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Übersicht
Die Baumheilkunde bietet die grenzenlose Möglichkeit, wieder eine vertiefte Beziehung zur Erde, zu sich selbst und schließlich zum Menschen zu finden. Sicherlich, es ist nur eine unter vielen Möglichkeiten um dem Suchen nach sich und dem Mitmenschen Anstöße zu geben. Auch ist es nur eine der Formen der Pflanzen- und Naturheilkunde, meiner Meinung nach jedoch eine der schönsten, die uns die Pflanzenheilkunde anbietet. Die Baumheilkunde heilt mit dem lebendigen Wesen des Baumes. Sie heilt mit der Kraft, die den Baum zu dem wachsen läßt, was er ist, wachsen läßt nach der Idee der Eigenart, des Charakters und der Individualität, die er als Einzelwesen zum Ausdruck bringt, eingeordnet in einem arteigenem Gemeinschaftsprinzip.
Was heißt das für uns? Es bedeutet ganz einfach: Eine Birke ist nicht einfach eine Birke. Sie ist die Birke und unterscheidet sich durch ihre Eigenart und durch ihre Ausstrahlung von allen anderen Birken. Ob nun diese eine Birke allein oder in Gemeinschaft mit zehn oder hundert anderen Birken steht, sie ist diese eine Birke. Auch wenn sie zur gleichen Art gehört und damit in einer übergeordneten Gemeinschaftsform mit allen Birken der Welt, ja selbst mit den noch nicht gewachsenen, erst als Idee vorhandenen Birken und auch mit all den vor ihr gelebten Birken verbunden ist, so ist sie dennoch ein Individuum. Diese Individualität ordnet sich mit einer selbstverständlichen Natürlichkeit in die gesamte Gemeinschaft ein. Diese Gemeinschaft ist das Fundament des Wachstums, des Lebens und jeder weiteren Entwicklung.
In der äußeren Betrachtung einer bestimmten Art von Pflanze, sei es nun ein Baum, Strauch oder eine Krautpflanze, gleichen sich alle einander. Sie lassen sich voneinander niocht unterscheiden. Die gemeinsame Idee der Pflanze steht im Vordergrund. Erst bei nährerer Betrachtung zeigt das Einzelwesen seine individuelle Gestalt. Eine junge Birke, um bei diesem Beispiel zu bleiben, zeigt sich uns in ihrem Charakter, in ihrer Eigenart und in ihrer Ausstrahlung anders als ein alte, ausgewachsene Birke. Ebenso eine gesunde Birke und eine kranke Birke. Eine Birke, die auf gutem Boden wächst, sieht anders aus als eine Birke, die auf einem Boden wächst, der zwar ihr Wachsen ermöglicht, jedoch nicht ganz den Bedingungen entspricht, die die Birke sich wünscht.
Und nun beginnt ein Baum, ein Strauch oder eine Pflanze ganz langsam ihre Geschichte zu erzählen. Die Sprache setzt sich zusammen aus vielen verschiedenen Bildern, Gesichtern und Gestalten. Die Natur, die Erde und damit alles, was in ihr verborgen ist, öffnen sich uns. Zunächst zeigen sich uns die äußeren Formen und Gegebenheiten. Allmählich lernen wir, ihre Art von Sprache, die Bildsprache wieder zu verstehen. Wir entdecken dabei, daß uns die Bildsprache im Grunde überhaupt nicht fremd ist, im Gegenteil, sie zeigt sich uns als unsere Ursprache. Wir nehmen wahr, wie sich alles miteinander in einem gegenseitigen Austausch befindet. Jetzt halten wir Zwiesprache mit der Natur, mit uns und darüber hinaus mit der Idee des Schöpfungsgedankens.
Diese Zwiesprache wird
zur heilenden Kraft. Kein Blättersammeln, Wurzelgraben, Blütenernten
und Rindenschälen ist mehr notwendig. Die Quelle der heilenden Kraft
finden wir durch die vermittelnde Zwiesprache zwischen dem Baum und uns
in uns selber. Wir werden selber zum Heilmittel. Wir sind Heilmittel für
uns und für den Baum, so wie der Baum Heilmittel für sich und
für uns ist. Es ist ein Geschenk, das uns angeboten wird. Es wartet
darauf, bis wir gelernt haben, es als Ggeschenk anzunehmen, ohne es dabei
als unseren Besitz zu erachten. Das ist Baumheilkunde.
Dem Menschen, der durch
irgendein Ereignis aufgeschreckt und erschüttert wird und dann nur
schwer wieder seine Ruhe und Ausgeglichenheit findet, bietet sich der Ahorn
als Baum an. Bei ihm täglich einige Minuten zu ruhen, sich abzukühlen,
um wieder einen klaren Kopf zu bekommen, ist wohl die direkteste Form,
diesen Neigungen etwas Ausgleich zu verschaffen.
Apfelbaum - Pyrus malus (Holzapfel), Pyrus domestica (Kulturapfel)
Der gleichmäßig
sanft wirkende Apfelbaum vermittelt ein Gefühl der Jugendlichkeit
und der Fröhlichkeit. Seine weiche Gestalt weist auch dem Menschen
den Weg, den er wieder gehen soll. So meiden bezeichnenderweise häufig
depressive, verbitterte Menschen den Apfelbaum. Und gerade sie ruft er.
Organisch ist der Apfelbaum überall dort in Betracht zu ziehen, wo
es darum geht, Verhärtungen, Wucherungen und Hornhautbildungen entgegenzuwirken.
Also zum Beispiel bei Hautanschwellungen, Geschwüren und Arterienverkalkungen.
Die Birke bringt Licht
und Fröhlichkeit in die Seele. Sie kann aber auch zu Melancholie führen.
Sie entspannt und beruhigt die Nerven. Bei Gicht, Wassersucht, rheumatischen
Erkrankungen ist es empfehlenswert, häufig eine Birke aufzusuchen,
und zwar jeweils morgens und abends. Lethargie und Unbeweglichkeit sind
oft Folgen von bitteren Enttäuschungen. Die Birke bringt wieder Beweglichkeit
und Nachgiebigkeit zurück.
Der Birnbaum hat zunächst
ganz allgemein kühlende Eigenschaften. Seine an eine bauchige Flasche
erinnernde Form, die sich nach oben hin sammelnd öffnet, erweckt auch
beim Besucher das Gefühl von Zentrierung und Sammlung. Feinfühligen,
leicht verletzbaren und dadurch oft auch stark aufgelöst wirkenden
Menschen führt der Birnbaum Dichte und Schutz zu. Organisch wirkt
der Birnbaum kühlend auf leicht erregbare Menschen. Es ist zu beobachten,
daß viele Menschen mit einer eher schwachen Leber die Frucht nicht
besonders mögen. Ähnliches läßt sich auch beim Apfelbaum
beobachten. Der Birnbaum wirkt auf schwache Menschen allgemein stärkend,
besonders auch bei Menschen, bei denen die Beckenregion dauernd Entzündungsprozessen
ausgeliefert ist.
Buche (Rotbuche) - Fagus silvatica
Die Buche vermittelt
Strenge. Sie ordnet und schafft Klarheit. Ihre Kühle wirkt erfrischend
und anregend auf den ganzen Menschen. Die anregende Wirkung kann bis zur
Nervosität führen. Organisch hat sie eine lungenreinigende, atmungsvertiefende
Eigenschaft. Diese steht mehr im Hintergrund. Hauptsächlich wirkt
die Buche stark kühlend und hitzeableitend.
Eberesche (Vogelbeere) - Sorbus aucuparia
Die Eberesche hilft
Menschen, die stark in der Vergangenheit leben und Mühe haben, die
Gegenwart zu finden. Solche Menschen sind in sich verhaftet, in sich gekehrt
und mit sich unzufrieden. Sie lösen eine Art Selbstvergiftung auf
allen Ebenen aus. Organisch spräche man bei der Anwendung der Eberesche
von Blutreinigung, im übertragenen Sinne auch von Seelenreinigung
und Geistesreinigung.
Wer schon einmal unter
einer Eibe gesessen hat, der weiß, wie dunkel und kühl ihre
Umgebung wirkt. Diese Dunkelheit kann beängstigend, aber auch faszinierend
wirken. Um vieles stärker wirkt dann noch ein Eibenwald. Die Eibe
ist ein Baum, der den Menschen in sein Innerstes führt. Dabei begegnet
er seinen dunkelsten und seinen hellsten Erinnerungen. Eine Eibe aufzusuchen
empfiehlt sich jenen, die nach dem Sinn suchen. Die Eibe wirkt zentrierend.
Bei bestimmten organischen Krankheiten, die mit Verhärtungen, Knochen,
Sehnen, Bändern zu tun haben, hat die Eibe einen lösenden Charakter.
Eiche (Stieleiche) - Quercus robur
Die Eiche wird all jenen
empfohlen, die zäh, ausdauernd, beinahe verbissen in ihre Arbeit vertieft
sind, dabei aber oft mit chronischer Müdigkeit kämpfen. Die dient
zum Auftanken und um sich allgemein zu stärken. Die Eiche zeigt hier
sehr schöne Eigenschaften nach langen, kräfteraubenden Erkrankungen.
Sie fördert den Wiederaufbau, die Regeneration.
Erle (Schwarzerle) - Alnus glutinosa
Bei Müdigkeit und
Niedergeschlagenheit empfielt es sich, eine Erle aufzusuchen. Sie bringt
Frische und Munterkeit und vermittelt eine gewisse Leichtigkeit. Auch bei
Gichterkrankungen und bei hitzigem Gemüt zeigt die Erle sehr gute
Heileigenschaften.
Eschen sind, obwohl
sie als Krafträuber gelten, dem Menschen sehr freundlich gesinnt.
Die Esche regt die Phantasie an und wirkt dadurch belebend und stärkend.
Verhärtete Menschen, die sehr verbittert und enttäuscht sind,
weckt und löst die Esche. Gleiches zeigt sie auch in der organischen
Wirkung. Verhärtungen, Kristallisationen, wie rheumatische Ablagerungen
und Steinbildungen löst und erweicht sie. Sie hat harnsäuresalzlösende
Eigenschaften. Allein durch den regelmäßigen Aufenthalt und
das Zwiegespräch mit ihr vermittelt die Esche ihre Eigenschaften dem
Menschen.
Fichte und Tanne wandeln
innere Unruhe, Nervosität und Angespanntheit um in Ruhe und Ausgeglichenheit.
Sie haben im gewissen Sinn auch eine kühlende Eigenschaft. Leicht
erregbare Menschen lassen sich von Fichten und Tannen beruhigen. Sie finden
dort den Ausgleich ihres hitzigen Gemütes. Die Fichte und die Tanne
reinigen und öffnen die Atemwege. Sie stärken die Lungen und
verhelfen zu einer tieferen Atmung. Allein das Verweilen bei Fichten oder
bei Tannen wirkt durchblutungsfördernd und nervenstärkend.
Flieder (gemeiner Flieder) - Syringa valgaris
Der Flieder strahlt
lebendigen Frieden aus. Menschen, die Mühe haben loszulassen, kann
der Flieder eine Hilfe sein. Leichtsinnigkeit wandelt er auf sanfte Weise
in eine gesunde Ernshaftigkeit um, ohne dabei die Freude am Leben zu nehmen.
Organisch wirkt der Flieder leicht kühlend und entspannend, zugleich
aber nerverstärkend.
Die Hasel wirkt reinigend
und klärend auf Geist, Seele und Körper. Ihre leichte Kühle
beruhigt und stärkt so den Allgemeinzustand des Menschen. Der Haselstrauch
trägt zugleich eine gesunde Leichtigkeit in sich und wirkt so auf
den Menschen jugendlich und fröhlich. Dieses Gefühl vermittelt
er auch demjenigen, der ihn aufsucht.
Holunder (schwarzer Holunder) - Sambucus nigra
Wer sich selbst verliert
und wem der Boden unter den Füßen fehlt, dem ist zu empehlen,
hin und wieder einen starken und gut gewachsenen Holunderstrauch aufzusuchen.
Der Holunder vermittelt auf eine sanfte, aber direkte Art die Erde. Zudem
wirkt er auf jähzornige Gemüter besänftigend und kühlend.
Auch Menschen, die häufig an Erkältungskrankheiten leiden, kommt
der Holunder in direkter Weise entgegen. Der Holunderstrauch scheint eine
enge Verbindung zur Erde und zu den Erdkräften zu haben. Wer eine
Nacht unter einem gut gewachsenen und möglichst freistehenden Busch
verbringt, der kann seine Energien und Kräfte spüren und die
Nähe von Gnomen, Kobolden und Zwergen erleben. Diese können einmal
gutgelaunt und witzig sein, ein andermal als bös- und mutwillige Plagegeister
erscheinen.
Die Kiefer hat eine
sehr enge Beziehung zur Seele des Menschen und unterscheidet sich dadurch
von der Fichte. Traurige, melancholische und wehmütige Menschen suchen
gerne die Kiefer auf. Sie fühlen sich bei ihr geborgen. Oft erfahren
sie dabei eine Verstärkung ihrer Gefühle. Diese Menschen setzen
sich sehr stark mit sich auseinander und übersehen dabei, daß
sie ja überhaupt nicht allein sind. Sie machen den Eindruck, stets
in sich gekehrt zu sein. Die Kiefer wirkt hier lösend. Die innere
Zurückgezogenheit läßt nach. Für einige Zeit atmet
der Besucher tiefer. Wie bei der Fichte und der Lärche werden die
Lungen gereinigt. Der Blutkreislauf und damit der Sauerstofftransport werden
besser. Der Druck in der Brust wird leichter und verschwindet mit der Zeit
ganz. Mit der besseren Sauerstoffzufuhr werden auch die Verdauung und der
Stoffwechsel indirekt unterstützt.
Seine Frische und Jugendlichkeit
wirkt ansteckend. Griesgrämigen und traurigen Menschen hilft der Kirschbaum,
die Fröhlichkeit, den Frühling wieder zu finden. Er stärkt
das Herz und den Blutkreislauf. Der Frühling hält Einzug im ganzen
Menschen. Erfrischt und aufgemuntert entfernt sich der Besucher vom Kirschbaum.
Kreuzdorn - Rhamnus cathartica
Der Kreuzdorn wirkt
beruhigend und besänftigend. Er kommt Menschen entgegen, die unter
Stoffwechselstörungen leiden, dadurch verursacht, daß sie alle
Sorgen und Probleme hinunterschlucken, ohne darüber zu reden. Solche
Menschen wirken in sich gefangen. Nach außen hin zeigen sie sich
fröhlich. Sie nehmen sogar noch die Sorgen anderer auf sich und fühlen
sich dafür allein verantwortlich.
Im Unterschied zu Fichte
und Kiefer drückt die Lärche den geistigen Menschen aus. Sie
stellt innerhalb der Familie der Föhrengewächse die dritte Ebene
des Menschen dar. Innerlich verhärtete Menschen erfahren durch die
Begegnung mit einer Lärche eine Art von Befreiung. Langsam beginnt
sich etwas aufzulösen. Es wird einem leichter. Gestaute oder fehlgeleitete
Energie wird frei. Neue Kraft beginnt zu fließen. Körperlich
spürbar wird dieses befreiende Gefühl in erster Linie in der
Gegend der Herzspitze unter dem Brustbeinende. Der Druck auf der Brust
schwindet. Die Atmung vertieft sich und ein freies Atmen stellt sich ein.
Die Lungen erhalten neue Kraft. Sie sich gereinigt und frei.
Linde (Sommerlinde) - Tilia platophyllos
Unruhigen, gehetzten
Menschen bietet die Linde einen angenehmen und erholsamen Platz an. Wer
sich unkonzentriert und zerfahren, ja zerrissen fühlt, setzt sich
für einige Minuten unter eine Linde. Eine innere Stille und Ruhe,
eine innere Sammlung beginnt sich langsam bemerkbar zu machen. Menschen,
die sich innerlich vor lauter Herumrennen in einer dauernden Hitze befinden,
bringt die Linde ausgleichende Kühlung. In der regelmäßigen
Begegnung stärkt die Linde das Herz und seine Funktionen.
Pappel (Schwarzpappel) - Populus nigra
In sich gekehrten Menschen
bei denen eine Art von Stillstand spürber wird, hilft die Pappel.
Sie öffnet und weckt den Wachstumsprozeß wieder. Das geschieht
zunächst einmal auf der geistigen und der seelischen Ebene. Erst später
wirkt sich diese Eigenschaft auch im körperlichem Bereich aus. Häufig
leiden diese Menschen an Krankheiten, die sich durch verlangsamte Funktionen
entwickeln. Stoffwechselschlacken werden nicht mehr schnell genug ausgeschieden.
Es bilden sich Einlagerungen, die dann die verschiedensten rheumatischen
Krankheitsbilder verursachen. Zu diesen Prozessen sind auch die Krampfadern
zu zählen. Ebenso zu den verlangsamten organischen Funktionen ist
eine schlechte Zellerneuerung zu zählen. Entspricht die Pappel, besonders
die Schwarzpappel, dem entsprechenden Menschen, so hilft sie ihm in der
regelmäßigen Begegnung, sich zu regenerieren.
Pflaumenbaum - Prunus domestica
Hitzigen und rasch in
Wut geratenden Menschen hilft der Pflaumenbaum einen Ausgleich zu finden.
Er kühlt und entspannt sehr stark. Er löst Verhärtungen,
macht weich und durchlässig. Hauptsächlich im Bereich Gliedmaßen
und Unterleib zeigt der Pflaumenbaum lindernde Eigenschaften. Doch wegen
seiner Kälte ist auch Vorsicht angesagt. Er kann für viele Menschen
zu stark kühlen, so daß sie anfällig für Erkältungskrankheiten
werden.
Quitte (echte Quitte) - Cydonia oblonga
Ihre trockene, schützende
Art hilft dem Menschen, der durch seine Sensibilität sehr verletzbar
ist. Menschen, die immer wieder an Krankheiten leiden, bei denen es sich
um auflösende, zerfließende, verwässenrnde Prozesse handelt
(Schleimhauterkrankungen, Wassersucht), bietet sich die Quitte an.
Roßkastanie - Aesculus hippocastanum
Das wiederholte Aufsuchen
von Roßkastanienbäumen führt zur Auseinandersetzung mit
sich selbst. Kastanienbäume vermitteln eine stille und angenehme Ruhe.
Die Bäume haben zugleich heilende Eigenschaften bei Krampfadern und
berfreien von Beckenschmerzen. Die Roßkastanie hat auch eine nervenstärkende
Ausstrahlung.
Sanddorn - Hippophae rhamnoides
Regelmäßiges
Aufsuchen von Sanddornsträuchern führt Leib und Seele zu einer
harmonischen Einheit. Lebensmut, Ausdauer und Durchhaltevermögen werden
durch ihn vermittelt. Er bietet auch Schutz, wenn man sich besonders verletzlich
und ausgeliefert fühlt. Wie Eberesche, Heckenrose, Wacholder und Weißdorn
bietet auch der Sanddorn Schutz vor nächtlichen Schattenwesen. Dieses
Angebot sollte man besonders beim Schlafen unter freiem Himmel nutzen.
Schwarzdorn (Schlehe) - Prunus spinosa
Wer sich nur schlecht
oder überhaupt nicht schützen kann, wer sich lieber hinter einer
Wand oder hinter einem anderen Menschen versteckt, weil er so verletzbar
und sensibel ist, betrachte einmal den Schwarzdorn etwas näher. Diese
Art der Verletzbarkeit führt nicht dazu, daß der Mensch als
Einzelgänger in sich gekehrt ist, er sucht viel mehr den Kontakt zum
Mitmenschen. Dazu braucht er jemanden, den er erst einmal vor sich hinstellen
kann. Allein würde er den Kontakt nicht finden. Die Unfähigkeit,
sich zu schützen drückt sich bei vielen Menschen durch Haut-
und Schleimhautallergien aus. Sie haben Heuschnupfen, müssen immer
niesen und zeigen damit an: 'Komm mir bitte nicht zu nahe!' Damit diese
Menschen dennoch spürbar sind, entwickeln sie Allergien, die die Aufmerksamkeit
der Mitmanschen auf sich ziehen. Dem Schwarzdorn entgegenzugehen ist dann
wichtig, wenn es sich bei den Allergien um auflösende, zerfließende
Prozesse handelt.
Ulme (Feldulme) - Ulmus carpinifolia (campestris)
Grundsätzlich hat
die Ulme einen lösenden Charakter. Sie lehrt uns, uns in einer festgefahrenen
Situation davon zu lösen und das vermeintlich Unlösbare einmal
von der anderen Seite her zu betrachten. Umwandeln, transformieren sind
die Stärken der Ulme. Diese Prinzipein wirken bis in die organischen
Funktionen. Verdichtungsprozesse, Verhärtungen löst die Ulme
auf; abbauende, auflösende Krankheiten wandelt sie in aufbauende,
heilende Kräfte um.
Wacholder - Juniperus communis
Der Wacholder führt
uns auf uns zurück. Er hilft, uns wieder zu finden. Wenn jemand den
Boden unter den Füßen, die Wurzeln, die Beziehung zur Erde verloren
hat oder wenn er lieber nicht geboren sein möchte, kommt ihm der Wacholder
entgegen. Diese Form des Entwurzeltseins drückt sich beim Bild des
Wacholders dadurch aus, daß sie stets mit Durchblutungsstörungen
verbunden ist. Kalte Gliedmaßen, langsame und schlechte Verdauung
sind spürbare Wacholderhinweise. Ihm in diesen Moment zu begegnen,
tut gut.
Ist der Mensch zwischen
vielen Möglichkeiten hin und hergerissen und kann sich dabei nicht
entscheiden, sollte er einmal daran denken, daß ihm durch einige
Besuche beim Nußbaum Hilfe entgegenkommt. Auch wenn jemand starken
Stimmungsschwankungen unterworfen ist und es ihm dabei so vorkommt, wie
wenn jemand anders ihm hin und herwirft, so als ob er das Steuer vollständig
verloren hätte, ist es empfehlenswert, den Nußbaum regelmäßig
aufzusuchen. Der Baum vermittelt Klarheit und Willensstärke. Er ist
dabei auch Vermittler zwischen Himmel und Erde, zwischen Göttern und
Menschen.
Weide (Silberweide) - Salix alba
Wem die innere Ruhe
fehlt, wer unausgeglichen ist und gestaute Wut in sich trägt, dem
hilft die Weide. Sie kühlt und erfrischt. Sie kann aber auch melancholisch
stimmen und nur schwer zu formulierende Sehnsüchte auslösen.
Sie läßt einem in die Ferne schweifen. Verhärteten, in
sich zurückgezogenen und verbitterten Menschen ist die Weide oft eine
sehr große Hilfe. Sie löst und erweicht. Sie erneuert. Auf ähnliche
Weise zeigt sie ihre Eigenschaften jenen, die an Gicht und rheumatischen
Erkrankungen leiden und den Frauen mit starken Menstruationsschmerzen,
beim Besuchen der Weide.
Weißdorn (eingriffiger Weißdorn) - Crataegus monogyna
Im Weißdorn sind ähnliche Momente enthalten wie im Schwarzdorn. Im Unterschied zu den Schwarzdornmenschen sind Weißdornmenschen überaktiv. Sie verstecken sich hinter ihrer Aktivität. Auch das genaue Gegenteil ist zu finden: Der Mensch ist schlapp und müde. Die Müdigkeit wird zum Vorwand, nicht auf den Mitmenschen zugehen zu müssen. Die Ursachen dieses Verhaltens können sehr tiefgreifende Erfahrungen sein, die bis weit in die Kindheit, ja sogar in die vorgeburtliche Zeit zurückgehen. Der Weißdorn übernimmt hier die Rolle eines Schlüssels. Müdigkeit läuft mit Blutkreislaufstörungen, Herzschwächen und Verdauungsstörungen einher. Hier setzt der Weißdorn in der organischen Ebene an.