mediums. Viele Medien und Spiritisten, die dauernd in Verbindung mit einem einzigen Wesen waren und von diesem vielfach Gebrauch machten, so daß sie gewissermaßen von dem Wesen abhängig wurden, woraus ein indirekter Pakt entstanden ist, mußten dies mit schweren gesundheitlichen Schäden am mentalen, astralen und grobstofflichen Körper bezahlen. So manche Irrenanstalt könnte von derartigen bedauerlichen Fällen die beste Zeugenschaft abgeben.

All das hier Angeführte bezieht sich vor allem auf die negativen Arbeiten von Zauberern und Nekromanten mit negativen Kräften und den damit verbundenen Gefahren. Im Nachstehenden möchte ich noch den wahren Magier, der den Weg der wahren Entwicklung verfolgte und die Verbindung mit guten Wesen ohne Unterschied ihres Ranges und ihrer Zonen anstrebt, darauf aufmerksam machen, daß sich ein wahrer Magier nicht einmal von einer guten Intelligenz, einem guten Wesen, abhängig machen soll.

Er kann zwar nach eigenem Dafürhalten die Verbindung mit guten Wesen jederzeit angehen, sich aber nicht an ein einziges Wesen, das ihm etwa besonders zusagt, anschließen, da auch dies zu einem Pakt führen könnte, ähnlich wie es bei den negativen Wesen der Fall ist, nur wären die Gefahren für einen wahren Magier, der mit guten Wesen arbeitet, nicht so groß und verhängnisvoll.

Es gibt auch Anleitungen und Methoden, wie man einen Pakt mit einem Genius jeglicher Zone abschließen kann, der dann dem Magier in jeder Hinsicht mit Rat und Tat zur Seite steht. Ein wahrer Magier wird im Laufe seiner Entwicklung die Verbindung mit guten Wesen wohl anknüpfen, was ja erforderlich ist, da er alle Sphären kennenlernen und beherrschen muß, aber er darf sich nicht von einem einzigen Wesen, ob Engel oder hochstehender Intelligenz, abhängig machen.

Durch die Anlehnung an ein gutes Wesen würde der Magier, ähnlich wie der Zauberer, die Vibration oder Schwingung der betreffenden Ebene, aus der das gute Wesen stammt, in sich aufnehmen, sich mit der Zeit mit der Schwingung derart influenzieren, daß er allmählich die ganze Beschaffenheit des Wesens annimmt. Dieses Wesen wird natürlich keinen schriftlichen Pakt abschließen wollen.

Es gibt aber auch Methoden, die dazu führen, daß ein Magier mit einer bestimmten höheren positiven Intelligenz auf die gleiche Art eine schriftliche Verbindung, also einen Pakt, eingeht. Durch den Paktabschluß gewinnt zwar der Magier die Sicherheit, daß das Wesen ihn in jeder Hinsicht schützt, ihm behilflich ist, ihn warnt und ihm jeden guten Dienst erweist, jedoch nach dem Ableben des Magiers zieht ihn das Wesen automatisch in seine Sphäre.

In dieser Zone dient der Magier nicht zwangsmäßig seinem Schutzengel, sondern freiwillig. Da ein solcher Magier dauernd mit den guten Kräften verbunden ist, wird er zu einem Teil dieser Ebene und verliert das Bedürfnis, höher zu steigen oder sich in andere Zonen zu begeben. Er begnügt sich mit seinem Dasein, und der evolutive Aufstieg ist dadurch zeitweise eingestellt. Erst dann, wenn der Magier von der Göttlichen Vorsehung zu einer bestimmten Aufgabe in die Erdzone oder in die materielle Welt zur Wiederverkörperung geschickt wird und als Mensch die ihm gestellte Aufgabe erfüllen soll, beginnt er sich danach zu sehnen, eine über ihn gestellte Ebene kennenzulernen.

Verkörpert sich dann der Magier, der in einer bestimmten Zone mit einem Genius verbunden war, in unsere grobstoffliche Welt, dann zeigt sich eine solche Verbundenheit in einer besonderen Genialität entweder auf dem Gebiet der hermetischen oder anderen Wissenschaft, z. B. Kunst, Literatur usw. Demnach ist der Vorgang, ob negativ oder positiv, derselbe, und ein wahrer Magier wird sich durch einen Pakt mit einem Genius oder Engel in seiner Entwicklung nicht aufhalten lassen und seinen höheren Aufstieg hemmen.

Empfindet der Magier gleiche Zuneigung allen Wesen gegenüber, so hält er dadurch sein Bewußtsein aufrecht, ein vollkommener Mensch zu werden, erschaffen nach dem Ebenbilde Gottes, und er repräsentiert seine Vollkommenheit in der Widerspiegelung der Göttlichkeit. Er ist an keine Sphäre gebunden, wird von keiner beeinflußt und kann so die wahre Vollkommenheit erreichen, vorausgesetzt, daß kein einziges Element in ihm vorherrscht und er das absolute Gleichgewicht der Kräfte und Mächte in sich entwickelt hat und im Laufe seiner weiteren Entwicklung dauernd beibehält.

In den höheren Sphären entscheidet es sich dann, ob der Magier die höchste Vollkommenheit zu erreichen wünscht oder ob er ein Heiliger werden will. Ein nach höchster Vollkommenheit strebender Magier ist der höchste und größte Herr der Schöpfung, denn er symbolisiert tatsächlich das vollkommene und ganze Ebenbild Gottes in allen seinen Aspekten. Ein Heiliger dagegen bleibt in einem Aspekt und vervollkommnet sich in diesem.

Er wird zum Teil dieses Aspektes und schließlich, wenn die Vollkommenheit dieses Aspektes in ihm entstanden ist, verliert er auch seine vollkommene Individualität. Die höchste Vollkommenheit, die je ein Mensch als Ebenbild Gottes erreichen kann, ist die, daß er der wahre Herrscher, der wahre Magier, also ein tatsächlich vollkommenes Ebenbild Gottes darstellt, der seine Individualität niemals verliert oder aufgeben muß.

Durch Kenntnis der ganzen Hierarchie der Wesen, deren Zonen, Ursachen und Wirkungen, ist es dem wahren Magier möglich, ein jedes Wesen in der Schöpfung, ob gut oder böse, zu beherrschen, was schließlich auch seine eigentliche Aufgabe ist. Das Beherrschen der Wesen muß nicht immer zwangsläufig sein, denn die Wesen, ob gute oder schlechte, werden einem wahren Magier gerne dienen, seinem Willen jederzeit gehorchen und ihm jeden Wunsch erfüllen, ohne auf Vergeltung zu rechnen.

Auch die Vorsteher der Zonen dienen einem wahren Magier gern, und wenn der Magier es wünscht, stellen sie ihm sogar ihre ihnen untergeordneten Wesen zur Verfügung, versehen ihn mit dem notwendigen Ankhur, ohne es sich zu erlauben, damit zu kommen, der Magier solle mit dieser oder jener Zone einen Pakt abschließen. Dem wahren Magier steht es frei, soviele Dienstgeister, wie er benötigt, - aus welcher Sphäre immer - unter seinen Willen zu stellen, die ihn als den höchsten Herrn anerkennen.

Ein wahrer Magier, der edel gesinnt ist, wird keinen Unterschied zwischen einem positiven und einem negativen Wesen machen, denn die Göttliche Vorsehung hat nichts Unreines erschaffen. Er weiß, daß die negativen Vorsteher, die Dämonen, geradeso notwendig sind wie die Engel, denn ohne diese Gegensätze ließe sich ja kein hierarchischer Unterschied machen. Er wird jedem Wesen, ob positiven oder negativen, diejenige Achtung entgegenbringen, die seinem Rang entspricht. Er selbst geht den goldenen Mitteweg, den Weg der Vollkommenheit.

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Die Spiritus familiaris oder die sogenannten Dienstgeister

Die meisten Grimoarien und ebenso andere über Beschwörungsmagie handelnde Bücher sprechen vielfach von Dienstgeistern, genannt Spiritus familiaris. Laut diesen Büchern werden die Dienstgeister von hohen Wesen, vorwiegend von Dämonenfürsten, dem Magier für persönliche Zwecke zur Verfügung gestellt, damit dieser nicht bei jeder Gelegenheit und für jede Kleinigkeit den Dämonenfürsten, also den Herrscher, in Anspruch nehmen muß. Wie die erwähnten Bücher ferner besagen, werden die Spiritus familiaris jenem Magier, vielmehr Zauberer, von einem Dämonenfürsten oder Vorsteher dieser oder jener Zone zugeteilt, der einen Pakt mit den Dämonenfürsten abgeschlossen hat.

Ein Spiritus familiaris wird von seinem Vorsteher durch einen Ankhur mit derselben Macht, Kraft, Eigenschaft u. dgl. ausgestattet, die der Vorsteher in seinem eigenen Bereich besitzt. Einem verbündeten Magier ist es auch ganz gleich, wer die von ihm gewünschte Wirkung auslöst, ob der Vorsteher selbst oder eines von den ihm unterstellten Wesen. Maßgebend ist lediglich der Umstand, daß die karmische Verantwortung immer der Magier - Zauberer selbst zu tragen hat.

Wie ich schon im Kapitel über die verschiedenen Paktabkommen schrieb, muß nach Ablauf des Paktes auf der physischen Ebene der Magier, sobald er mit Geist und Seele den physischen Körper verläßt, dem Dämonenfürsten folgen und ihm in seiner Sphäre die geleistete Arbeit mit Zins und Zinseszins zurückerstatten. Die Rückerstattung oder Abzahlung ist natürlich nicht in materieller, sondern in rein geistiger Hinsicht zu verstehen.

Die vom hermetischen Standpunkt aus betrachteten Spiritus familiaris sind, wohlgemerkt, nicht zu verwechseln mit den sogenannten Familiengeistern des Altertums bei den primitiven Völkern. Diese Familiengeister waren in den meisten Fällen Verstorbene eines Stammes, somit Ahnen und Vorahnen, Helden u. dgl., mit denen eine auf primitive Art und Weise dem Fetischkulte ähnliche Nekromantie insofern betrieben wurde, als man mit diesen Verstorbenen dauernd in Kontakt blieb. Diese Art von Nekromantie wäre nach unseren heutigen Begriffen mit dem Spiritismus zu vergleichen.

Da jedem Eingeweihten die Praktiken, Kulthandlungen usw., die zu einer Verbindung mit einem Ahnen, demnach mit einem Familiengeist führen, bekannt sind, sehe ich davon ab, darüber nochmals zu schreiben. Es hatten nicht nur einzelne Familien ihren Familien- oder Hausgeist, sondern es gab zahlreiche Völkerstämme, die ihren besonderen Schutzgeist hatten, was übrigens allgemein aus der Geschichte bekannt ist. Der wahre Magier weiß vom hermetischen Standpunkt aus nun den Unterschied zwischen einem eigentlichen Spiritus familiaris und einem Ahnen- oder Familiengeist.

Die Einstellung für die Kontaktherstellung mit einem Vorsteher, d. h. mit einem höheren Wesen, besser gesagt mit einer höheren Intelligenz, ist bei einem wahren Magier eine ganz andere als bei einem Zauberer, dem sogenannten Schwarzmagier. Letzterer will ohne jegliche Anstrengung und ohne richtige Vorbereitung und magische Entwicklung Wesen in seine Macht bekommen, damit ihm dieselben dienen und ihm alle seine Wünsche verwirklichen helfen. Nur vergißt der Zauberer leider dabei, daß er dadurch sein Karma belastet, ferner, daß es auf Kosten seiner Evolution und vor allem seiner magischen Entwicklung geht.

Wesen, die einem Zauberer dienen, tun dies nicht ohne gehörige Rückzahlung. Vom materiellen Standpunkt aus könnten solche Dienste eigentlich nur als eine Art Anleihe betrachtet werden. In Wirklichkeit ist ein Zauberer ein Sklave der Wesen, denn nach Ablauf seines Übereinkommens - Paktes - muß, wie ich schon vorhin sagte, der Zauberer alles zurückgeben. Das wissen die Wesen genau, und ihre dem Zauberer gegenüber bezeugte Untertänigkeit, durch die sie ihn versichern, ihm bereitwillig zu dienen und ihm jeden Wunsch zu erfüllen, verleitet leider den Zauberer zu der irrigen Anschauung, daß er Herr über diese Wesen geworden sei.

Seine Wünsche, seine Ansprüche an diese Wesen steigern sich im Laufe der Verbindung mit ihnen, und der Zauberer entwickelt sich allmählich zu einem Nimmersatt. Erst unmittelbar vor Ablauf seines Paktes wird dem Zauberer klar, was er begangen hat und was für eine karmische Verantwortung er sich aufbürdete. Dann ist es aber gewöhnlich schon zu spät, und alle eventuellen Ratschläge und empfohlenen Anleitungen, wie etwa von einem abgeschlossenen Pakt loszukommen wäre, sind vom hermetischen Standpunkt aus undurchführbar und zwecklos und in den Augen eines echten Magiers geradezu lächerlich. Einmal geschaffene Ursachen, ganz gleich auf welche Art, müssen laut Gesetz von Ursache und Wirkung abgetragen und ausgeglichen werden.

Vielleicht würde man einwenden, daß die Göttliche Vorsehung in ihrem Aspekt der Barmherzigkeit und der Göttlichen Liebe zuweilen eine Ausnahme machen könnte. Der wahre Magier weiß, daß auf Ursachen, die geschaffen wurden, immer Wirkungen folgen müssen, sonst wäre das Karmagesetz, d. h. das Gesetz der Vergeltung, die ganze Gesetzmäßigkeit des Universums, überhaupt nicht wahr, demnach illusorisch. Daß dem nicht so ist, sondern daß sich alles nach den wahren Gesetzen mit einer bewunderungswürdigen Genauigkeit abwickelt, braucht nicht betont zu werden.

Die Göttliche Liebe und Barmherzigkeit mit allen Nebenaspekten wie z. B. Güte usw. geht so weit, daß sie den Menschen erkennen läßt, daß er selbst Ursache des ihn überkommenen Leids ist, welche Erkenntnis ihn sein Leid leichter tragen läßt. Vom richtigen universalen Standpunkt aus kann die Vorsehung im Aspekt der Liebe, Güte usw. nicht weiter eingreifen. Jeder erfahrene, die Universalgesetze kennende Magier nimmt dies als Selbstverständlichkeit an. Darum hüte sich ein jeder echte Magier vor einem Paktabkommen, das ihm einen gewaltigen Riegel vor seine magische Entwicklung und Evolution überhaupt schieben würde.

Nicht einmal mit hohen und guten Vorstehern wird sich ein echter Eingeweihter zu Paktabschlüssen verleiten Iassen, selbst wenn ihm noch so große Vorteile daraus erwachsen sollten. Sich an die Wesen und ihre Sphären binden heißt, nicht mehr frei sein im eigenen Denken und Handeln.

Man könnte einwenden, daß es dann überhaupt nicht notwendig sei, sich mit der Beschwörungsmagie zu befassen und es sich empfiehlt, nur an seiner Weiterentwicklung zu arbeiten und die Wesen unberücksichtigt zu lassen. Hierauf sei gesagt, daß der wahre Magier einen Kontakt mit allen Wesen - positiven und negativen - anstreben kann und es sogar als notwendig erachten soll, richtige Beschwörungsmagie zu betreiben, aber er darf darin niemals eine Anregung suchen, sich an irgendein Wesen zu binden.

Seine Kontaktherstellung wird er dazu benützen, um sein Wissen über die einzelnen Sphären zu bereichern, sich eventuell ihre Gesetze anzueignen und jenen Wesen, mit denen er evokativ arbeitet, seine Autorität als Magier zu bezeugen. Daß ihm dann solche Wesen nicht nur gerne Auskunft über alles geben, sondern ihm auch gern dienen, ist außer Zweifel, denn für sie gilt der wahre und echte Magier als ihr Herr, als der wahre Eingeweihte, dem sie Treue und Gehorsam zollen müssen.

Einem echten Magier gegenüber, der die richtige magische Einweihung besitzt, sich also vollkommen entwickelt hat, würden sich Wesen nicht einmal trauen, mit einem Paktantrag zu kommen. Der Magier kann wohl, wenn er es als gut erachtet, Dienstgeister von dieser oder jener Sphäre für seinen Gebrauch verwenden, aber er weiß, daß er solchen Wesen nichts schuldet, denn das, was ein Wesen für ihn tut, bringt er durch seine eigenen Kräfte, dank seiner systematischen magischen Entwicklung, selbst zustande.

Der Magier bedient sich Wesen, um 1. nicht sich selbst, sondern vor allem seinen Mitmenschen zu helfen und 2. um die auf diese Weise gewonnene kostbare Zeit für seine Weiterentwicklung auszuwerten. Diese Einstellung ist die richtige und läßt sich mit der Einstellung eines Zauberers, wie man sieht, nicht vergleichen. Der Magier muß sich mit der Beschwörungsmagie direkt nicht dauernd befassen, er muß jedoch in der Lage sein, auch diese Praktiken, wenn es die Notwendigkeit erfordert, erfolgreich zu beherrschen.

Durch genaue Kenntnis der wahren Beschwörungsmagie bereichert er sein Wissen, steigert seine Macht Wesen gegenüber im Universum und festigt somit seine magische Autorität. Ein wahrer Magier muß eben in jeder Hinsicht vollkommen sein. Bei seinen Arbeiten in der Beschwörungsmagie wird er genau die Hierarchie der Wesen beachten und wird
1. mit den Vorstehern der Elemente und deren Wesen, eventuell auch mit ihren Dienstgeistern, d. h. Untergebenen, in Kontakt kommen,
2. wird er die Erdgürtelzone mit allen ihren Vorstehern und Untergebenen berücksichtigen,
3. der Hierarchie gemäß zu den Mondwesen übergehen,
4. die Vorsteher der Merkurzone berücksichtigen,
5. kommt die Venuszone an die Reihe,
6. die Sonnenzone,
7. die Marszone,
8. die Jupiterzone und
9. die Saturnzone.

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Die magische Evokation

Nimmt der Magier ein Buch zur Hand, das über Evokation schreibt, oder hat er in seiner Bibliothek etwa mehrere Bücher über dieses Thema, so wird er unter den einzelnen Anleitungen einen gewissen Zusammenhang finden, und alle zusammengenommen werden ihn unterweisen, wie er ein Wesen zitieren soll, welche Formeln hierfür in Frage kommen u. dgl. In keinem einzigen Buch wird der Magier jedoch die eigentlichen Vorbedingungen für eine erfolgreiche Evokation verzeichnet finden. Es ist deshalb nicht zu verwundern, daß fast alle Evokationsversuche bisher fehl gingen.

Vom hermetischen Standpunkt aus kann man jede Kontaktherstellung mit einem Wesen jeglicher Sphäre als eine Art Evokation betrachten, wobei es nicht darauf ankommt, ob es sich um spiritistische Methoden, um solche der Nekromantie oder um anderweitige Methoden handelt, die die Verbindung mit Wesen vermitteln. Ob bei Anwendung der verschiedenen Methoden das gewünschte Wesen auch wirklich erscheint, ist fraglich, und nur der Versuchende könnte darüber wahrheitsgetreu berichten.

Glückt zuweilen ein Versuch, der in dieser Hinsicht auf die in den Büchern angeführten Methoden appliziert wird, so muß es nicht direkt ein Evokationsversuch gewesen sein, sondern auch andere Praktiken waren mit im Spiel. So z. B. können Erfolge bei spiritistischen Anrufungen von Wesen durch etwas ganz anderes erreicht werden, auch wenn man behauptet, daß sie auf Grund der angegebenen Evokationsmethoden zustande gekommen seien.

Im Spiritismus kann das Unterbewußtsein des Sprechmediums zum Erfolg - falls von diesem gesprochen werden kann - beitragen, ferner die unbewußte Bildung von Schemen, Elementalen und Elementaren, die sich der Operateur durch seine gesteigerte Aufregung bei der Evokation mittels seiner Einbildungskraft selbst zeugt. Effekte, die durch solche Operationen erzielt werden, sind dann natürlich nicht den Wesen zuzuschreiben, sondern der eigenen Individualität. Diese Tatsache wird aber wohl kaum jemand gern zugeben.

Ich habe mich entschlossen, vom hermetischen Standpunkt aus alles genau zu beschreiben, was zu einer erfolgreichen Evokation, also einer tatsächlichen magischen Verbindung mit Wesen, ohne Unterschied der Sphäre, unumgänglich notwendig ist. Vor allem wisse der Magier, oder derjenige, der sich mit einer magischen Evokation beschäftigen will, daß ohne Ausbildung der astralen Sinne, besonders des Hellsehens und Hellhörens, an eine erfolgreiche Evokation nicht zu denken ist. Es wäre geradeso, wie wenn ein Blinder ohne verläßliche Führung einen unbekannten Weg gehen wollte.

Das astrale Sehen und Hören ist die erste Voraussetzung, bewußt mit einem Wesen auf aktive magische Art und Weise in Verbindung zu kommen. Läßt der Magier diese Voraussetzung unbeachtet oder wagt sich jemand an eine Evokation heran, ohne die astralen Sinne entwickelt zu haben, so kann er mit Bestimmtheit annehmen, daß er, wie alle übrigen Operateure, eine Enttäuschung erleben und erfolglos arbeiten wird.

Gleichzeitig setzt er sich der Gefahr aus, falls es ihm gelingen sollte, im gehobenen Zustand irgendeinen Teilerfolg, ganz gleich welcher Art, zu erzielen, er zum Nekromanten oder Zauberer herabsinkt, ohne Rücksicht darauf, ob die Absichten und der verfolgte Zweck auf guten Motiven beruhten.

Weil der Magier bei der Operation seine astralen Sinne unbedingt in Anspruch nehmen muß, hat er dadurch die Möglichkeit, alle Vorgänge genau zu kontrollieren, und läuft niemals Gefahr, irgendwie getäuscht zu werden oder erfolglos zu arbeiten. Ein Magier, dessen astrale Sinne entwickelt sind, weiß sofort, ob es sich um ein durch seine Imagination gebildetes Wesen handelt oder ob ihm ein Wesen der gewünschten Sphäre erschienen ist.

Eine vom magischen Standpunkt aus betrachtete Evokation ist demnach eine bewußte Kontaktherstellung mit einem gewünschten Wesen, und zwar durch den passiven Verkehr - wie ihn der Magier schon in meinem ersten Werk "Der Weg zum wahren Adepten" im Kapitel über die bewußte passive Anknüpfung gelernt hatte -, jedoch nicht durch den Magier als Medium, sondern außerhalb seines Körpers.

Ein Wesen oder eine Kraft aus einer beliebigen Sphäre, die außerhalb des Körpers eines Magiers evoziert wird, kann entweder in das magische Dreieck oder in den magischen Spiegel oder auf einen Stoff, der mit einem fluidischen Kondensator imprägniert worden ist, herbeigerufen und auf Wunsch des Magiers verdichtet werden. Im Anfang wird der Magier die magischen Hilfsmittel nicht entbehren können. Später jedoch, sobald er Erfahrungen gesammelt hat und eine bestimmte Sphäre evokationsmäßig vollkommen beherrscht, d. h. die Wesen der Sphäre völlig unter seiner Macht stehen, ihm Treue und Gehorsam zollen, wodurch sie seine magische Autorität anerkennen, kann er die magischen Hilfsmittel entbehren.

Ein erfahrener Magier ist dann ohne weiteres in der Lage, jedes Wesen der beherrschten Sphäre herbeizurufen und mit ihm zu arbeiten, ohne irgendein magisches Hilfsmittel zu benützen. Er kann dann ein Wesen auch ohne Kreis und Dreieck zu jeder Zeit und an jedem Ort, wie und wann er es wünscht, rufen, ohne sich erst speziell dafür vorzubereiten. Ein Anfänger dagegen muß mit magischen Hilfsmitteln unbedingt arbeiten, denn sie sind ihm Bewußtseinsstützen, die für eine erfolgreiche Evokation notwendig sind.

Beherrscht der Magier eine Sphäre auch ohne Zuhilfenahme irgendwelcher magischer Utensilien, geht er zu der nächsthöheren Sphäre über und bedient sich bis zur vollkommenen Beherrschung derselben wiederum seiner magischen Hilfsmittel.

Drei Grundsätze muß der Magier stets im Auge behalten, wenn er eine erfolgreiche Evokation durchführen will, und zwar:

1. Beabsichtigt er, ein Wesen aus einer anderen Sphäre in seine Sphäre, ganz gleich ob in das Dreieck, in den Spiegel oder auf einen fluidischen Kondensator zu rufen, muß er wissen, daß sich das Wesen nur in der ihm zusagenden Sphärenatmosphäre bewegen kann. Er muß demnach die sphärische Atmosphäre künstlich bilden, indem er das Licht, also den Sphärenstoff, durch Imagination entweder in das Dreieck oder besser noch in den ganzen Raum, in dem er arbeitet, staut.

Wird mit einem magischen Spiegel gearbeitet, so muß die Ladung des Spiegels mit dem entsprechenden Sphären-Lichtstoff imprägniert, respektive gestaut werden. Beim Arbeiten im Freien muß die Imprägnierung räumlich so abgegrenzt werden, daß sich die Wesen oder die Kräfte, die sich daselbst manifestieren sollen, auch bewegen können. Die Lichtstauung oder die Lichtimprägnierung ist so zu verfärben, wie es die Farbengesetze der einzelnen Planeten erfordern. Über die Imprägnierung oder Lichtstauung im Raum habe ich ebenfalls im ersten Buch, "Der Weg zum wahren Adepten", im Kapitel betreffend die Raumimprägnierung den Leser und Schüler ein gehend informiert.

Evoziert man z. B. ein Wesen der Mondsphäre außerhalb sich, dann muß man das Licht, besser gesagt den zu stauenden Stoff, in Silberweiß imaginieren. Bei einem Merkurwesen muß der Lichtstoff eine opalisierende Farbe haben. Bei Venuswesen muß er grün sein, bei Sonnenwesen goldgelb, Marswesen rot, Jupiterwesen blau, Saturnwesen violett usw.

Zitiert der Magier z. B. ein Erdwesen, so muß er das Erdelement mit Hilfe seiner Imagination in das magische Dreieck oder in den magischen Spiegel hineinbringen. Will er ein Wesen aus der Mondsphäre herbeirufen, dann muß er die Vibration der Mondsphäre bilden. Kein Wesen kann sich in einer ihm nicht zusagenden Sphäre aufhalten. Wird bei Zitationen dieser Grundsatz nicht berücksichtigt, so kann das Wesen zwar gezwungen werden, in unsere grobstoffliche Welt zu kommen, aber es muß sich dann die erforderliche Sphärenvibration selbst schaffen.

In einem solchen Fall verliert der Magier die Macht über das Wesen, und auch seine Autorität leidet darunter, da das Wesen den Magier nicht als vollkommen betrachtet und ihm auch nicht den gebührenden Respekt entgegenbringt, abgesehen davon, daß es ihm den Gehorsam verweigert. Die genaue Befolgung und Einhaltung dieses Grundsatzes ist für die Evokation das wichtigste und darf von keinem wahren Magier außer acht gelassen werden.

2. Muß der Magier bei der Evokation in der Lage sein, sich mit seinem Bewußtsein in die Sphäre des zitierten Wesens zu versetzen, um von ihm wahrgenommen zu werden. Die Versetzung geschieht durch das Akashaprinzip, wobei der Magier den Trancezustand einleitet, in dem er keine Zeit und keinen Raum kennt, und in diesem Zustand mit seinem Willen, mit seiner Autorität usw., das betreffende Wesen herbeiruft. Ohne diese Fähigkeit ist es einem Magier nicht möglich, das Erscheinen des Wesens zu erzielen.

3. Muß der Magier mit seiner magischen Autorität dem Wesen Ehrfurcht und somit Gehorsam einflößen, da ihn sonst die Wesen, ob positiv oder negativ, nicht respektieren würden.

Die magische Autorität respektive den Einfluß übt der Magier auf das Wesen nicht etwa durch seine Persönlichkeit aus, sondern dadurch, daß er sich mit einer dem Wesen übergeordneten Intelligenz influenziert, d. h. verbindet, oder direkt als Gottheit in einem dem Wesen maßgebenden Aspekt auftritt. Es ist dann nicht der Magier, der den erforderlichen Einfluß auf das gerufene Wesen geltend macht, sondern die Autorität des übergeordneten Wesens oder der höchsten Intelligenz, nämlich der evozierenden Gottheit.

Der Magier wird bei einer Evokation zunächst die Influenzierung oder Verbindung mit der übergeordneten Intelligenz vornehmen und nur in hartnäckigen Fällen, in denen sich ihm das betreffende Wesen irgendwie entgegensetzen sollte, die Form der höchsten Qualität für seine Behauptung als Autorität annehmen und zur Geltung bringen. Wollte der Magier mit seiner eigenen Person das evozierte Wesen beeinflussen, ohne sich vorher mit einer dem evozierten Wesen übergestellten Intelligenz, Gottheit usw. zu influenzieren, so könnte das Wesen dem Magier den Gehorsam verweigern oder aber, was noch schlimmer wäre, ihn auf die erdenklichste Art täuschen.

Befiehlt dem Wesen aber nicht der Magier, sondern die übergeordnete Intelligenz oder sogar eine noch höhere Form - Gott in irgendeinem Aspekt - dann muß das Wesen dem Befehl unbedingt Folge leisten. Die Influenzierung mit einer Intelligenz oder mit einem göttlichen Aspekt hat der Magier schon in meinem ersten Buch "Der Weg zum wahren Adepten" gelernt, wo ich über die individuelle Gottverbundenheit ausführlich schrieb.

Wie man aus dem hier Gesagten ersieht, sind diese drei Hauptpunkte bisher in keinen Anleitungen enthalten, weil es ausnahmslos einem jeden Schriftsteller an eigenen Erfahrungen in der Beschwörungsmagie fehlte und er daher trachtete, seine Lehrmethoden aus anderen ebenso unzulänglichen Bücherquellen zu schöpfen. Ohne die angeführten drei Grundbedingungen ist keine erfolgreiche Evokation möglich!

Bevor der Magier mit der Evokation von Wesen beginnt, muß er seinen ganzen Arbeitsvorgang im Buch der Formeln genau vermerkt haben und ihn womöglich auswendig kennen, damit er beim Arbeiten durch ein eventuelles Nachblättern nicht aufgehalten wird. Etwaige Schwierigkeiten werden nur zum Beginn der Praxis auftreten, mit der Zeit und durch oftmaliges Evozieren von Wesen gewinnt der Magier immer mehr an Sicherheit.

Er erkennt außerdem, daß eine Evokation nicht nur das Rufen eines Wesens ist, sondern ein regelrechtes Ritual, zusammengesetzt aus einer ganzen Reihe von magischen Arbeiten. In diesem Ritual darf der Magier keine Lücke entstehen lassen, denn jede Lücke würde störend nicht nur auf den Magier selbst, sondern auch auf das gerufene Wesen einwirken. Eine lückenfreie Arbeit ist das, was die Grimoarien den "vollkommenen Kreis" nennen, worunter nicht jener Kreis zu verstehen ist, den der Magier zu seinem Schutz und zur Versinnbildlichung des Mikro- und Makrokosmos, also der Gottverbundenheit, zieht, sondern die ganze zusammenhängende magische Operation. Auch der Zweck der Evokation muß noch vor ihrem Beginn schriftlich festgelegt werden, da während der Evokation keine nachträglichen Fragen aufkommen dürfen.

Wie aus dem ganzen Vorgang der Vorbereitungen zu ersehen ist, nimmt eine sorgfältig vorbereitete und präzis durchgeführte magische Evokation sehr viel Zeit in Anspruch. Hat der Magier durch öfteren Verkehr mit ein und demselben Wesen einen guten Kontakt hergestellt, so daß ihm das Wesen absoluten Gehorsam leistet, seine magische Autorität somit vollkommen anerkennt, kann der Magier, um Zeit zu sparen, eine andere Vereinbarung zur abermaligen Kontaktherstellung mit dem Wesen treffen, indem er entweder ein abgekürztes individuelles Ritual, Wort u. dgl. für die Rufung des Wesens selbst bestimmt und sich dieses von dem Wesen billigen läßt, oder er kann das Wesen veranlassen, ein verkürztes Verfahren zu wählen, auf das es sich nebst den ihm unterstellten Dienern jederzeit zu reagieren verpflichtet.

Auch dieses verkürzte Verfahren ist in das Buch der Formeln gewissenhaft einzutragen, damit beim praktischen Gebrauch keinerlei Fehler unterlaufen, namentlich dann nicht, wenn der Magier mehrere Kontakte mit Wesen hergestellt haben sollte. Wird das vereinfachte Verfahren von einem Wesen gegeben, das gleichzeitig wünscht, daß es vom Magier nicht schriftlich festgelegt wird, sondern von ihm nur zu merken ist, so muß der Magier diesen Wunsch respektieren. Auch dann, wenn sich der Magier das verkürzte Verfahren vornotieren kann, so dürfen seine Vornotierungen, das ganze Buch der Formeln überhaupt, nicht in andere Hände geraten, selbst dann nicht, wenn es die Hände eines wahren Magiers sein sollten.

Eine Ausnahme könnte nur gemacht werden, wenn das Wesen, das der Urheber des vereinfachten Verfahrens ist, mit einem Weitergeben desselben an eine zweite Person einverstanden wäre oder dies sogar befürworten würde. Ansonsten soll es der Magier niemals wagen, ein Verbot zu umgehen oder gar zu brechen, will er nicht, daß seine Autorität stark ins Schwanken gerät. Was dies für einen Magier bedeuten würde, braucht nicht erst näher erörtert zu werden.

Ein Wesen erscheint im Anfang dem Magier auf dieselbe Art, wie es sich in der zuständigen Zone zu bewegen gewohnt ist. Sagt die Erscheinungsform dem Magier nicht zu, so kann er auf Grund seiner magischen Autorität das Wesen veranlassen, eine Form anzunehmen, die er selbst wünscht. Hierin sind keine Grenzen gesetzt, und es bleibt Sache des Magiers, was für eine Form er das gerufene Wesen mit Hilfe seiner Vorstellung annehmen läßt. Auch das Geschlecht spielt hierbei keine Rolle.

Der Magier wird jedoch gut tun, nicht darauf zu bestehen, daß z. B. ein Wesen, das in der zuständigen Sphäre etwa weiblichen Geschlechts ist, beim Erscheinen eine männliche Gestalt annimmt, obwohl das Wesen, wenn der Magier darauf bestehen wollte, auch hierin gefällig sein müßte. Es empfiehlt sich daher, bei anfänglichen Operationen dem Wesen diejenige Form zu lassen, die es in der eigenen Zone hat und in der es dem Magier erscheint.

Mit einem Wesen verständigt sich der Magier in seiner eigenen geläufigen Sprache. Da er sich ohnehin in einem gehobenen Zustand, dem Trancezustand, befindet, verwandelt sich seine Sprache automatisch in die geistige, die sogenannte Bildersprache, und wird vom Wesen vernommen. Auch das gerufene Wesen wird in der geistigen Sprache sprechen, die sich automatisch in jene Sprache verwandelt, die dem Magier geläufig ist. Infolgedessen wird zum Beginn der Magier das Gefühl haben, als wenn die Antworten des Wesens aus seinem - des Magiers - Innern kämen, so ähnlich, wie die "innere Stimme" vernommen wird.

Mit der Zeit gewöhnt sich jedoch der Magier an diesen Zustand, und er wird das Wesen auch außerhalb seiner selbst vernehmen, und durch oftmaliges Arbeiten in dieser Hinsicht wird es ihm schließlich genau so vorkommen, wie wenn er mit einem seiner Mitmenschen sprechen würde.

Die in den Grimoarien erwähnten unerwünschten Begleiterscheinungen, wie z. B. Rumoren der Wesen, Krachen, Donnerschläge, Blitzezucken und andere ähnliche Störungen, die bei Evokationen angeblich auftreten, sind dem wahren Magier völlig unbekannt und können nur einem Nekromanten oder Zauberer begegnen, der keine magische Schulung durchgemacht hat, oder sie ereignen sich dort, wo die nötigen Vorbedingungen unbeachtet blieben oder wo die Vorbereitungen für eine regelrechte Evokation viel zu wünschen übrig ließen.

Ein wahrer Magier wird weder bei Wesen, noch bei hohen Intelligenzen unerwünschte Begleiterscheinungen erleben, und seine Evokationen werden ebenso glatt verlaufen, wie wenn er andere materielle, astrale oder geistige Handlungen vollbringen würde. Am Anfang wird der Magier gut tun, wenn er nicht viele, dafür aber konkrete Fragen an das Wesen richtet und die Fragen so stellt, daß diese sich auf die Ebene des Wesens beziehen.

Keinesfalls dürfen es Fragen sein, die der Würde des Wesens widersprechen. Später kann man das Wesen, die Intelligenz, den Vorsteher oder seine Untergeordneten, die etwa dem Magier zur Verfügung gestellt werden, veranlassen, auch aktiv wirksam zu sein, braucht nicht nur Wissen allein von diesen zu verlangen. Die Wesen dienen einem wahren Magier gern und helfen ihm selbstlos so viel, als nur in ihrer Macht steht.

Ein Magier wird gewiß niemals so töricht sein und verlangen, daß ihm die Wesen Schätze bringen oder schwere materielle Arbeiten verrichten, da die Wirkungen ihrer Machtäußerung auf unserer grobstofflichen Welt von dem Kraftstoff, also Verdichtungsstoff, abhängig sind, den ihnen der Magier zur Verfügung stellen muß.

Zuerst werden die Wesen nur Mentalarbeiten vollbringen können. Später, wenn der Magier genügend Praxis besitzt, werden sie für ihn auch astralische und mit der Zeit sogar grobmaterielle Arbeiten verrichten. Es empfiehlt sich jedoch, Wesen mit materiellen Verrichtungen nicht zu belasten, da die Wesen solche Aufgaben genau so lösen müssen wie der Magier mit seinen erworbenen magischen Praktiken. Die Wesen nehmen dieselben Kräfte in Anspruch, deren sich ein Magier bei seinen persönlichen Arbeiten bedient, d. h. daß sie bei materiellen Arbeiten Elementefluide benötigen - das elektrische oder magnetische Fluid - und auch das Akashaprinzip berücksichtigen, so wie der Magier selbst.

Den Stoff und die Kraft ziehen die Wesen zumeist aus der Atmosphäre des Magiers. Deshalb merke der Magier wohl, daß jede Evokation immer auf seine eigenen Kosten geht! Aus diesem Grund wird der Magier gewiß keine Evokation vornehmen, um vielleicht die Neugier anderer zu befriedigen und wird, wie schon gesagt, vor allem Hilfeleistungen für andere Menschen im Sinne haben oder an eine Evokation herangehen, um seine Macht über Wesen und Elemente zu vergrößern und eigene Erfahrungen zu sammeln.

Für das Rufen eines Wesens werden keine Zauberformeln und ähnlicher Unsinn angewendet. Da sich der Magier während der ganzen Evokation in einem gottverbundenen, also erhobenen Zustand befindet, versetzt er sich mit seinem Bewußtsein in die Sphäre des gewählten Wesens und ruft es mit dem Namen, es soll in seine Nähe kommen, ihm also erscheinen.

Das Wesen vernimmt den Magier, reagiert augenblicklich auf sein Rufen und kommt in seine Nähe. Ein wahrer Magier wird es fast niemals notwendig haben, Drohungen u. dgl. auszusprechen, um das Wesen seinem Willen gefügig zu machen. Dies kommt nur bei hartnäckigen Dämonen in Frage, bei denen der Magier die Macht seiner Gottverbundenheit zum Ausdruck bringt. Einer wahren Gottverbundenheit gegenüber wird es kaum ein Wesen, welchen Ranges immer es auch sein mag, wagen, sich der Göttlichkeit entgegenzustellen, da ja die Göttlichkeit diejenige Macht ist, die das Wesen erschaffen hat und infolgedessen respektiert werden muß.

Da für einen Magier das Motto gilt, daß die Sterne zwar beeinflussen, aber nicht zwingen, so bleibt es ihm anheimgestellt, die Zeit des Anrufens nach astrologischen Richtlinien zu wählen, vorausgesetzt, daß er wenigstens in den Grundrissen der Astrologie bewandert ist und demnach auch die für die Wesen maßgebenden günstigen planetarischen und sphärischen Zeiten festzustellen vermag.

Alle in den Grimoarien beschriebenen Arten von Zitationen sind nicht für einen Magier, sondern nur für einen Zauberer bestimmt. Für einen wahren Magier sind daher die in den Grimoarien angegebenen Anleitungen wertlos, und er legt sie auch als solche beiseite. Ein Magier weiß den wahren Weg der Einweihung, er weiß genau, wie eine Evokation richtig durchzuführen ist und ist demnach von seiner erfolgreichen Arbeit im voraus überzeugt.

Nach Beendigung der magischen Evokation ist es Aufgabe des Magiers, das Wesen in seine Ebene zurückzuschicken, besser gesagt, es abzudanken. Er begleitet es mit seinem Bewußtsein und empfindet dabei die innere Genugtuung und Sicherheit, daß sich das gerufene Wesen wieder in jene Sphäre zurückzieht, aus der es gerufen wurde und auch gekommen ist. Alle in Anspruch genommenen Geräte bringt der Magier an ihren Aufbewahrungsort und alle gestauten Kräfte löst er mittels seines Willens und seiner Imagination wieder auf. Hiermit ist die Evokation als beendet zu betrachten.

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Die Praxis der magischen Evokation

Der Magier wird es sicherlich begrüßen, wenn ich nachstehend ein Beispiel für eine regelrechte Evokation bringe. In keinem bisher erschienenen Buch wird er eine Evokation so eingehend und den Universalgesetzen gemäß so genau beschrieben finden. Was die Aufmachung u. dgl. betrifft, so bleibt es dem Magier überlassen, kleine Änderungen oder Vervollkommnungen zu machen, die sich jeweils nach seinen individuellen Verhältnissen richten, von denen es auch abhängt, wo er seine Evokationen jeweils vornehmen wird.

Am idealsten ist es allerdings, wenn dem Magier ein für diesen erhabenen Zweck geeigneter Raum zur Verfügung steht, der nur von ihm allein betreten wird. Im gegebenen Fall soll er dann nicht einmal die unausweichlichen Reinigungsarbeiten einer zweiten Person anvertrauen. Ein solcher Raum dient im wahren Sinn des Wortes als eine Art Tempel. Ist diese Möglichkeit dem Magier gegeben, so kann er alle Analogiegesetze berücksichtigen und sich im eigenen Raum alles so einrichten, wie es z. B. in den Tempeln der alten Magier eingerichtet war, in denen sich östlich ein Altar befand.

Der Magier kann je nach seiner Reife und religiösen Einstellung auf dem Altar seine Gottheit symbolisch zum Ausdruck bringen oder kann nach Art der ältesten Eingeweihten oder Magos in der Mitte einen magischen Spiegel aufstellen, zu jeder Seite einen siebenarmigen Leuchter anbringen und in die Mitte das Räuchergefäß stellen. Die früheren Tempel schmückten gewöhnlich vier mit verschiedenen symbolischen Figuren versehene Säulen, und jede Säule stellte eines der Elemente dar.

Die Wände zierten Bilder, die verschiedene Gottheiten der vier Elemente darstellten. Derartige Tempel für magische Arbeiten konnten sich einstmals nur solche Eingeweihte erlauben, die den höchsten Kreisen angehörten. Leider wird es auch heute nur wenige Menschen geben, die pekuniär so gut daran sind, um sich eine prunkhafte Ausstattung des magischen Arbeitsraumes erlauben zu können.

Meine Angaben beziehen sich lediglich auf das Wichtigste und gestatten daher ausnahmslos jedem Magier, ob bemittelt oder unbemittelt, wahre magische Evokationen vorzunehmen, auch dann, wenn ihm kein separater Raum zur Verfügung stehen sollte. Der Magier ist an keinen bestimmten Ort gebunden und kann das Rufen eines Wesens gerade so gut in einem Zimmer wie in einer Küche vornehmen, ja sogar eine Bodenkammer oder ein geeigneter Platz im Keller eignen sich ebenso gut für eine störungsfreie Durchführung der Evokation.

Bietet sich dem Magier keine von diesen Möglichkeiten, dann braucht er bloß einen einsamen Ort im Freien aufzusuchen, wo er die Gewißheit hat, daß er von niemand beobachtet wird, somit ungestört arbeiten kann. Diese Umstände können bei der Beschreibung natürlich nicht berücksichtigt werden, und jeder Magier muß selbst am besten wissen, wie und wo er seine Arbeiten durchführen wird. Des leichteren Verständnisses wegen habe ich als Beispiel für eine Evokation die Venus-Intelligenz namens H a g i e l gewählt. Bei anderen Wesen und Intelligenzen wird der Magier natürlich ebenso vorgehen, nur muß er stets die Analogiegesetze der einzelnen Sphären in bezug auf die Farbenlichtstauung berücksichtigen.

Bevor der Magier an die eigentliche Evokation herangeht, muß er außer einem schon vorher präzis ausgearbeiteten Plan im voraus genau wissen, aus welcher Ebene oder Sphäre er ein Wesen, eine Intelligenz, zu rufen beabsichtigt und was er von dem Wesen verlangen will. Im zweiten Teil dieses Werkes, der die Hierarchie der Wesen behandelt, findet der Magier eine ganze Anzahl von guten, also positiven Wesen der einzelnen Sphären, womit ihm eine große Auswahl gegeben ist, so daß er sich nach Belieben jenes Wesen aussuchen kann, das ihm den angestrebten Zweck verwirklichen hilft. Durch meine Angaben sind, wohlgemerkt, längst nicht alle Wesen und Intelligenzen erschöpft, denn es gibt ihrer in jeder Ebene und Sphäre an die Tausende. Die von mir angeführten Intelligenzen reichen aber im allgemeinen für die Praxis aus.

Nehmen wir nun an, daß sich der Magier die Venus-Intelligenz H a g i e 1 für seine Evokation ausgesucht hat und von ihr Glück und Erfolg in einer seiner Unternehmungen verlangt, wo er die Freundschaft oder Sympathie einer bestimmten Person vonnöten hat. Für diesen Zweck eignet sich die Venus-Intelligenz ausgezeichnet, da ihr sämtliche Angelegenheiten der Freundschaft, Liebe, des Erfolges und Glückes zustehen.

Noch vor Beginn der Evokation nimmt der Magier ein Bad oder reinigt wenigstens seinen Körper, denn ungepflegt soll man keine Evokation eines reinen Wesens vornehmen und namentlich nicht die einer hohen und guten Intelligenz. Eine Evokation verlangt nicht nur einen reinen Geist und eine reine Seele, sondern auch einen reinen Körper. Besteht keine Möglichkeit, zu baden oder den ganzen Körper zu waschen, dann muß sich der Magier wenigstens die Hände sorgfältig abwaschen. Diese Möglichkeit hat wohl jeder und darf sie unter keinen Umständen außer acht lassen. Beim Waschen ist daran zu denken, daß alle ungünstigen körperlichen und seelischen Einflüsse mit dem Wasser abfließen.

Auf diese Weise vorbereitet, entnimmt der Magier dem Aufbewahrungsort der Reihe nach alle seine magischen Geräte und legt diese auf ein reines, am besten ganz neues Tuch, das eigens für diesen Zweck am Aufbewahrungsort bereit liegt und nur dazu dient, die Geräte vor Staub zu schützen. Beispielsweise nehmen wir das Anrufen Hagiel's in einem normalen Wohnzimmer vor.

Sorge dafür, daß du während der ganzen Evokation durch nichts gestört wirst, und um etwaigen neugierigen Blicken zu entgehen, verhängst du sorgfältig die Fenster. Dann kleidest du dich um, d. h. du ziehst dich magisch an, indem du zuerst deine Seidenstrümpfe - bei kühlem Wetter deine Seidenwäsche und Hausschuhe anlegst.

Schon beim Ankleiden beginnt die Evokation, denn du mußt dich lediglich mit jenem Gedanken befassen, der deiner Handlung entspricht. Denke also, daß du durch das Anlegen der Kleider von allen ungünstigen Einflüssen, die dir das Universum oder die unsichtbare Welt zufügen könnte, isoliert bist. Du mußt beim Ankleiden die völlige Gewißheit haben, daß dein Körper keinerlei Einflüsse irgendeines Wesens, ob guten oder weniger guten, aufnimmt.

Sodann legst du dein Gewand an, wobei du bei der meditativen Einstellung der vollkommenen Isoliertheit und des Schutzes verbleibst. Hierauf umgürtest du dich mit deinem magischen Gürtel und läßt dich dabei von dem Gefühl ganz durchdringen, daß du Herrscher der Elemente, Herr aller Kräfte bist. Als letztes legst du deine Magusbinde um oder setzt die magische Kopfbedeckung auf den Kopf mit dem Gefühl der Gottverbundenheit, daß nicht der Magier, sondern das Göttliche im Körper die ganze Operation vornimmt.

Du mußt dich innerlich mit dem göttlichen Prinzip derart verbinden, daß du dich direkt als Gottheit empfindest. Auf diese Weise vorbereitet, bist du fähig, zur weiteren Etappe der Operation überzugehen. Du zündest nun die magische Lampe an, die in unserem Fall ein hellgrünes Licht in den Raum werfen muß. Die magische Lampe stellst du so auf, daß du rundherum den Kreis ziehen kannst, oder du hängst die Lampe in der Mitte des Raumes auf.

Damit ist natürlich nicht gesagt, daß die Lampe genau in der Mitte sein muß, es hat aber den Vorteil, daß dadurch der Raum gleichmäßig beleuchtet wird. Als nächste Aufgabe folgt die Aufstellung und Imprägnierung des magischen Spiegels, eventuell zweier, falls du mit zwei Spiegeln arbeitest. In diesem Beispiel führe ich die Anleitung mit zwei Spiegeln an. Durch einen Spiegel soll die Materialisierung Hagiels auf der grobstofflichen Ebene zustandekommen, der zweite Spiegel soll unerwünschte Einflüsse fernhalten.

Indem du dir dessen bewußt bist, daß nicht du, sondern die Gottheit in dir den Vorgang vollführt, imaginierst du ein großes Lichtmeer in wunderschöner smaragdgrüner Farbe, welche du imaginativ aus dem ganzen Universum mit Hilfe der Lichtkraftstauung derart in den Spiegel verdichtest, daß die ganze Spiegelfläche von dieser Farbe eingenommen wird. Die Strahlkraft der verdichteten grünen Lichtstauung muß sich auf den ganzen Raum, in dem du arbeitest, ausdehnen. Du mußt dabei die imaginative Vorstellung haben, daß diese Lichtstauung eine tatsächliche Kraftmatrize, ein dem physischen Auge fast sichtbares Fluid ist.

Allenfalls mußt du dabei dauernd das Empfinden haben, daß du dich im Raum in der grünen Lichtschwingung befindest und bewegst. Auf diese Art und Weise ist der Raum für das zu rufende Wesen magisch vorbereitet, und dem Wesen stehen keinerlei Hindernisse mehr im Weg, seine Sphäre zu empfinden. Schon bei der Stauung konzentrierst du, daß die Stauung die Aufgabe hat, das gerufene Wesen automatisch so zu verdichten, damit du das Wesen mit dem physischen Auge siehst und mit dem physischen Ohr vernimmst.

Je stärker die Imagination, je fester der Glaube, der Wille und die Überzeugung, um so mehr verdichtet und wahrheitsgetreu wird dir Hagiel erscheinen. Bei der Raumimprägnierung vergißt du nicht, den Wunsch mit einzulegen, daß die gestaute planetarische Lichtkraft so lange im Spiegel und im Raum wirksam bleibe, bis du dieselbe mit deiner Imagination wieder auflöst.

In meinem ersten Werk "Der Weg zum wahren Adepten" sind im Kapitel über die Raumimprägnierung ähnliche Praktiken angeführt, und du findest es bestätigt, daß alle Übungen und magischen Arbeiten des ersten Werkes ihren bestimmten Zweck haben. Auch im Laufe deiner weiteren magischen Arbeiten wirst du keine einzige Praktik des ersten Werkes entbehren können. Falls du die Übungen des ersten Werkes nicht praktisch durchgeführt hast, bist du außerstande, einen bewußten Kontakt mit einem Wesen außerhalb sich herzustellen und das Wesen zu materialisieren.

Nun gehst du dazu über, den zweiten Spiegel zu imprägnieren, indem du ihn mit dem Akashaprinzip ladest. In die mit einem fluidischen Kondensator bestrichene Spiegeloberfläche legst du imaginativ die Wunschvorstellung, daß kein einziges störendes Wesen, keine unerwünschte Kraft oder dergleichen in deinen Arbeitsraum - Evokationsraum - eindringe.

Damit hast du die zweite Etappe der Evokation absolviert, und der Raum, in dem du arbeitest, ist zweckentsprechend imprägniert. Du hast aber noch eine andere Möglichkeit, und zwar kannst du den Spiegel, den du für die Abschirmung unerwünschter Einflüsse vorgesehen hast, mit dem Wunsch imprägnieren, daß das gewünschte Wesen in diesem Spiegel erscheinen soll. Die Imprägnierung muß natürlich die Lichtstauung in der planetarischen Farbe haben. In unserem Fall ist es die grüne Farbe.

Nimm nun ein Stück Fließpapier und schneide es siebeneckig zu.

[Für die einzelnen Sphären wird das Fließpapier in folgender Form verwendet:
für die Saturnsphäre ein D r e i e c k ,
für die Jupitersphäre ein V i e r e c k ,
für die Marssphäre ein F ü n f e c k ,
für die Sonnensphäre ein S e c h s e c k ,
für die Venussphäre ein S i e b e n e c k ,
für die Merkursphäre ein A c h t e c k
und für die Mondsphäre ein N e u n e c k .
Für die Erdgürtelzone und für alle anderen Sphären wird die kreisrunde Form des Siegels beibehalten.]

In die Mitte zeichnest du entweder mit grüner Tusche oder noch besser mit einem grünen Farbstift das Siegel Hagiels ein. (Siehe nebenstehende Abb.) 

Über dieses siebeneckige Siegel fährst du entweder mit dem magischen Stab oder mit dem Finger und konzentrierst die Eigenschaften Hagiels, die Glück, Liebe, Freundschaft
u. dgl. m. sind, in das Siegel hinein. Das Fließpapier kannst du noch vor der Operation mit einem fluidischen Kondensator tränken und es trocknen lassen. Ferner konzentrierst du dich darauf, daß diese Intelligenz mit dem Zeichen in Verbindung steht, auf dasselbe jederzeit reagiert und den Willen des Magiers, also deinen Willen, stets auszuführen gewillt ist.

Sei dir dessen voll bewußt, daß nicht du, sondern die Gottheit das betreffende Zeichen zieht und demnach die Intelligenz der Gottheit absoluten Gehorsam leistet. Bei dieser meditativen Einstellung ist ein Mißerfolg von vornherein ausgeschlossen. Dein Siegel ist hiermit fertig und du bereitest nun den Kreis und das Dreieck vor. Falls du einen auf Tuch ausgenähten oder auf Papier gemalten Kreis hast, legst du denselben nebst dem Dreieck auf den Fußboden und überfährst mit dem magischen Stab oder mit der rechten Hand oder mit einem Finger der rechten Hand nochmals alle Kreislinien mit der meditativen Einstellung, daß du die Ewigkeit, den Mikro- und Makrokosmos, darstellst und somit das Universum im Großen und im Kleinen symbolisch ausdrückst. Der Kreis, dessen Mitte du beim Rufen der Intelligenz einnehmen mußt, ist für dich die kleine und die große Welt. Die meditative Einstellung muß so stark sein, daß kein anderer Gedanke in dir Platz greift.

Ebenso verfährst du beim Nachziehen des Dreiecks, das die dreidimensionale Welt, das ist die geistige, astrale und die grobstoffliche, symbolisiert. Daß die in das Dreieck zu rufende Intelligenz nicht nur mentalisch, sondern auch astralisch und grobstofflich erscheinen soll, ist bei der meditativen Einstellung auf das Dreieck zu berücksichtigen. Die Vorstellung beim Ziehen - Nachziehen - des magischen Dreiecks ist gerade so notwendig und wichtig wie das Ziehen - Nachziehen - des magischen Kreises. Der Magier bestimmt hierbei die Form und den Wirkungsbereich der zu erscheinenden Intelligenz. Würde er dies unterlassen, erschiene ihm Hagiel nur mentalisch, wäre also nur in Gedanken zugegen, und eine Manifestierung Hagiels sowohl im Erscheinen als auch im Einfluß käme natürlich nicht zustande.

Sind auch diese Vorbereitungen alle getroffen, legst du das Dreieck vor den Kreis und gibst das vorbereitete Siegel in die Mitte des Dreiecks. Manche Magier verstärken die dreidimensionale Wirkung des zu erscheinenden Wesens dadurch, indem sie in jede Ecke des Dreiecks ein Spirituslämpchen stellen und anzünden. Der Brennstoff ist ein Spiritus-Kamillenauszug, somit schon ein fluidischer Kondensator, in dem der Magier die Wunschimagination der Verdichtung für die dreidimensionale Welt bereits vorgenommen hatte.

Beim Brennen der Lämpchen, die mit kleinen Dochten versehen sind und Laboratoriums-Spirituslämpchen ähneln, geht durch die allmähliche Verdunstung des Brennstoffes auch die einkonzentrierte Imaginationskraft in den Raum und unterstützt die Materialisierung des gerufenen Wesens. Unbedingt notwendig ist das Aufstellen der Spirituslämpchen nicht, aber es ist - namentlich für den Anfänger - ein guter Behelf, denn ein Anfänger in Evokationen benötigt viel mehr Bewußtseinsstützen als ein in diesen Arbeiten schon erfahrener Magier.

Anfänger können solche Lämpchen nicht nur im Dreieck, sondern auch rings im Kreise in gleichen Abständen aufstellen. Die Anzahl der im Kreis aufzustellenden Lämpchen richtet sich stets nach der Zahl, die dem betreffenden Planeten analog ist. In unserem Fall handelt es sich um eine Intelligenz aus der Venussphäre, der die Zahl S i e b e n zusteht. Informationshalber gebe ich nachstehend die den Planeten zustehenden Zahlen an:

für die Erdzone kämen 10 Lämpchen
für die Mondzone kämen 9 Lämpchen
für die Merkurzone kämen 8 Lämpchen
für die Venuszone kämen 7 Lämpchen
für die Sonnenzone kämen 6 Lämpchen
für die Marszone kämen 5 Lämpchen
für die Jupiterzone kämen 4 Lämpchen
für die Saturnzone kämen 3 Lämpchen
in Frage.

Der Magier kann im Kreis auch die Elemente symbolisieren und braucht dann nur vier Lämpchen aufzustellen. Als das fünfte Element steht er selbst in der Mitte des Kreises als Vertreter des Akashaprinzipes. Bei Aufstellung der Lämpchen berücksichtigt der Magier die vier Weltrichtungen und stellt im Kreis je ein Lämpchen im Osten, Westen, Süden und Norden auf. Es bleibt ihm vollkommen überlassen, durch die Lämpchen entweder die planetarische Zahl zum Ausdruck zu bringen oder die Elemente symbolisch darzustellen.

Der Magier hat natürlich auch die Möglichkeit, drei Kreise zu ziehen. In den mittleren Kreis stellt er vier Lämpchen als Symbol des Universums und in den äußeren Kreis jene Anzahl von Lämpchen, die der Planetenzahl des zu rufenden Wesens entspricht. Allerdings kompliziert das Aufstellen der Lämpchen einigermaßen die Vorarbeiten zur Evokation. Doch wer die Möglichkeit hat, sich solche Lämpchen zu beschaffen, soll von diesem Behelf nicht absehen, denn je mehr Bewußtseinsstützen im Anfang, um so besser.

Es ist nun das Räuchergefäß an der Reihe. Dieses stellt der Magier entweder zwischen den Kreis und das Dreieck oder direkt in das Dreieck hinein. In das Räuchergefäß kommt entweder glühende Holzkohle, ein Spiritusflämmchen oder eine Kerze, oberhalb mit einem kleinen Ständer versehen, auf dem ein Kupferblech angebracht ist, das von der Flamme erhitzt wird.

Das Räucherpulver muß stets der Sphäre des Wesens zusagen und ist auf das Kupferblech zu legen. Da es sich in unserem Fall um eine Venus-Intelligenz handelt, genügt als Räucherpulver gemahlene Zimtrinde. Von diesem Räuchermittel nimmt man gerade so viel, daß der ganze Raum schwach nach Zimt duftet. Man kann aber auch Zimttinktur verwenden, indem man einige Tropfen auf das Kupferblech träufelt.

Zimttinktur ist in jeder Apotheke und Drogerie erhältlich. Man kann sich diese Tinktur aber auch selbst zubereiten, indem man normales Zimtgewürz mit zwei Drittel Weingeist übergießt und acht Tage ziehen - auslaugen - läßt. Nach Ablauf dieser Frist wird es durchfiltriert, und die Zimttinktur ist gebrauchsfertig. Will man bei der magischen Operation mit keinem Räuchergefäß arbeiten, so schüttet man einige Tropfen Zimttinktur auf ein Stück Fließpapier.

Auf jeden Fall schafft der Zimtgeruch eine der Intelligenz Hagiel zusagende Tempel-Atmosphäre, die zur Materialisierung dieser Intelligenz auf die physische Welt gleichfalls günstig beiträgt. Von gar so großer Wichtigkeit, wie in vielen Büchern behauptet wird, ist das Ausräuchern allerdings auch nicht. Das alles sind nur Hilfsmittel. Die Verdichtung eines Wesens käme ohne materialisierten Lichtkraftstoff niemals zustande und wäre auch dann nicht möglich, wenn man noch so viele Räucherpulver verwenden würde.

Ein zu starkes Ausräuchern des Raumes hat gewöhnlich den Nachteil, daß der Magier durch den überstarken Geruch zum Husten gereizt wird, was sicherlich nicht wünschenswert und angenehm ist. Alle schädlichen Giftdrogen und Gemische von narkotischen Mitteln wird ein wahrer Magier niemals anwenden. Hat es der Magier mit einem Wesen zu tun, das keiner der sieben planetarischen Sphären entstammt und der Magier die genaue Entsprechung in bezug auf die Räucherung nicht weiß, so kann er für das Ausräuchern einen universalen fluidischen Kondensator verwenden. Diese Regel bezieht sich meistenteils auf Wesen, die der Erdgürtelzone angehören. Der fluidische Kondensator ist entsprechend zu imprägnieren, also die Lichtkraftstauung gleichzeitig mit dem Wunsch auf Erfolg vorzunehmen.

Nachstehend gebe ich eine Aufstellung der Räuchermittel, die für die einzelnen Sphären in Frage kommen. Bemerken möchte ich dabei, daß Räucherungen nur im Anfang als gewisser Materialisationsbehelf dienen können, aber nicht unbedingt notwendig sind.

1. Erdgürtelzone:
Pulver von Salbei und Holundermark zu gleichen Teilen.
2. Mondsphäre:
Aloe-Pulver als alleinstehende Droge oder verstärkt mit einem Gemisch von gleichen Teilen: Aloe, weißer Mohn, Storax, Benzoe und pulveris. Kampfer. (Von letzterem nur eine kleine Prise).
3. Merkursphäre:
Als alleinstehendes Räuchermittel ist Mastix zu verwenden. Im verstärkten Maße ein Gemisch gleicher Teile: Mastix, Weihrauch, Nelkenblüten, Anissamen, Wacholderholz, Kamillenblüten und Baldrianwurzeln. Alles in pulverisiertem Zustand.
4. Venussphäre:
Als alleinstehendes Räuchermittel Zimt, entweder pulverisiert oder pulverisierte Zimtblüten (Floras Kassia).
In verstärkter Form: Zimt, Rosenblüten, Koriandersamen, Quiendel-Blüten (nicht Lavendel, sondern Floras Serpilli), Lilienblüten. Alles zu gleichen Teilen in pulverisiertem Zustand.
5. Sonnensphäre:
Als alleinstehendes Räuchermittel ist Sandelholzpulver zu nehmen. In verstärktem Maße wird ein Gemisch von weiteren nachstehenden Drogen verwendet: Sandelholzpulver, Myrrhe, Aloeholzpulver, Weihrauch, Safran, Nelkenblüten, Lorbeerblätter. (Von allem gleiche Teile).
6. Marssphäre:
Als alleinstehendes Räuchermittel kommt pulverisierter Zwiebelsamen in Betracht. In verstärktem Maße nachstehende Räucherung: Zwiebelsamen, Brennesselblätter, Senfkörner (Senfkörnersamen), Hanfsamen, Rautenblätter und Pfefferminzblätter. Alle zu gleichen Teilen pulverisiert.
7. Jupitersphäre:
Als alleinstehendes Räuchermittel wird pulverisierter Safran verwendet. Als verstärktes Räuchermittel dient ein Gemisch von nachstehend angeführten Pflanzen: Safran, Leinsamen, Veilchenwurzel, Pfingstrosenblüten, Betonienblätter und Birkenblätter, zu gleichen Teilen pulverisiert.
8. Saturnsphäre:
Als alleinstehendes Räuchermittel wird schwarzer Mohnsamen in pulverisierter Form verwendet. In verstärktem Maße wird ein Gemisch, zu gleichen Teilen, von folgenden pulverisierten Drogen genommen: Schwarzer Mohnsamen, Weidenblätter, Rautenblätter, Farnkraut, Kümmel, Fenchelsamen.

Für alle weiteren Sphären gilt als Behelf ein Universalgemisch von: Weihrauch, Myrrhe, Storax, Benzoe und Aloe (gleiche Teile pulverisiert).

Bei jeder Räucherung wird sowohl von den einzelnen Drogen als auch vom Pulvergemisch nur eine kleine Messerspitze für je eine Evokation genommen. Es ist nicht notwendig, den Arbeitsraum des Magiers jeweils so stark auszuräuchern, daß Qualm entsteht. Es genügt vollends, den Raum mit den Düften der betreffenden Drogen zu aromatisieren.

Hiermit ist eine weitere Etappe der Evokation erreicht worden, und du kannst zur direkten Anrufung übergehen. Da es sich in unserem Fall um Hagiel, also um eine positive planetarische Intelligenz handelt, kannst du dein magisches Schwert auf den magischen Gürtel hängen oder hinter den Gürtel auf die linke Seite stecken. Hast du unter deinen magischen Geräten auch einen Dolch, steckst du auch diesen hinter den Gürtel, denn für ein gutes Wesen, ohne Unterschied. aus welcher Sphäre es kommt, wird selten ein Schwert oder ein Dolch notwendig sein.

Würde es sich dagegen um ein dämonisches Wesen handeln, dann müßtest du das Schwert oder den Dolch als Zeichen des Sieges in der rechten Hand halten und den magischen Stab in die linke Hand nehmen. Dadurch, daß du das Schwert hinter den Gürtel steckst, bringst du zum Ausdruck, daß in deinem Fall das Wesen nicht erst durch Zwangsmittel dazu angehalten werden muß, deinem Willen nachzukommen. Bei hartnäckigen Wesen jedoch wird der Magier ohne das magische Schwert oder den Dolch kaum auskommen.

Negativen Wesen befiehlt der Magier durch sein flammendes Schwert als Zeichen des Sieges, ihm absoluten Gehorsam zu leisten und seinem Willen zu folgen. Es gibt keine einzige dämonische Wesenheit, die ein wahrer Magier durch sein magisches Schwert nicht gefügig machen könnte. Er braucht nur die Spitze des Schwertes dorthin zu richten, wo er das beschworene Wesen ohne Unterschied des Ranges zu erblicken wünscht und das negative Wesen wird augenblicklich dem Befehl des Magiers Folge leisten. Da in jedem Wesen der Selbsterhaltungstrieb ist, fürchten sich vor dem magischen Schwert - Dolch - alle Dämonen, denn in der Gottverbundenheit würde ein magisches Schwert einen Dämon, symbolisch ausgedrückt, in Stücke reißen.

Nimm in deine rechte Hand den magischen Stab, stelle dich in die Mitte des Kreises und konzentriere, daß du der Mittelpunkt, also Gott selbst bist, Herr über alle Sphären und daß du dich mit deinem Allbewußtsein im gleichen Augenblick in der Venussphäre befindest. Als göttliches Prinzip rufst du in Gedanken die Intelligenz Hagiel, wie wenn du den Namen in Gedanken durch die ganze Venussphäre rufen würdest. Du mußt davon überzeugt sein, daß das Aussprechen des Namens die ganze Venussphäre durchdringt und daß Hagiel dich als ihren Gott anerkennend hört.

In dieser Spannung verharrst du einige Augenblicke, worauf dein Geist sofort vernehmen wird, daß Hagiel dir im Geiste antwortet. Da du dich mit deinem Allbewußtsein in der Venussphäre befindest, wirst du anfänglich die Stimme Hagiels so vernehmen, wie wenn sie aus der innersten Tiefe deines eigenen Geistes kommen würde. Sobald du die Stimme Hagiels vernimmst und dessen sicher bist, daß dein Geist das Wesen sieht, kehrst du mit der Aufrechterhaltung des Gottesbewußtseins in deine Seele zurück, und in deinem physischen Körper fühlst du dich mit deiner Seele wieder verbunden.

Im Flüsterton rufst du abermals Hagiel und wiederholst auf gleiche Weise den Namen einige Male. Sogleich wirst du empfinden, daß sich Hagiel in ihrer astralischen Atmosphäre und somit schon in deinem Raum befindet. Sind deine Arbeiten so weit fortgeschritten, daß sich Hagiel in deinem Arbeitsraum, und zwar über dem Siegel, befindet, dann rufst du halblaut oder laut, Hagiel möge dir auch grobstofflich erscheinen.

Beim Übergang aus der astralen in die grobstoffliche Welt vergißt du niemals, dich in deiner Persönlichkeit aller drei Daseinsformen zu vergewissern, so daß du dich als Geist mit dem Astralkörper verbunden fühlst und dich mit beiden gleichzeitig im grobstofflichen Körper empfindest. Diese Vergewisserung trägt namentlich dazu bei, daß das Wesen deinem Gedankengang folgt und sich aus der eigenen Sphäre in jene Sphäre begibt, die du dem Wesen in deinem Arbeitsraum vorbereitet hast. Das Wesen erscheint somit mentalisch, astralisch, und je nach deiner Materialisationsfähigkeit nimmt es auch einen grobstofflich verdichteten Körper an.

In deinem magischen Dreieck kannst du nun Hagiel sehen und hören oder, falls du für das Erscheinen dieser Intelligenz den magischen Spiegel entsprechend präparierst, wird Hagiel in deiner symbolischen Darstellung den Eigenschaften der Venussphäre gemäß im Spiegel erscheinen, so daß du den Kontakt bewußt herstellen kannst. Hagiel erscheint in Gestalt einer Königin mit wunderschönem Antlitz, klaren Augen und einem schön geformten Körper. Gekleidet ist sie in ein grünes, mit Gold besticktes Gewand, und ihr Haupt schmückt eine königliche Krone. Ihre Stimme ist so lieblich, daß es sich nicht beschreiben läßt, und jedermann müßte in Hagiel die verkörperte Schönheit erblicken.

Jetzt liegt es an dir, dein Anliegen dieser Intelligenz vorzubringen. Falls du des öfteren einen Kontakt mit Hagiel herzustellen beabsichtigst, dann vergiß nicht, schon bei dieser ersten Begegnung zu vereinbaren, auf welche einfache Art und Weise du dieses hohe und schöne Wesen rufen kannst. Liegt es in deinem Interesse, so kannst du auch die Untergebenen Hagiels gewinnen. Diese werden dann dem Magier gewöhnlich in weiblichen Gestalten zur Verfügung gestellt. Auch die Untergebenen der Venus-Königin sind mit einer berückenden Schönheit ausgestattet, wovon sich der Magier ja selbst überzeugen wird.

Bei solchen Evokationen können die mannigfaltigsten Erfahrungen gewonnen werden. Sie hier alle anzuführen ist ein Ding der Unmöglichkeit. Dem Magier steht es jedoch frei, so viele Erfahrungen zu sammeln, als er nur zu sammeln Lust hat. Aus eigener Erfahrung kann ich ihm hier nur einige Richtlinien angeben, wie er als wahrer Eingeweihter bei Evokationen von Wesen zu verfahren hat.

Hast du mit Hagiel alles vereinbart und hat Hagiel versprochen, deine Wünsche zu erfüllen, so kannst du versichert sein, daß Hagiel dem gegebenen Versprechen auch wirklich nachkommen wird. Es bleibt nur noch die Abdankung dieser Intelligenz vorzunehmen. Du bedankst dich ganz individuell, indem du z. B. deine Freude darüber ausdrückst, daß Hagiel dich als vollkommenen Magier anerkennt und dir Gehorsam leistet und bittest die Intelligenz, wieder in ihre eigene Sphäre zurückzukehren.

Mit deinem Allbewußtsein versetzt du dich in die Venussphäre und denkst mittels Imagination, daß sich Hagiel aus der in deinem Raum befindlichen Teilsphäre in ihre Heimstätte zurückversetzt. Nach Absolvierung dieses meditativen Vorganges kehrst du aus deinem Allbewußtsein in das normale Bewußtsein als Magier wieder zurück, womit deine Evokation beendet ist. Du wirst im Raum, wo du die Evokation durchführst, nach Hagiel noch eine geraume Weile eine beglückende Stimmung empfinden, ein Glückseligkeitsgefühl wird dich durchdringen, und du wirst dich wie vom Glück beherrscht in einem gehobenen Zustand befinden.

Wenn es dir angenehm ist, so kannst du noch eine Zeitlang in deinem Raum im magischen Kreis verweilen und den ganzen Vorgang mit Hagiel noch einmal in Gedanken durchgehen, damit du dir jede Einzelheit gut einprägst. Sodann nimmst du die endgültige Beendigung deiner Evokation vor. Mittels Imagination löst du die Lichtstauung ins Universum auf, nimmst das Zeichen aus dem Dreieck und hebst es gut auf. Aus dem Kreis kannst du gefahrlos heraustreten, die Lämpchen auslöschen usw.

Alle magischen Geräte und Hilfsmittel kommen an ihren Aufbewahrungsort zurück. Sind dir von Hagiel irgendwelche speziellen Lehren anvertraut worden, die du dir nicht aufschreiben, sondern nur merken sollst und lediglich für dich zu behalten hast, dann mußt du diesen Wunsch respektieren. Andernfalls notierst du den Vorgang der ganzen Evokation in dein Tagebuch, damit du eine Kontrolle, sozusagen ein Nachschlagebuch über deine Arbeiten hast. Auf die gleiche Art und Weise, wie hier mit Hagiel beschrieben, kannst du mit einer jeden Wesenheit jeglicher Sphäre verfahren. Mit der Zeit wirst du auch hierin Meister und sammelst auch auf diesem Gebiet reiche Erfahrungen. Die Beschreibung der Praxis einer magischen Evokation ist hiermit beendet.

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