|
|
Dieses Kapitel dürfte sich für einen Sphärenmagier erübrigen. Aber nicht jeder Leser wird mein Buch gleich praktisch durchnehmen, sondern viele Leser werden mit dem Inhalt meiner Werke zunächst einmal ihre theoretischen Kenntnisse erweitern wollen. Für solche Leser wird dieser Beitrag viele Anregungen geben, um ihr Wissen zu bereichern.
Mein erstes Werk "Der Weg zum wahren Adepten" enthält genaue Anleitungen zum mentalen Wandern. Auch über die Astralleib-Exteriorisation oder das sogenannte Astralleib-Aussenden wird in demselben theoretisch und praktisch eingehend gesprochen. Mit dem Astralleib wird der Magier höchstens die Erdgürtelzone besuchen können, da ja der Astralleib aus Elementestoffen zusammengesetzt ist, die im äußersten Falle nur die Schwingungen der Erdgürtelzone vertragen.
Infolgedessen wird sich ein Sphärenmagier kaum einbilden, daß er sich mit seinem Astralkörper auch noch über unsere Erdgürtelzone hinaus versetzen kann, da dies ein Ding der Unmöglichkeit ist. Der praktische Sphärenmagier wird aus eigener Erfahrung schon wissen, daß der Astralkörper von der Göttlichen Vorsehung an die Gesetze der Erdgürtelzone gebunden ist und über deren Gesetze nicht hinaus kann. Außerdem ist der Astralkörper auch noch an das Raumprinzip gebunden, was schließlich der Magier beim Besuch der Erdgürtelzone selbst feststellen wird.
Der Magier kann sich zwar mit seinem Astralkörper in die Bereiche der Elemente versetzen und kann auf unserem Planeten jeden beliebigen Ort aufsuchen, ohne Unterschied, ob auf oder unter der Erdoberfläche, sogar den feinsten Schwingungen der Erdgürtelzone hält sein Astralkörper stand, aber er wird darauf kommen, daß er über diese Zone nicht hinaus kommt.
Falls er es dennoch wagen würde, die Erdgürtelzone mit seinem Astralkörper zu verlassen, währenddem sein grobstofflicher Körper auf unserer irdischen Ebene liegt und durch die Astralmatrize mit dem Astralkörper in Verbindung steht, würde dieser vergebliche Versuch ein sofortiges Reißen der Astralmatrize herbeiführen, und der physische Tod müßte augenblicklich eintreten. Eine Wiederbelebung der Astralmatrize bliebe ergebnislos, und der grobstoffliche Körper wäre den Elementen ausgeliefert.
Würde es aber vorkommen, daß nach einem derartigen physischen Tode der Austritt des Astralkörpers dennoch zustandekäme und der Mentalkörper zusammen mit dem Astralkörper die Erdgürtelzone gewaltsam überschreiten wollte, so hätte dies wiederum ein Reißen der Mentalmatrize zur Folge. Der Mentalkörper wäre vom Astralkörper gelöst und letzterer wiederum den Elementen in der Astralwelt preisgegeben, die eine solche Astralleiche in ganz kurzer Zeit aufzehren würden. Ein Zurückgehen in den Astralkörper ist dann unmöglich und der Geist in jener Sphäre gebannt, die sein letztes Entwicklungsstadium war. Einen solchen Gewaltakt eines Magiers würden dann die Richter der Saturnsphäre streng bestrafen.
Ein ebensolcher Gewaltakt und gleichzeitig ein Verhängnis ist das bewußte Trennen der Astralmatrize vom grobstofflichen Körper und der Mentalmatrize vom Mentalleib, was schon in der Bibel als "Sünde wider den Geist" bezeichnet wird. Der eigentliche Sinn der Worte "wider den Geist" ist vom hermetischen Standpunkt aus nur wenigen bekannt. Solche Fälle kommen ja auch nur selten vor. Gewöhnlich sorgt der Selbsterhaltungstrieb schon dafür, daß die Grenzen in dieser Richtung nicht überschritten werden. Überdies steht einem jeden Magier eine Intelligenz zur Seite, die ihn führt und ihn vor derartigen karmischen Eingriffen rechtzeitig warnt. Diese Erklärung beleuchtet in gewisser Hinsicht auch das Faust-Problem, das jedem Eingeweihten ganz klar ist. Im weiteren einiges über das mentale Wandern.
Der Sphärenmagier hat an Hand meines ersten Werkes "Der Weg zum wahren Adepten" die Trennung des Mentalkörpers gelernt. Er hat gleich am Anfang meines zweiten Werkes gelesen und auch für richtig befunden, daß die praktische Durchführung desselben die einwandfreie Beherrschung des ersten Werkes voraussetzt. Der Magier lernte den Mentalkörper zu lösen und sich vorerst in der Mentalsphäre der grobstofflichen Welt zu bewegen.
Nach genügender Übung besuchte er die astrale Seite der grobstofflichen Welt, um hierauf mit seinem Mentalkörper die ganze grobstoffliche Welt je nach Wunsch und Begehr zu durchqueren und sich überall dort aufzuhalten, wohin sein Geist versetzt sein wollte. Sodann suchte er die Reiche der Elemente auf, zu welchem Zwecke er sich vorher mittels Imagination die Form der Elementewesen aneignete, um von ihnen gesehen, gehört und gefühlt zu werden. Der Reihe nach versetzte er sich in das Reich der Gnomen, in das der Nixen - Wasserreich -, durchquerte die Luftregion mit ihren Sylphen oder Feen und besuchte als letztes das Reich der Salamander, um sich auch dieses dienstbar zu machen. Anschließend daran lernte der Magier, sich mit seinem Mentalkörper in die Ebenen dadurch zu erheben, daß er den Wunsch hegte, vor allem in die Erdgürtelzone zu gelangen. Nach einigem Üben erhob sich sein Mentalkörper in senkrechter Lage, und der Magier fühlte sich wunschgemäß in diese Zone versetzt.
In der Erdgürtelzone - deren Schwingungen der Mentalkörper des Magiers ohne weiteres aushält - angelangt, wurde er sogleich von Wesen dieser Zone umgeben. Nachher hatte er die Möglichkeit, die Vorsteher der Erdgürtelzone, deren Namen und Siegel ich angeführt habe, der Reihe nach kennenzulernen und mit ihnen in Kontakt zu treten. Sie machten den Magier mit allem vertraut, was die Erdgürtelzone betrifft und belehrten ihn, auf welche Weise er sich in die nächsthöhere Ebene, d. i. die Mondsphäre, begeben könne.
Auch ohne Führung kann sich der Magier in die Mondsphäre begeben, indem er seinen Mentalkörper mit der Farbe der Mondsphäre influenziert, d. h. verfärbt, und zwar silberweiß, schwach ins Violette übergehend. Sobald er seinen Körper mit der Lichtstauung der silberweißen schwachvioletten Färbung vollkommen imprägniert hat, erhebt er sich abermals senkrecht mit dem Wunsche, in die Mondsphäre zu gelangen.
Bei den ersten Arbeiten im Sicherheben aus der Erdgürtelzone in die Mondsphäre empfindet der Magier eine drehende Bewegung. Nach öfterem Wiederholen hört das Schwindelgefühl auf, und auch der Druck in der Solarplexus-Gegend läßt nach. Das Sicherheben geschieht blitzartig; ganz plötzlich befindet man sich in einem I.ichtmeer silbervioletter Farbenschwingung und ist schon in der Mondsphäre. Der Wunsch, daselbst mit Intelligenzen zusammenzukommen, bleibt nicht unerfüllt. Ruft der Magier in dieser Silberschwingung in der Vorstellungssprache etwa eine von den angeführten und beschriebenen Intelligenzen der Mondsphäre, so wird sich auch diese bald einstellen. Der Kontakt ist dann derselbe wie in der Erdgürtelzone.
Will der Magier von einem Wesen, das eine andere Sphäre bewohnt, etwas Bestimmtes erreichen, dann soll er schon in der Erdgürtelzone den genauen Vorsatz ausarbeiten und erst nach reifer Überlegung die betreffende Sphäre aufsuchen. Bei den anfänglichen Arbeiten wird nämlich zumeist das eigene Bewußtsein durch die anders geartete Farbenschwingung der Sphäre gewissermaßen unselbständig. Erst nach mehrmaligem Verkehr mit ein- und demselben Wesen gewöhnt man sich an den in der Sphäre herrschenden Druck, und das selbständige Denken des Magiers wird von der Sphäre nicht mehr so sehr beeinflußt.
Hat der Magier nun alle 28 Intelligenzen der Mondsphäre praktisch durchgenommen, so kann er als vollkommener Herr in der Mondsphäre gelten, kann beliebig den Einfluß der Mondsphäre in sich ändern, indem er ihre Vibrationen verringert oder verstärkt, je nachdem, ob er mit mächtigen oder mit weniger mächtigen Wesen in Verbindung tritt.
Bei den anfänglichen Besuchen der Mondsphäre wird der Magier wahrnehmen, daß ihre 28 Ur-Intelligenzen eine Strahlkraft, eine innere Expansivität haben, die geradezu lähmend auf seinen Mentalkörper einwirkt. Um dieser Einwirkung respektive der Vibration der Mond-Intelligenzen gewachsen zu sein, muß der Magier bereits in der Erdgürtelzone durch entsprechende Lichtkraftstauung der Mondsphäre eine der Mond-Ur-Intelligenz zusagende Vibration annehmen, damit er mit diesen Intelligenzen in Verbindung treten kann, ohne erst die lähmungsartigen Begleiterscheinungen durchmachen zu müssen.
Ist der Magier mit der Mondsphäre vollkommen vertraut geworden, begibt er sich mit seinem Mentalkörper in die nächstliegende Sphäre, indem er in der Mondsphäre seinen Mentalkörper mit der gelben Farbenschwingung des Merkurs influenziert, d. h. die Lichtkraftstauung der Merkurzone vornimmt. Auf die gleiche Art und Weise wie in der Mondsphäre kommt er der Reihe nach mit einzelnen Genien der Merkurzone in Kontakt. Nach wiederholtem Sicherheben in die Merkurzone braucht der Magier später dann nicht mehr die Mondsphäre zu durchqueren, sondern er kann schon in der Erdgürtelzone die Imprägnierung seines Mentalkörpers mit der Merkurschwingung vornehmen und sich von da aus direkt in die Merkurzone erheben.
Hat er es fertig gebracht, mindestens mit 30 Genien dieser Zone in Kontakt zu kommen, so kann er das Sicherheben in die Merkurzone sogar schon von der grobstofflichen Welt aus vornehmen, also eine Farbenimprägnierung - Lichtkraftstauung der Merkurschwingung sogleich neben seinem grobstofflichen Körper durchführen und sich sofort in die Merkurzone begeben, ohne erst in der Erdgürtelzone oder in der Mondsphäre haltzumachen. Beim Verkehr mit Merkur-Genien wird der Magier das lähmende Gefühl ihrer Strahlkraft nicht so stark empfinden, da ja die Merkurzone dem Mentalkörper in gewisser Hinsicht analog ist, worüber ich bereits im Kapitel über die kosmische Rangordnung schrieb. Erst dann, wenn der Magier vollkommener Herr über diese drei Sphären - Erdgürtelzone, Mondsphäre und Merkurzone - geworden ist, denke er an ein Sicherheben in die nächsthöhere Sphäre.
Daß ich gerade diesen drei Sphären die größte Beachtung zuwende, geschieht deshalb, weil ja - was ich auch schon erwähnte - 1. die Erdgürtelzone in einem analogen Zusammenhang mit dem grobstofflichen Körper-Schicksal steht, 2. die Mondsphäre mit dem Astralkörper - Reife des Astralkörpers, des Charakters, Gleichgewicht usw. - und 3. die Merkurzone mit dem Mentalkörper.
Von der Merkurzone aus, die sozusagen als Sprungbrett in die höheren Sphären zu betrachten ist, nimmt der Sphärenmagier vor dem Sicherheben dann die Lichtkraftstauung der nächsten Sphäre, also der Venussphäre, vor - Lichtkraftstauung in wunderschöner smaragdgrüner Farbe -. Ist er in der Venussphäre den zahlreichen Verlockungen nicht anheimgefallen und demnach daselbst Herr der Liebe geworden, so kann er sich wieder von der grobstofflichen Welt aus direkt in die Venussphäre versetzen, indem er die Lichtkraftstauung der Venussphäre im Mentalleib schon neben seinem grobstofflichen Körper vornimmt.
Dasselbe gilt natürlich dann auch von der darauffolgenden Sonnensphäre, die für den Magier insofern die am schwersten erreichbare Sphäre ist, als die Wesen der Sonnensphäre mit derart viel Lichtstoff angefüllt sind, daß der Magier, falls er keine ausreichende Sonnen-Lichtkraftstauung, die einer gleißenden Sonne gleichen muß, vorgenommen hat, den Schwingungen der Sonnengenien nicht standhält.
Käme ein Magier mit einem Sonnen-Genius in Verbindung, ohne durch vorherige Lichtimprägnierung seines Mentalkörpers hinreichend vorbereitet zu sein, so würde ihn die gleißende Lichtstrahlkraft in seinen grobstofflichen Körper zurückschleudern, wodurch seine Mentalmatrize in ein großes Schwanken geraten könnte, was unbedingt Disharmonien zur Folge hätte. Diese Disharmonien würden sich dann durch verschiedene Begleiterscheinungen im Astralkörper und eventuell auch im grobstofflichen Körper bemerkbar machen. Unter Umständen könnte es auch zu einem großen Nervenzusammenbruch kommen.
Noch andere Nachteile psychischer Art könnten
auftauchen. Deshalb wird der Magier meine Warnungen als durchaus angebracht
erachten und einsehen, daß ein Sichbegeben in die einzelnen Sphären
ohne genaue Kenntnis der Analogiegesetze und ihrer Handhabung, sowie ohne
Kenntnis der evokativen Magie nicht möglich ist.
Nach vollkommener Beherrschung der Sonnensphäre
besucht der Magier die nachstehende Marssphäre. Um einer Gefahr vorzubeugen,
habe ich die Intelligenzen dieser Sphäre wohl genannt, ihre Siegelzeichen
jedoch nicht angeführt. Die Marssphäre hat eine rubinrote Farblichtschwingung,
so daß die Lichtkraftstauung des Mentalkörpers eine rubinrote
Verfärbung haben muß. Jeder Magier, der gefahrenlos Herr über
die Sonnensphäre geworden ist, kann - mit Ausnahme der äußerst
gefährlichen Saturnsphäre - alle von der Sonnensphäre aufgehenden
Sphären der Reihe nach besuchen.
Die Jupitersphäre wird auf dieselbe Art und Weise besucht, nur wird die Lichtkraftstauung in himmelblauer Farbe vorgenommen. Wünscht der Magier auch die Saturnsphäre zu besuchen, so muß die Lichtkraftstauung seines Mentalkörpers für diese Sphäre eine dunkelviolette Verfärbung haben. Für den Besuch der Uranussphäre muß die Lichtkraftstauung des Mentalkörpers lila verfärbt sein, und für die Plutosphäre kommt, als der letzten Sphäre, eine hellgraue Verfärbung in Frage.
Die weiteren Sphären sind farblos. Welcher Magier bis hierher gekommen ist und sich den Lichtkraftstauungen der Sphären gewachsen fühlt, kann auch ohne Verfärbung seines Mentalkörpers die weiteren Planeten aufsuchen und mit den innewohnenden Intelligenzen in Kontakt treten. Sobald er sich der gewünschten Sphäre nähert, wird er durch das transzendentale Sehen die Farbe jener Sphäre im voraus wahrnehmen, so daß er ohne weiteres die entsprechend verfärbte Lichtkraftstauung im Kosmos vornehmen kann, bevor er in die gewünschte Sphäre eintritt.
Es gibt Schwingungen, deren Verfärbung
keiner uns bekannten Farbe gleicht und die sich daher auch nicht beschreiben
läßt. Das transzendentale Auge sieht sie jedoch und kann die
der Sphäre entsprechende Lichtschwingung im Mentalkörper hervorrufen,
wodurch der Kontakt mit der Sphäre und mit dortigen Wesen ermöglicht
wird.
Diese kurze Schilderung möge dem Eingeweihten
genügen. In der hermetischen Literatur ist über diese Einzelheiten
noch niemals geschrieben worden, und bis heute ist dieses Wissen nur wenigen
Eingeweihten bekannt. Ein Sphärenmagier, der all dies praktisch beherrscht,
sieht in diesem Kapitel keine Phantasterei, da er sich von den hier angeführten
Wahrheiten jederzeit selbst überzeugen kann. Ich beschreibe hier meine
eigenen Erfahrungen.
.
Im ersten Teil dieses Werkes habe ich für die Ladungen von Talismanen und Amuletten kurze Anleitungen und Praktiken angegeben. Ich finde es für angebracht, einige Hinweise bei dieser Gelegenheit zu wiederholen, einige andere wiederum dürften dem Magier vielleicht neu sein. Wie dem auch sein mag, als letztes Kapitel wähle ich die magische Talismanologie und beschreibe alles, was hierfür in Betracht kommt. Über Talismanologie wurde schon viel geschrieben, und noch mehr ließe sich vom hermetischen Standpunkt aus dazu sagen. Aus technischen Gründen muß ich mich jedoch sehr kurz fassen.
Einem erfahrenen Magier werden alle dieses Thema betreffenden Angaben bekannt und verständlich sein. Vom hermetischen Standpunkt aus betrachtet ist ein Talisman ein Mittel, ein Bindeglied oder die materielle Form, an die sich eine Kraft, Fähigkeit, Macht, ein Einfluß usw. binden läßt. Die Art und Weise der Bindung einer Kraft ist verschieden. Jedoch zuerst über die Talismane.
Die Verbindung mit einem Wesen, mit einer Intelligenz, mit einem Genius usw. hat der Magier gelernt, und zwar, daß es ihm möglich ist 1. durch das mentale Wandern, 2. durch evokatives Arbeiten und 3. auch noch durch den passiven Verkehr in der Art, wie im ersten Werk "Der Weg zum wahren Adepten" über den Spiritismus beschrieben. Als letzte Form bleibt dann die Verbindung oder die Kontaktherstellung durch einen Talisman.
Die Form eines Talismans kann ein Schmuckstück sein, ein Ring, Stein oder ein Amulett, Anhänger usw. Es können noch andere Formen von Talismanen gewählt werden, aber die hier angeführten sind die üblichen. Am vorteilhaftesten ist es, wenn sich der Magier den Talisman von Grund auf selbst herstellt und zwar vom flüssigen, demnach aufgegossenen Metall bis zur Ladung. Ist dies nicht möglich, fehlt es ihm etwa an Geschicklichkeit u. dgl., dann soll er sich den Talisman nur in der Grundform anfertigen lassen. Ist der Talisman in der gewählten Form fertig, beginnt der Magier mit der eigentlichen magischen Talismanologie und macht das Schmuckstück zum richtigen Talisman - Bindeglied.
Das Siegel derjenigen Intelligenz, mit der man sich in Kontakt zu setzen wünscht, graviert der Magier in das Metall ein. Ist er nicht imstande, die Gravierung selbst vorzunehmen, so kann er diese von einem verläßlichen Graveur oder Goldschmied durchführen lassen. Der Gegenstand für den Talisman - oder für das Amulett - wäre somit fertig, und nun kommt seine magische Präparierung an die Reihe. Will jemand die astrologische Signatur bei der Herstellung resp. bei der magischen Präparierung berücksichtigen, so bleibt ihm dies anheimgestellt. Für die Ausrechnung günstiger Gestirneinflüsse findet jedermann genügend astrologische Literatur.
Das Metall für einen Talisman wählt man nach der astrologischen Entsprechung der betreffenden Tierkreiszeichen (siehe nachstehend angeführte Tabelle). Da in der Hierarchie der Sphären die Tierkreiszeichen berücksichtigt wurden, so kann jenes Metall gewählt werden, das dem betreffenden Genius dieses Tierkreiszeichens entspricht. Der Magier hat aber auch die Möglichkeit, Metalle zu wählen, die den Planetensphären analog sind.
Das beste Metall für alle Wesen, Genien und Intelligenzen aller Sphären ist das Elektro magicum. Das ist eine Verbindung sämtlicher, allen Planeten zusagenden Metalle, wie ich sie in meinem ersten Werk "Der Weg zum wahren Adepten" im Kapitel über die festen fluidischen Kondensatoren beschrieben habe. Diese Legierung eignet sich am besten für Wesen der Erdgürtelzone und für Wesen der Elemente im Elementereich. Ansonsten kann man für die Erdgürtelzone auch Holz - Hartholz - und von Metallen das Blei nehmen.
Für die Mondsphäre und ihre 28 Intelligenzen
käme den planetarischen Analogiegesetzen gemäß für
die Herstellung von Talismanen Silber in Betracht.
Für die Merkurzone Messing,
für die Venussphäre Kupfer,
für die Sonnensphäre Gold,
für die Marssphäre Eisen,
für die Jupitersphäre Zinn und
für die Saturnsphäre gleichfalls
Blei.
Für die weiteren Sphären kann man Zink und auch Silber verwenden. Diese Analogieentsprechung für die Wahl des Metalles zur Herstellung eines Talismans ist nur allgemeiner Natur und nur für diejenigen bestimmt, die astrologische Entsprechungen berücksichtigen wollen. Einem guten und erfahrenen Magier genügen zumeist zwei Metallarten, und zwar wird er für Wesen, die vorwiegend elektrischer Natur sind, Gold nehmen und für diejenigen, die magnetischen Charakters sind, Silber verwenden.
Für indifferente Wesen, die weder aktiv noch passiv, also weder dem elektrischen noch dem magnetischen Fluid zugeschrieben werden können, verwende der Magier beide Metalle, indem er zwei gleichmäßige Plättchen, das eine aus Gold und das andere aus Silber, zusammenlötet, so daß die eine Seite des Talismans aus Gold und die andere Seite aus Silber besteht, falls es sich z. B. um einen Anhänger handeln sollte.
Für einen guten Eingeweihten und erfahrenen Sphärenmagier spielt auch die Wahl des Metalles keine so große Rolle. Ihm gelingt die magische Imprägnierung mit einer Intelligenz aus jeglicher Sphäre mit jedem beliebigen Gegenstand. Die magische Kontaktherstellung und Imprägnierung des gewählten Gegenstandes hängt ja von der magischen Entwicklung und Reife des betreffenden Magiers ab.
Adepten geben für Ladungen mit Intelligenzen meistens einem einzigen Metall den Vorzug, und zwar verwenden sie reines Gold. Unbedingt notwendig ist es natürlich nicht. Ein gewöhnlicher Talisman, gut magisch imprägniert, leistet genau denselben Dienst wie jener, der aus reinstem Golde oder Edelsteinen hergestellt wurde.
Nun folgt der nächste Punkt, und zwar die magische Imprägnierung, die bei der Ladung eines Talismans die wichtigste Arbeit ist, da ja dadurch ein Gegenstand zum richtigen Werkzeug für die Kontaktherstellung mit dem gewünschten Wesen oder mit der gewünschten Intelligenz werden soll. Anhand eines Beispieles mache ich dem Magier den ganzen Vorgang einer magischen Imprägnierungsarbeit klar. Hat er sich aus der Reihe der Wesen, Genien, Intelligenzen, am besten zuerst aus der Erdgürtelzone, jenes gewählt, das ihm laut magischen und allen übrigen Eigenschaften zusagt und ihm daher verehrungswürdig erscheint, hat er dessen Siegel in das geeignete Metall eingraviert, so befreie er durch die vier Elemente den Talisman von allen ungünstigen Einflüssen, die an diesem bei der materiellen Herstellung mentalisch haften geblieben sind, dadurch, daß er über einer brennenden Kerze den Talisman einige Male mit der Vorstellung schwenkt, daß das Feuer alle Einflüsse verbrennt, also vernichtet.
Ferner tauche er den Talisman in ein mit reinem Wasser gefülltes Glas und lasse ihn einen ganzen Tag darin mit der Wunschvorstellung, daß wiederum das Wasser sämtliche schlechten Einflüsse aus dem Gegenstand herauszieht. Nach Ablauf dieser Frist nehme der Magier den Talisman aus dem Wasser, schütte letzteres mit der Wunschvorstellung aus, daß damit alle ungünstigen Einflüsse wegfließen.
Nun schwinge er in kreisender Bewegung den Talisman in der Luft und konzentriere sich dabei auf die Vorstellung, daß auch das Luftelement sämtliche schlechten Einflüsse vom Talisman entfernen soll.
Sodann nehme der Magier in ein Stück Filtrierpapier eine Handvoll Erde, lege in diese den Talisman und wickle alles zusammen, um es in der Hand halten zu können. Nun konzentriere er sich darauf, daß auch noch das den Talisman umgebende Erdelement alle haftenden schlechten Einflüsse an sich reißt. Nach intensiver Wunschkonzentration und fester Überzeugung, daß schließlich auch die letzten ungünstigen Einflüsse des Talismans durch das Erdelement entzogen wurden, nehme der Magier den Talisman aus der Erde, reinige ihn mit einem noch ungebrauchten Lappen und wickle ihn in ein dunkelviolettes Seidenstück zum fertigen Gebrauch.
Die übriggebliebene Erde mit dem Filtrierpapier vergrabe er an irgendeinem weniger zugänglichen Ort. Durch diese Vorarbeit ist der Talisman vom hermetischen Standpunkt aus elementisch gereinigt, d. h., daß kein einziges Element mehr auf dem Talisman haftet und auch keines die Ladung irgendwie beeinflußt.
Beabsichtigt der Magier, die astrologischen Aspekte zu berücksichtigen, so bewahrt er bis zum Herannahen der astrologischen Stunde den Talisman in dem violetten Seidentuch auf. Ist er soweit, nimmt er die Ladung des Talismans vor, indem er mit einer neuen Nadel das eingravierte Siegelzeichen mit der festen Wunschkonzentration nachzieht, daß er durch dieses nachträgliche Einritzen das Interesse respektive die Aufmerksamkeit des gewählten Wesens an den Gegenstand fesselt. Beim Nachahmen des Einritzens kann der Magier im Geiste ständig den Namen der betreffenden Intelligenz wiederholen und mit der Imagination verbinden, daß die Intelligenz ihren Einfluß auf den Talisman überträgt. Die grobstoffliche Vorbereitung, hermetisch ausgedrückt Kontaktherstellung, ist hiermit getan, die erste Arbeit der magischen Imprägnierung durchgeführt. Nun gibt es aber viele Ladungsmöglichkeiten.
Die wirksamste Ladungsart ist die, wenn der Magier durch evokative Arbeit und durch das notwendige Ritual die Intelligenz vor seinen Kreis ruft und sie bittet, den Talisman, den er im oder vor dem Kreis liegen hat, zu billigen, d. h. dem Träger des Talismans jederzeit hilfreich beizustehen. Verspricht die Intelligenz, dem Träger des Talismans diese Gunst zu erweisen, ist für den Talisman der gewünschte Effekt erreicht, und er kann schon als geladen betrachtet werden. Sämtliche Maßregeln, die eventuell die betreffende Intelligenz dem Operateur beim Gebrauch des Talismans einzuhalten empfiehlt, müssen selbstverständlich immer berücksichtigt werden.
Die Intelligenz kann z. B. verschiedene Vorsichtsmaßnahmen treffen, indem sie den Träger des Talismans beauftragt, täglich mit demselben ein Ritual zu tun, bestimmte Formeln über dem Talisman auszusprechen oder bestimmte Zeichen mit demselben zu ziehen, bestimmte Namen zu nennen, die die Wirksamkeit des Talismans erfordert, oder Dinge geheim zu halten u. dgl. m.
Ist bei der Ladung alles Erforderliche berücksichtigt worden, so kann der Träger des Talismans mit diesem den gleichen Effekt erzielen, wie wenn er durch das mentale Wandern oder durch Evokation eine persönliche Kontaktanknüpfung bewerkstelligt hätte. Die angeführte Ladungsart ist eine von den wirksamsten Methoden der Talisman-Imprägnierung zum Zwecke der Kontaktherstellung mit einer Intelligenz. Gewöhnlich aber stellt bei einer solchen Kontaktherstellung die betreffende Intelligenz ihre untergeordneten Diener zur Verfügung, die sie an den Talisman bindet und deren Namen dem Träger anvertraut. Beim Aussprechen der Namen oder beim Ziehen eines vereinbarten Zeichens wird die gewünschte Wirkung durch das Wesen hervorgerufen.
Eine andere Imprägnierungsart eines Talismans ist die, daß man die Kontaktherstellung durch wiederholte Imagination der Eigenschaften der gewählten Intelligenz, die man in das Metall hineinkonzentriert, herbeiführt, wobei die Terminierung von Zeit, Raum und Wirkung zu beachten ist! Diese Imprägnierungsart erfordert einen unerschütterlichen Glauben des Magiers, der überdies noch über eine ausreichende magische Macht verfügen muß, die die betreffende Intelligenz zwingt, dem Willen des Talisman-Eigentümers zu gehorchen und die gewünschten Wirkungen zu veranlassen.
Eine weitere Imprägnierung geschieht mit Hilfe eines Rituals und wird so gemacht, daß man mit dem Talisman das Siegelzeichen der gewählten Intelligenz in der Luft zieht und sich dabei auf die Realisierung der gewünschten Wirkung konzentriert. Dem Quabbalisten ist aber bekannt, daß man ein solches Ritual mindestens 462ma1 wiederholen muß, damit die richtige Kontaktherstellung erreicht wird, um den Talisman auch tatsächlich wirksam zu machen.
Die nächste Imprägnierungsmöglichkeit ist die Ladung durch magische Volte mittels des elektromagnetischen Fluids. Ein geschaffenes Volt wird mit elektromagnetischem Fluid geladen. In den Mittelpunkt des Voltes werden die Eigenschaften der betrefienden Intelligenz mittels Imagination, festem Glauben und überzeugter Macht hineinverlegt und durch ausreichende Wiederholung derart verdichtet, daß das Metall des Talismans das geladene Volt annimmt. Bei Wiederholung der Ladung durch die Volte wird die Wunschkonzentration angewendet, daß die gewählte Intelligenz mit diesem Volt in Verbindung steht und durch das Volt die gewünschten Ursachen in der Akashawelt hervorruft, um damit die gewünschten Wirkungen zu erzielen.
Es gibt noch eine Ladungsart, nämlich die sexual-magische, die ich aber, um einem Mißbrauch vorzubeugen, nicht näher beschreibe. Jedoch ein Magier, der in die hohen Mysterien eingeweiht ist und welchem daher alles rein und heilig bleibt, wird sicherlich wissen, wie man das Plus und Minus bei Mann und Frau voltisch zum Zweck der magischen Imprägnierung eines Talismans anwendet.
Die letzte Möglichkeit einer magischen Imprägnierung eines Talismans ist die quabbalistische Ladung und kann von einem in der Quabbalah bewanderten Eingeweihten vorgenommen werden, indem er den Namen der betreffenden Intelligenz über dem zum Laden vorbereiteten Talisman quabbalistisch ausspricht und damit die Eigenschaften der Intelligenz in den Talisman hineinversetzt.
Wie eine magisch-quabbalistische Ladung eines Talismans dann in allen Einzelheiten durchgeführt wird, ist jedem Eingeweihten, der mir bis hierher folgte und der einen Kontakt mit irgendeiner Intelligenz, ganz gleich welcher Sphäre, hergestellt hat, bekannt, falls er sich über das quabbalistische Wissen von einzelnen Intelligenzen unterrichten ließ.
In meinem dritten Werke, betitelt "Der Schlüssel zur wahren Quabbalah", spreche ich hierüber noch ausführlicher. Soviel über die Imprägnierung und Ladung von Talismanen und über die magische Talismanologie überhaupt. Einem Reifen werden diese Angaben vollkommen genügen, dem Unreifen bleibt dieses Wissen auch weiterhin geheim.
Dem Leser, Praktiker und dem angehenden Sphärenmagier übergebe ich hiermit mein zweites Werk, das die Praxis der zweiten Tarotkarte verständlich beschreibt. Des öfteren habe ich erwähnt und betont, daß ich über alle angeführten Kapitel bei weitem ausführlicher schreiben könnte, wenn dies aus rein technischen Gründen möglich wäre. Demjenigen, der sich an Hand meines ersten Werkes "Der Weg zum wahren Adepten" durch ein gewissenhaftes Studium und durch emsige praktische Arbeit an sich selbst die nötige Reife angeeignet hat, wird das, was ich in diesem Werk beschrieben habe, für seine weitere Praxis vollkommen ausreichen.
Durch den Verkehr mit einzelnen Intelligenzen der genannten Sphären, ob nun durch das mentale Wandern oder durch Evokationen, wird dem reifen Magier die Möglichkeit gegeben, in Magie und Quabbalah die höchste Adeptschaft zu erreichen, wenn er sich zu seinem lnitiator eine ihm zusagende Intelligenz - Genius, Wesen - wählt und nach ihren Anleitungen und anvertrauten Praktiken arbeitet. Der Magier wird natürlich nicht nur bei einer einzigen Intelligenz verbleiben und mit ihr arbeiten, sondern er wird alle Sphären sowohl mental durchwandern, als auch auf evokative Art kennenlernen.
Jenen Sphärenmagier, der an Hand dieses Werkes alle Sphären praktisch durchgangen hat, ihre Kräfte beherrscht und Kontakte hergestellt hat, kann ich aus ganzem Herzen beglückwünschen, denn er ist auf dem Wege zur Vollkommenheit wiederum ein gutes Stück Weg weitergekommen. Es wird für mich schon eine Genugtuung sein, auch demjenigen geholfen zu haben, der sich vorläufig nur für die Theorie interessiert, da er nach einem gründlichen Durchlesen meines Werkes sein theoretisches Wissen um vieles bereichert haben wird. Jeder Leser, jeder Theoretiker und namentlich jeder Interessent des geheimen Wissens gelangt nach dem Durchlesen dieses Werkes zu der Überzeugung, daß Magie, und namentlich die Sphärenmagie, keine Zauberei ist, sondern das höchste Wissen überhaupt, das alle sonstigen intellektuellen Wissenschaften überragt und tatsächlich die wahre Krone der Weisheit ist.
Diejenigen, die nicht reif genug sind und daher nicht einmal theoretisch, geschweige denn praktisch dieses hohe Wissen begreifen können, werden sich wenigstens ihrer eigenen Unreife bewußt und werden jede Kritik unterlassen.
Selbst wenn es nur einigen Erdenmenschen vergönnt sein sollte, diesen Lehrgang praktisch durchzugehen, so hat auch mein zweites Werk den ihm zugedachten Zweck vollkommen erfüllt.
Noch bevor ich dieses Nachwort beende, wende
ich mich dem Bauer-Verlag zu, um diesem meinen verbindlichsten Dank dafür
auszusprechen, daß er die Aufgabe übernommen hat, ein solch
kolossales Werk der Menschheit zugänglich zu machen. Meine Lehrbücher
gehören nämlich nicht zu jener Literatur, die nur gelesen wird
und nachher in den Bibliotheken und Bücherschrankecken verstaubt,
sondern meine Werke werden sämtlich Jahrhunderte hindurch den für
die Hermetik und für die hohe Adeptschaft Herangereiften als Wegweiser
und Helfer dienen. Im Laufe dieser Zeit werden sich Millionen von Menschen
an die angegebenen Lehrmethoden halten, sie praktisch durchführen,
um ihre eigene Entwicklung zu fördern und der Vollkommenheit immer
mehr zuzustreben.
Franz Bardon